Eishockey 1. Liga
Basels schwieriger Weg in die nahe Zukunft

Für den EHC Basel/KLH wird die direkte Playoff-Qualifikation immer schwieriger – trotz des für eimal souveräne Heimsiegs gegen Belp.

Daniel Monnin
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Basels Jubel gegen Belp darf nicht überbewertet werden.

Basels Jubel gegen Belp darf nicht überbewertet werden.

Uwe Zinke/Archiv

Die Ausgangslage präsentiert sich vier Runden vor Schluss der Qualifikation nicht eben zugunsten des EHC Basel/KLH. Der 11:1-Heimerfolg gegen das äusserst schwache Belp war nicht mehr und nicht weniger als der berühmte kleine Tropfen auf den grossen, feuerheissen Stein. Das Torfestival mag andererseits dazu beigetragen haben, einen Teil des Frusts der letzten Wochen spielerisch und mit Toren abzubauen – frei nach dem Motto: fast jeder Schuss ein Treffer. Acht verschiedene Torschützen sind ein positives Signal, vielleicht war Belp genau der richtige (Aufbau-)Gegner zum richtigen Zeitpunkt.

Trotzdem, die Faktenlage zeigt ein anderes, eher negatives Bild: Die Basler haben in den letzten drei Heimspielen zu viele Punkte – insgesamt neun – auf zum Teil fahrlässige Weise liegengelassen und können deshalb den 5. Rang nur mit vier weiteren Siegen aus eigener Kraft erreichen. Sie sind deshalb auf Ausrutscher der Argovia Stars (6 Punkte Vorsprung bei zwei Spielen mehr) angewiesen. Und das schmerzt doppelt, zumal das Rest-Programm der Basler in der Qualifikation alles andere als leicht ist: Thun und Lyss zu Hause, Zuchwil und Adelboden auswärts. Thun, Lyss und Zuchwil liegen auf den Rängen 2 bis 4, Adelboden abgeschlagen auf Rang 10.

Basel fehlt seit Wochen die Konstanz. Einem überraschenden Auswärtssieg gegen Leader Brandis folgt der Absturz im Direktduell mit Argovia – und das zuhause, vor der zwar abnehmenden, aber immer noch grössten Zuschauerkulisse in der 1. Liga; vor den Fans, die ihr Team auch dann unterstützen, wenn wenig bis nichts läuft. Mag sein, dass genau dieser Fakt eine gewisse Blockade auslöst, mag sein, dass der unsägliche Begriff des «Heimnachteils» auf den EHC Basel zutrifft. Nur: Wer in die Playoffs will, muss genau solche Spiele gewinnen, denn die letzten vier Spiele werden für Basel allesamt nur noch echte Playoff-Spiele sein.

Playoffs nur durch Steigerung möglich

Reichts nach der Regular Season nicht zum 5. Rang, dem eigentlichen Saisonziel, wird auch der Umweg über die Qualifikations-Masterround nicht eben einfach, denn die Punkte werden geteilt und das heisst für Basel, dass der kleine Vorsprung auf Wiki-Münsingen, Burgdorf und Unterseen mit einem Schlag noch mehr minimiert wird. Gegen Wiki und Unterseen hat Basel erst kürzlich zu Hause verloren, in Interlaken ging auch die zweite Partie gegen Unterseen verloren, Burgdorf hingegen wurde zweimal geschlagen.

Basels Weg in die Playoffs kann nur über eine Steigerung in vielerlei Hinsicht erfolgen: Vor allem in der Defensive ist mehr Konzentration, Einsatz, aber auch ein einfache(re)s Spiel gefragt, um die allzu oft mangelnde Qualität zu kompensieren. Die defensive Stabilität ist das eine, die offensive Effizienz das andere. Effizienz, oder anders ausgedrückt, mehr Tore lassen sich aber nur mit Geduld und nicht mit der Brechstange erreichen.

Die elf Tore gegen Belp dienen keineswegs als Effizienz-Gradmesser – sie kamen gegen einen in allen Belangen inferioren Gegner zustande. Schliesslich reduziert sich alles auf die Frage, wie viel die Basler Spieler bereit sind, für den Erfolg (lies: die Playoff-Qualifikation) zu geben. Alles oder nichts? Ein Bruchteil von «alles» wird nicht ausreichen, mit der Spielfreude aus dem Belp-Spiel und einer gehörigen Portion Disziplin ist hingegen noch einiges möglich, doch der Weg in die nahe Zukunft ist ein äusserst schwieriger.

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