Super League
Basel schlägt Luzern dank zwei Traumtoren, FCZ bleibt zum dritten Mal in Folge ohne Treffer

Jahresabschluss in der Super League: Der FC Basel gewinnt in Luzern und hat ordentlich Glück, Vaduz schlägt sich in Genf tapfer und Zürich bringt den Ball einfach nicht mehr ins Tor.

Frederic Härri
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CH Media

Luzern belohnt sich wieder nicht für den Aufwand, Basel trifft traumhaft

Die Partie des FC Luzern gegen den FC Basel war ja auch ein wenig das Duell der Unzufriedenen. Den Luzernern hängt noch immer die Niederlage vom Sonntag gegen Lausanne in den Knochen, inklusive anschliessender Schiedsrichter-Schelte, die Goalie Marius Müller eine Strafuntersuchung durch die Liga einbrockte. Die Malaise der Equipe von Fabio Celestini: Sie spielt sich enorm viele Chancen heraus, nur schlägt sich das noch zu selten auf der Anzeigetafel nieder.

Auch der FC Basel hadert: mit unbeständigen Leistungen, mit Stammspielern ausser Form und dem hartnäckigen Misstrauen gegenüber seinem Trainer Ciriaco Sforza. Heftige Kritik ergiesst sich derzeit auch über Stürmer Arthur Cabral, der vor diesem Spieltag zwar schon fünfmal getroffen hat, bisweilen aber derart lustlos über den Platz schleicht, dass man den Eindruck bekommt, Cabral wäre gerade lieber ganz woanders.

Altbekanntes Problem: Vor dem Tor wills für Pascal Schürpf (l.) und Dejan Sorgic einfach nicht so recht klappen.

Altbekanntes Problem: Vor dem Tor wills für Pascal Schürpf (l.) und Dejan Sorgic einfach nicht so recht klappen.

Keystone

In der 23. Minute dieses Spiels war Cabral aber voll da. Die Luzerner wehrten eine Ecke unzureichend ab, Von Moos zog ab, mehr schlecht als recht, so dass der Schuss zur Vorlage für Cabral mutierte. Und der Brasilianer streichelte den Ball - nun ja, brasilianisch - mit der Hacke in die rechte untere Torecke. Müller, der Meckerer vom Sonntag, war chancenlos.

Einer, der sich beim FCB der Kritik bislang entziehen kann, ist Neuzuzug Pajtim Kasami. In der 36. Minute zeigte er warum. Mit perfekter Schusstechnik donnerte der 28-Jährige das Spielgerät von weit aussen an die Unterkante der Latte und ins Tor. Der zweite sehenswerte Treffer der Basler und das 2:0.

Wie reagierten die Luzerner? Die liessen den Ball ansehnlich laufen, hatten Torchancen, aber krankten zunächst an der altbekannten Abschlussschwäche. Sie waren das bessere Team in der zweiten Hälfte, und in der 66. Minute wurde der Effort belohnt, als Schürpf den Ball nach ein paar Abprallern aus nächster Nähe ins Tor schoss.

Und die Luzerner drückten weiter, eine Chance jagte die nächste. Einmal kratzte Basel-Goalie Heinz Lindner den Ball mit einem wahnsinnigen Reflex aus dem Eck. Es wäre das sichere 2:2 gewesen. Doch dazu kam es nicht. Die Basler zitterten gewaltig, legten sich die drei Punkte aber unter den Weihnachtsbaum. Und Luzern bleibt die Stadt der Unzufriedenen.

Vaduz-Trainer lobt den Gegner – und knöpft ihm ein Unentschieden ab

Vor dem Spiel gab es Blumen. Adressiert waren sie an die Genfer, Absender war Vaduz-Coach Mario Frick. Der nämlich sagte, dass Servette neben YB derzeit die beste Mannschaft der Schweiz stelle. Ob man das nun als ernst gemeintes Lob nehmen darf, oder ob dahinter bloss ein psychologischer Trick des abgeschlagenen Tabellenletzten steckte, bleibt Fricks Geheimnis.

So oder so ist es einerlei, weil man mit Worten keine Fussballspiele gewinnt. Das wissen auch die Spieler von Servette, die in der ersten Halbzeit dann aber doch ein wenig beduselt ob der Worte von Frick zu sein schienen. Den Grenats fehlte der Zug zum Tor, Vaduz verteidigte aber auch konsequent und konzentriert. Wenn mal ein Schuss aufs Tor kam, dann hielt Vaduz-Keeper Büchel sicher.

Es brauchte denn auch eine Standardsituation, um den Knoten bei den Genfern zu lösen. Dem Vaduzer Cicek, in der 9. Minute für den verletzten Prokopic ins Spiel gekommen, sprang der Ball an die Hand - Elfmeter. Kyei verwandelte souverän ins linke Eck. Doppelt bitter für Cicek: Minuten zuvor hatte er das 1:0 für die Gäste auf dem Fuss, scheiterte jedoch an Servette-Goalie Frick.

Kurz vor Schluss zeigte Mittelfeldmann Sandro Wieser dem Stürmer Cicek wie es geht. Nach einem Eckball steigt er hoch und verwandelt eiskalt mit dem Kopf. Vaduz nimmt in Genf einen Punkt mit. Es ist verdient.

Der FCZ bleibt zum dritten Mal in Folge torlos

Ist die Euphorie bei den Zürchern unter dem neuen Trainer Massimo Rizzo schon verpufft? Diesen Eindruck jedenfalls bekam, wer sich die letzten beiden Partien des FCZ angesehen hat. Sowohl gegen Luzern als auch gegen Lausanne präsentierten sich die Zürcher arg passiv und offensiv harmlos, was in Luzern noch einigermassen gut ging (0:0), im Heimspiel gegen Lausanne aber bestraft wurde (0:1).

Beim FC Sion hingegen wähnt man sich nach dem 2:1-Sieg vom Wochenende gegen Vaduz auf dem Weg der Besserung. Das Team scheint die Spielidee von Trainer Fabio Grosso mehr und mehr zu verinnerlichen.

Im Letzigrund hatten die Zürcher mehr Spielanteile, die beste Torchance vergab Tosin in der 56. Minute. Mit dem 0:0 und dem gewonnenen Punkt wird Sion wohl besser leben können. Der FCZ bleibt zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer.

Schockmoment im Cornaredo – Teams trennen sich torlos

Das Duell der beiden Überraschungsteams in dieser Saison wurde überschattet von der Verletzung von Aldin Turkes. Lausannes Topskorer verdrehte sich Mitte der zweiten Halbzeit das Knie und musste mit der Trage vom Platz gebracht werden.

Beide Teams hätten im Cornaredo gewinnen können, in den letzten fünf Minuten trafen sowohl die Tessiner als auch die Westschweizer die Torumrandung. Ausgeglichen sieht es auch in der Tabelle aus: Lugano und Lausanne haben am Ende des Jahres 18 Punkte auf dem Konto.