Squash
Carnivals holen sich Bronze «made in Switzerland»

Die Carnivals Liestal können ihren Interklub-Titel nicht verteidigen. Für Aufsehen sorgte das hoffnungsvollste Schweizer Nachwuchstalent Céline Walser, welche der deutschen Top-Spielerin Pamela Hathway alles abverlangte.

Rainer Sommerhalder
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Gehört zu den hoffnungsvollsten Talenten der Schweiz: Céline Walser.

Gehört zu den hoffnungsvollsten Talenten der Schweiz: Céline Walser.

Am Schluss kam es so, wie am Anfang prophezeit. Bea Walser, die Trainerin des NLA-Frauenteams von Carnivals Liestal, sagte vor dem Saisonstart: «Unser Meistertitel war vor allem deshalb möglich, weil unser Finalgegner ohne die Ausländerinnen auskommen musste. Wir machen uns punkto Titelverteidigung keine Illusionen.»

Céline Walser zeigt ihre Klasse

Auch ohne Illusion waren die Baselbieterinnen am Interklub-Finalwochenende in Vaduz wieder nahe dran. Das Zünglein an der Waage im Halbfinal gegen den späteren Meister Winterthur spielte deren ausländische Spielerin Pamela Hathway. Und nichts zeigte die Unterschiede zwischen den beiden Teams derart eindrücklich wie das Duell der deutschen Meisterin gegen Céline Walser, der hoffnungsvollsten Schweizer Nachwuchsspielerin und 15-jährigen Tochter der Carnivals-Trainerin. Die Baselbieterinnen setzen aus finanziellen Gründen auf ein Team «made in Switzerland». Walser war nahe dran, gewann einen Satz und musste sich im vierten Durchgang knapp mit 10:12 geschlagen geben. «Ein wenig Hoffnungen machte ich mir schon, denn Céline wächst in solchen Spielen manchmal über sich hinaus», sagte Mutter Bea, «und sie hat tatsächlich ziemlich gut gespielt».

Strenges Programm

Auf die talentierteste Schweizer Spielerin warten strenge Zeiten. Nach der Schweizer Einzel-Meisterschaft in zwei Wochen folgen im April die internationalen Highlights mit der U19-und U17-EM. «Im Training ist sie ab und zu eine Minimalistin», sagt Bea Walser. Aber grundsätzlich ist sie mit der sportlichen Entwicklung ihrer Tochter zufrieden. Im Sommer wird sie in die Sportklasse des Gymnasiums Liestal eintreten und kann damit Ausbildung und Spitzensport ideal kombinieren.

Aufstieg im Team?

Bereits in der Sportklasse befindet sich Nadia Pfister. Sie gewann ihre Partien im Halbfinal sowie im Final, der mit 2:1 gegen GC entschieden wurde. Pfister und Walser beenden die Saison mit einer positiven Bilanz. «Es würde beiden nicht schaden, wenn sie mehr gefordert wären», sagt Bea Walser. Ihr Wunsch geht vielleicht bald in Erfüllung. Weil Sara Guebey über einen Rückzug nachdenkt, steigen die beiden Liestaler Jungspunde in der Teamhierarchie bald auf. Sogar wenn Bea Walser für den eventuell frei werdenden Platz im Team eine ausländische Spielerin im Visier hat. Eine deutsche Grenzgängerin soll die Carnivals bald ergänzen. Mit Betonung auf Ergänzen. Die Hauptrolle gehört weiterhin den beiden Talenten Céline Walser und Nadia Pfister. Meistertitel hin oder her.