Super League

4:0 gegen den FCZ-Nachwuchs: Der FC Basel gewinnt den wohl skurrilsten Klassiker der Historie

Trotz 10 Coronafällen beim FCZ fand das Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich heute im Joggeli statt. Da der FCZ-Kader mit Spielern der U21 und der U18 ergänzt wurde, war das Spiel eine klare Angelegenheit. Der FCB nimmt das Corona-Geschenk gerne mit, doch ob die Liga weiter gespielt wird, ist nach einem weiteren positiven Text bei Xamax fraglich.

So etwas hat es in der Geschichte der Super League noch nicht gegeben. Weil die corona-geplagte 1. Mannschaft des FC Zürich in Quarantäne ist, schickt der FCZ am Dienstagabend eine leicht verstärkte Juniorentruppe ins Joggeli. Eine noble Geste des FCZ, der nach eigener Aussage im «Sinne der Liga» handelt. Und eben diese Liga tut alles dafür, dass die Saison bis zum 3. August beendet werden kann.

Während es für die Zürcher, die noch um Europa-League-Platz 4 kämpfen, ein klarer Wettbewerbsnachteil ist, ist das gestrige Spiel für den FC Basel ein willkommenes Geschenk. Zwar redete FCB-Trainer Marcel Koller vor der Partie auch diesen Gegner stark. Doch bereits nach 14 Minuten ist klar, dass dieses Geschenk kein trojanisches Pferd ist. Samuele Campo und Valentin Stocker kombinieren sich mit einem Doppelpass durch die rechte FCZ-Abwehrseite. Campos Seitenwechsel landet bei Fabian Frei. Der degradiert mit einer simplen Körpertäuschung Pa Modou – ausgerechnet einen der FCZ-Stars, die nicht in Quarantäne mussten – und vollendet mit links zum 1:0.

Bereits dieses eine Tor hätte gereicht. Die FCZ-Truppe ist jederzeit bemüht aber letztendlich chancenlos. Ein leichter Armeinsatz eines Alderete oder eines Cabral reicht, damit die deutlich weniger muskulösen FCZ-Youngster abprallen wie Minderjährige am Türsteher vor der Disco. Auch bei FCZ-Ballbesitz ist der Zweiklassenunterschied klar ersichtlich. Zwar probiert das Team spielerisch aufzubauen. Doch sobald der FCB den Ballführenden attackiert, bleibt der FCZ-Defensive nichts anderes übrig als der lange Ball ins Out oder in die Füsse der FCB-Verteidigung. Das 2:0 ist so nur eine Frage der Zeit. Und es fällt in der 37. Minute. Die Vorlage kommt vom 19-jährigen Tician Tushi. Valentin Stocker vollendet in der Mitte.

Schongang nach der Pause, aber geht die Liga weiter?

Nach dem Seitenwechsel weiss auch Marcel Koller, dass heute nichts mehr anbrennt. Jetzt gönnt er seinen Stammkräften Cömert, Xhaka und Cabral eine Verschnaufpause. Bei dem Mammutprogramm im Juli neben den drei gewonnen Punkten ein nicht zu vernachlässigendes Zusatzgeschenk.

Auch auf dem Platz geht der FCB in den Ruhemodus. Chancen gibt es trotzdem im Minutentakt. Doch weitere Tore fallen erst in der Nachspielzeit. Comebacker Ricky van Wolfswinkel freut sich über sein erstes Tor nach dem Eingriff im Gehirn und Frei über seinen zweiten Treffer an diesem Abend. Doch von diesen Toren wird kein FCB-Spieler später einmal seinen Enkeln erzählen. Doch von diesem komischen Spiel sicher.

Durch den Sieg liegt der FCB zumindest bis heute Abend nur noch vier Punkte hinter Leader St. Gallen. Die Ostschweizer müssen in zehn Tagen wohl gegen die genesene A-Elf des FCZ ran. Wenn dann überhaupt noch gespielt wird. Denn gestern Abend meldete auch Xamax einen positiven Coronafall.

Muss mit den Neuenburgern ein zweites Team in Quarantäne, verkommt der Corona-Plan der Liga immer mehr zur Farce. Und dann müssen Frei, Stocker und Co ihren Enkeln vielleicht doch einmal erzählen, dass diese ganz spezielle Saison kurz nach diesem skurrilen Ligaspiel zwischen den FCB-Profis und einem verstärkten FCZ-Juniorenteam abgebrochen wurde.

Das Telegramm:

Die Noten: 

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

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