Super League
Ajeti schnürt das Doppelpack, der FC Basel besiegt Thun mit 6:1

Gestern Abend wurden die Berner Young Boys Schweizer Meister. Trotzdem gibt der FCB nicht auf und besiegt den FC Thun im Joggeli gleich mit 6:1. Der Beste auf dem Platz war Neftali Manzambi, der sein erstes Tor für den FCB in der Super League erzielte.

Sébastian Lavoyer
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Das Team freut sich übers Tor
13 Bilder
Manzambi mit dem 3:1
Die Kugel rollt ins Tor
Serey Die geht auf den Ball
Auch Thun kann treffen
Die Teams beim Einlaufen
Suchy geht in den Zweikampf
Suchy mit der Grätsche
Stocker geht zu Boden
Impressionen zum Spiel
FC Basel - FC Thun, 29.04.2018
Jubel von Stocker nach seinem Treffer
Marek Suchy im Zweikampf

Das Team freut sich übers Tor

Keystone

Wow. Was für ein Spiel. Gleich mit 6:1 schickt der FC Basel den FC Thun nach Hause. Und ist damit noch gnädig. Denn was der FCB an diesem Sonntag, dem Tag eins nachdem sich YB den Meistertitel geholt hat, zeigt, ist spektakulär. Dass der FCB so gross aufspielen kann, hat unter anderem mit dem Gegner zu tun, der nicht eine Sekunde in diesem Spiel ankommt, geschweige denn Zugriff auf ebendieses hat. «Wir haben es Basel leicht gemacht, sich den Frust von der Seele zu schiessen», fasste Thun-Captain Dennis Hediger nach dem Spiel treffend zusammen.

Aber es ist nicht nur das. Basel ist auch einfach wirklich stark. So stark, wie man es lange nicht mehr gesehen hat in dieser Saison. Der ganze Druck scheint durch die definitive Entscheidung im Meisterrennen abgefallen zu sein. Der FCB spielt befreit, ballsicher, kreativ, angriffig, munter, leidenschaftlich, harmonisch – meisterlich. Von der ersten Sekunde an machen die Basler deutlich: Wir sind bereit und wollen zeigen, was wir eigentlich können.

Das Sahnehäubchen von Manzambi

Bevor die Fans auf den Rängen ausdiskutieren können, wie sehr die Spieler der Titelgewinn von YB wohl schmerzt und ob sie den Kopf hängen lassen, eröffnet Valentin Stocker das Score. Nur wenige Minuten später erhöht Samuele Campo mit seinem ersten Treffer im Dress des FC Basel auf 2:0. Danach kann Thun zwar verkürzen, eng würde es aber nie werden in diesem Spiel. Denn nach der Pause folgt das grosse Spektakel. Kaum wieder angepfiffen ist es Neftali Manzambi, der mit einem wunderschönen Treffer aus 18 Metern in den Winkel den Abstand wieder herstellt. Dieser Manzambi, er schreibt in diesem Spiel eine eigene, grosse Geschichte.

Mit der schwierigen Aufgabe, den gesperrten Michael Lang zu ersetzen, geht er in sein Startelf-Debüt. Statt Nervosität zu zeigen, strahlt der erst 21-Jährige eine unglaubliche Ruhe und Abgeklärtheit aus. Er gewinnt seine Zweikämpfe, zeigt ein gutes Stellungsspiel. Das Tor ist das Sahnehäubchen eines Traumdebüts, das er am Ende gar fast noch toppt, als er in der 90. Minute einen Ball von der Linie kratzt. «Es ist einfach ein super Gefühl. Meine ganze Familie war heute im Stadion», sagt er mit einem breiten Strahlen nach dem Spiel. Ein perfekteres Debüt hätte er sich kaum ausmalen können.

Erinnerungen an den Herbst

Im weiteren Spielverlauf folgen noch drei weitere Treffer, einer von Ricky van Wolfswinkel, der erneut den Vorzug vor Albian Ajeti erhalten hat. Letzterer erzielt nach seiner Einwechslung die Tore fünf und sechs für die Basler und kommt mittlerweile auf zwölf Saisontreffer. Damit ist er wieder mit dabei im Rennen um die Torjägerkrone. Bei noch vier ausstehenden Spielen hat er zwei Tore Rückstand auf den führenden Guillaume Hoarau.

Doch bei all diesen individuellen Erfolgen, der Sicherung des zweiten Platzes und damit der Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League, ist es doch eigentlich das Kollektiv, das in diesem Spiel überragt. Und begeistert. Bestückt mit phasenweise sechs Eigengewächsen zeigt diese Mannschaft eine ganz klare Entwicklung. «Der Fussball, den wir heute gespielt haben, ist in der Art und Weise wieder ähnlich wie jener vom Spätherbst», streicht auch Trainer Raphael Wicky heraus.

«Die Automatismen sind wieder da. Das war heute eine Bestätigung dessen, was ich jeden Tag im Training sehe.» Ob es die Meisterfeier in Bern ist, die schlussendlich zu dieser Leistung geführt hat, ist Spekulation. Es scheint aber, dass sie den FCB gereizt hat. Denn dieses Gefühl, welches in den letzten Jahren in Basel fast schon langweilig war, will man jetzt wieder zurück. Und nach diesem Spiel ist es dem FCB definitiv zuzutrauen, die Meisterfeier nächstes Jahr wieder nach Basel zu verlegen.

Telegramm

Basel - Thun 6:1 (2:1)

25'229 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 7. Stocker (Zuffi) 1:0. 13. Campo (Frei) 2:0. 40. Sorgic (Tosetti) 2:1. 47. Manzambi (Zuffi) 3:1. 57. Van Wolfswinkel (Campo) 4:1. 75. Ajeti (Elyounoussi) 5:1. 86. Ajeti (Oberlin) 6:1.

Basel: Vaclik; Manzambi, Suchy, Frei, Petretta; Serey Die (46. Riveros), Zuffi; Stocker (76. Oberlin), Campo, Elyounoussi; Van Wolfswinkel (67. Ajeti).

Thun: Faivre; Kaplan, Gelmi, Righetti, Facchinetti; Hediger; Tosetti (65. Ferreira), Lauper, Karlen (80. Huser), Spielmann (69. Hunziker); Sorgic.

Bemerkungen: Basel ohne Lang (gesperrt), Salvi, Vailati und Xhaka (alle verletzt). Thun ohne Glarner (gesperrt), Bigler, Bürgy, Costanzo und Nikolic (alle verletzt). 21. Pfostenschuss Suchy. Verwarnungen: 49. Van Wolfswinkel (Foul), 58. Gelmi (Foul).

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach: