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Captain sagt: Old Boys seit über zwei Jahren auf einem Tiefpunkt

Old-Boys-Kapitän Diren Akdemir ist eine der wenigen Konstanten: Bereits fünf Jahre ist es her, als er bei Vaduz einen Schlussstrich unter seine Profikarriere zog und zu den Old Boys wechselte.

Jeremy Weill
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Old-Boys-Captain Diren Akdemir (l.) gegen Basels Albian Ajeti.

Old-Boys-Captain Diren Akdemir (l.) gegen Basels Albian Ajeti.

Uwe Zinke

Für die Super League reichte es Diren Akdemir knapp nicht. In der Aufstiegssaison der Liechtensteiner (07/08), musste sich der ehemalige FCB-Junior einer Hüftoperation unterziehen und fehlte ein Jahr. «Als einer der 12 bis 13 Spieler die damals regelmässig zum Zug gekommen sind, hat es mir sehr weh getan, den Aufstieg zu verpassen. Aber mittlerweile habe ich damit abgeschlossen.»

Nach einem Leihjahr bei Wil und einer weiteren halben Saison bei Vaduz wusste Akdemir, dass er so nicht zufrieden wird. «OB hat mir eine Chance gegeben, auch neben dem Fussballplatz einen Schritt vorwärts zu machen, ich habe sie genutzt.» Der 30-Jährige ist seit dem Wechsel in einem Immobilienbüro eines OB-Sponsors angestellt. Der Innenverteidiger ist eine der wenigen Konstanten des Quartierclubs. Aus der Stammformation der vorletzten Saison, ist er der einzig verbliebene Spieler.

Immer in den hinteren Regionen

Die beste Erinnerung in den knapp fünf Jahren mit den Gelbschwarzen ist der Aufstieg in die 1. Liga Promotion 2012. Als allgemeinen Tiefpunkt hingegen bezeichnet Akdemir die letzten zweieinhalb Jahre, in denen man immer in der hinteren Tabellenregion kämpfen muss. Ruhe ist seither auch kaum in den Klub eingekehrt; unter anderem den Abgang mehrerer langjähriger OB-Spieler auf Grund Uneinigkeiten mit dem damaligen Trainer Roger Hegi im Sommer 2013 oder zuletzt die überraschende Trennung mit Sportchef Walter Schneider, der sein Amt erst ein halbes Jahr zuvor antrat.

«Fussball ist ein Tagesgeschäft, man kann nicht immer alles planen. Konstanz in einen Verein zu bringen ist das Schwierigste.» Akdemir hingegen blieb immer, denn der Kapitän sieht sich in seiner Rolle in einer zusätzlichen Verantwortung. «Wenn mir etwas nicht passt, spreche ich es an, egal ob mit Trainer, Sportchef oder Mitspieler. Ich bin keiner, der flüchtet, denn ich stehe zu OB.»

«In Schönheit stirbt man»

Dass der Aggressivleader mit Herz und Seele bei den Old Boys dabei ist, zeigt auch seine Quote von 47 Gelben Karten in 107 Spielen, welche er lachend zur Kenntnis nimmt. Die momentane Situation ist jedoch weniger lustig, denn nur noch ein Punkt (bei einem Spiel weniger) trennt die Basler von einem Abstiegsplatz. «Wirklich enttäuscht bin ich vor allem von der letzten Niederlage gegen St. Gallen (0:3). Jetzt gilt es über den Kampf Punkte zu holen, denn in Schönheit stirbt man.»

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