Wasserball
Basels Comeback-Zwillinge wollen Titel Nummer 7

10 Jahre nach ihrem letzten Meistertitel steigen die ehemaligen Spitzenschwimmerinnen und mehrfachen Wasserballmeisterinnen Caroline und Ines Camprubi mit dem WSV Basel wieder ins Wasser. Ihr Ziel? Den Titel zurück nach Basel bringen.

Carla Stampfli
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Trotz Krämpfen und Schmerzen «ein gutes Gefühl»: Die Zwillinge Caroline (links) und Ines Camprubi. Foto: ces

Trotz Krämpfen und Schmerzen «ein gutes Gefühl»: Die Zwillinge Caroline (links) und Ines Camprubi. Foto: ces

Das Element Wasser und die beiden Nummern 5 und 8 sind die steten Begleiter der Zwillingsschwestern. Im Wasser sind die Baslerinnen gross geworden. Im Wasser haben sie etliche Titel gewonnen. Im Wasser haben sie gelernt, konsequent und ausdauernd ein Ziel zu verfolgen. Als Nummer fünf beziehungsweise als Nummer acht, haben Ines und Caroline Camprubi in den grössten Schwimmstadien Europas an Europacups und an Europameisterschaften gespielt und insgesamt sechs Schweizer Meistertitel geholt – den letzten 2003.

Heute sind sie wieder in den Startlöchern und streben mit dem WSV Basel ihren siebten Titelgewinn an. Ein Comeback, das eigentlich gar nicht vorgesehen war, aber doch zum richtigen Zeitpunkt eingeleitet wurde: «Wir haben in den letzten Jahren sehr viel gearbeitet und bemerkt, dass wir wieder etwas für unseren Körper tun mussten. Der Anruf von Michel Grasso, dem Wasserballverantwortlichen des WSV Basel, im vergangenen November war für uns eine Art Rettung», lacht Caroline, Inhaberin und Leiterin der Schwimmschule Liestal. Zwar sei das erste Training mit der Mannschaft im Januar hart gewesen – mit Krämpfen, Nacken- und Ellbogenschmerzen seien sie am nächsten Morgen aufgewacht – trotzdem «gab es uns ein gutes Gefühl», erinnert sich ihre Schwester Ines.

Heute und einige Mannschaftstrainings später haben die beiden bereits wieder eine gute Form: «Es ist schon erstaunlich, wie rassig es geht», sagt Ines, Geschäftsführerin des Sport- und Volksbad Gitterli AG in Liestal. Caroline erklärt weiter: «Im Nu sind wir wieder schnell geworden. Jetzt fehlt noch der Schuss, der muss unbedingt härter werden.» Und das Passen sei auch noch nicht ganz so, wie es früher einmal war. Aber die 39-Jährigen sind zuversichtlich, denn mit einigen Trainings mehr auf dem Buckel wären Gefühl und Kraft schnell einmal wieder zurück und «zusätzlich üben wir ja während der Partien genauso Balltechnik und Taktik».

Ballgefühl hin oder her, die beiden sind den Gegnerinnen grundsätzlich schon mal eine Armzuglänge voraus: Kaum eine Wasserballerin kann auf eine ähnlich erfolgreiche Schwimmkarriere wie diejenige der Schwestern zurückblicken. Und um zu verhindern, dass die beiden mit dem Ball wegzischen, bleibt da oft nur noch eine Waffe: «An den Füssen zurück zu ziehen», schmunzelt Nummer acht.

Viel Zeit für das Training bleibt nicht übrig, das erste Vorrunden-Meisterschaftsspiel steht kurz bevor: Am 1. März trifft der WSV im Hallenbad St. Jakob auf Winterthur II. Nervös sind die Zwillinge nicht, Grund zur Besorgnis gebe eher das Spiel vom 3. Mai gegen den letztjährigen Meisterschaftsdritten: «Ausgerechnet an unserem vierzigsten Geburtstag spielen wir gegen die Horgerinnen. Gegen den ewigen Konkurrenten waren das immer enge Spiele. Das wird garantiert heavy werden», sagt Caroline.

Dass sie auch gleich nach dem ersten Spiel mit Kratzern aus dem Becken steigen werden, mit diesem Gedanken haben sie sich schon lange angefreundet. Denn wenn man Wasserball liebt, ist alles andere – Gerangel oder Alter – sowieso Nebensache.

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