Landhockey
17 Jahre des Wartens sind genug: De «Dybli» träumen vom Hallen-Titel

Während die Landhockeyanerinnen gegen den Luzerner SC mit 1:0 gewannen, verloren die Männer im Schweizer Cup (1/4-Finale) gegen Servette Genf mit 1:4.

Georges Küng
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Die nächste Hürde genommen: Basels Melina Antoniadis (r.) beim 1:0-Sieg gegen den Luzerner SC. Nars

Die nächste Hürde genommen: Basels Melina Antoniadis (r.) beim 1:0-Sieg gegen den Luzerner SC. Nars

Kenneth Nars

Am letzten Sonntag herrschte auf dem Rankhof nicht nur rund um die Fussballfelder Hochbetrieb. Auf dem Kunstrasenplatz wurden gleich drei Landhockey-Partien ausgetragen, was eine Seltenheit ist, dass der 1911 gegründete Basler HC mit seinen drei Fanion-Teams (Nationalliga-A-Frauen sowie die beiden Männerteams in der Nationalliga B und 1. Liga) gleichzeitig spielt.

Den Anfang machten die «Dybli», wie die Frauen intern noch immer liebevoll genannt werden. Auch wenn die Integration des einst selbstständigen Klubs Baslerdybli im Jahre 1994 erfolgt ist. «Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden», meinte Tobias Binz (38), der auf diese Spielzeit 2013/14 hin das Traineramt bei den Basler Landhockeyanerinnen übernommen hat. Nach vier Spielen hat der BHC acht Punkte und liegt auf Rang 2. Hinter dem übermächtigen Rotweiss Wettingen, das alle vier Partien (zum Auftakt mit 4:0 gegen Basel), bei einem Torverhältnis von 19:1, gewonnen hat. «Ich habe motivierte Spielerinnen angetroffen. Die Trainingspräsenz ist gut, alle ziehen am gleichen Strick, sodass wir unsere Ideen zum grössten Teil auf dem Feld umsetzen konnten. Es herrscht ein guter Mix aus Spass und Ernsthaftigkeit, denn Landhockey kann im Leben meiner Spielerinnen nie erste Priorität haben», so der Sekundarlehrer.

Solide Defensive als Rezept

Die beiden 1:0-Siege (gegen Luzern und vor acht Tagen gegen Black Boys Genf) zeigen, dass sich der Basler HC auf eine solide Defensive und Nationaltorhüterin Monika Müller stützen kann. Anouk Kern (23) ist die Abwehrchefin und meint: «Wir spielen sehr diszipliniert, wobei die Verteidigung, auch im Landhockey, bekanntlich bei der ersten Angreiferin beginnt», weiss die Studentin, die im Alter von sechs Jahren mit Landhockey begann und somit bereits seit 17 Jahren dem Basler HC angehört.

Hallen-Final-Four in Basel

Am nächsten Sonntag gastieren die Baslerinnen noch in Genf bei Servette Genf, das wie Ortsrivale Black Boys die Finalrunde nicht mehr erreichen kann. Und dann folgt die Hallenmeisterschaft, in welcher der Basler HC traditionell noch stärker ist. «Wir sind Ausrichter des Final Four im Februar 2014. Da wollen wir nicht nur Gastgeber, sondern auch Teilnehmer – und wenn möglichst erfolgreicher Finalist – sein», so Kern und ihre junge Teamkollegin Sarah Zepf (16), welche bereits im Fanionteam im Mittelfeld spielt.

Den letzten Meistertitel für den Basler HC gab es – durch die Frauen – im Jahre 1996. Und nicht wenige sehnen sich danach, wieder einen Titelgewinn im Kreise der grossen BHC-Familie feiern zu können. Vorgestern Sonntag verfolgten gut eine Hundertschaft Mitglieder die drei Partien (siehe auch Box) und sassen anschliessend bei Grilladen und Tranksamen noch lange zusammen. «Solche Nachmittage sollte es mehr geben», so der Tenor im Basler Lager.

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