FC Basel

Aus dem Tritt geraten: Die FCB-Siegesserie neigt sich dem Ende zu

Hier mit dem Kopf am Ball, beim 1:1 aber verliert Petretta das Luftduell gegen Sabbatini.

Nach zuletzt überzeugenden Auftritten enttäuscht der FCB im heutigen Spiel gegen Lugano. Die Basler, die zuletzt noch mit offensiver Spielfreude und defensiver Stabilität zu überzeugen wussten, kommen heute nicht über ein 1:1 hinaus. Und das eine Woche vor dem Direktduell mit Spitzenreiter YB.

Es hatte so gut begonnen. Nur sieben Minuten braucht der FC Basel, um sich in Lugano in Führung zu schiessen. Silvan Widmer beschliesst seinen schönen Lauf im rechten Couloir mit einer genauen Flanke, findet Albian Ajetis Kopf und dieser das Tor. Via Innenpfosten landet sein ansehnlicher Kopfball im Netz – 1:0.

Alles läuft nach Wunsch beim FCB. Der Aufwärtstrend der letzten Wochen geht weiter, der wettbewerbsübergreifend fünfte Sieg in Serie scheint nicht in Gefahr. Scheint. Aber der FC Basel wägt sich allzu schnell in Sicherheit. Baut ab. Verspielt die Führung. Nimmt am Ende nur einen Punkt aus dem Cornaredo mit. Und ist damit am Schluss noch gut bedient. Oder wie Silvan Widmer es sagt: «Wir dürfen uns über dieses 1:1 nicht beklagen. Das war einfach zu wenig von uns heute. Zu wenig Ballbesitz, zu wenig Kontrolle.»

Tatsächlich präsentiert sich der FCB nicht wie in den letzten Wochen. Von der offensiven Spielfreude und der defensiven Stabilität ist an diesem Sonntag in Lugano wenig zu sehen. Natürlich, Trainer Marcel Koller muss aufgrund von zwei Sperren ungewollt umbauen. Durch das Fehlen von Fabian Frei und Eder Balanta fallen zwei Spieler einer Achse weg. Der FCB vermisst insbesondere die starke Spielauslösung Balantas. Für Widmer hat sich deren Fehlen vor allem in puncto Aggressivität bemerkbar gemacht.

Viele Fehler, wenig Präzision

Aber es sind nicht nur die Umstellungen, die zu einem enttäuschenden Auftritt und einem noch enttäuschenderen Resultat führen. Vielmehr hat der FCB auch spielerisch vieles vermissen lassen, verhält sich nach dem Führungstor zu passiv. Gepaart mit einer hohen Fehlerkadenz und wenig Präzision bei fast allen Baslern kommt das heraus, was als schwach bezeichnet werden darf.

Widmer: «Das war sicher nicht, was wir uns vorgenommen haben, auch spielerisch nicht. Das war in meinen Augen heute ein kleiner Rückschritt.» Die offensichtlichsten Mängel offenbart der FCB vor dem Gegentor von Jonathan Sabbatini in der 44. Minute.

Da ist zum einen Noah Okafor, der Domen Crnigoj nicht am Flanken hindert. Zum anderen wirkt die gesamte Defensive unsortiert und Raoul Petretta zieht im Luftduell mit Sabbatini den Kürzeren.

Der Rückstand wächst

Auch die taktischen Umstellungen in der Pause – Samuele Campo ersetzt Okafor, Ricky van Wolfswinkel weicht auf den Flügel aus – bringen nicht den gewünschten Effekt. Der FCB hat weiterhin in den Zweikämpfen das Nachsehen und verliert viele, vor allem zweite Bälle.

Dass er nicht auch noch den einen Punkt verliert, hat er der Ungenauigkeit der Luganesi im Abschluss zu verdanken. Alleine Armando Sadiku hat in den Schlussminuten zwei gute Chancen. So aber teilen sich die Teams die Punkte, und der FCB verliert weiter Boden auf YB. 21 Zähler trennen den Leader und den Verfolger jetzt.

Oder wie Koller es sagt: «Die zwei besten Teams der Schweiz.» Am nächsten Sonntag kommt es zum Direktduell. Will der FCB, dass es nicht nur zu Beginn gut für ihn aussieht, muss er sich in allen Belangen zwingend wieder steigern.

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