Champions-League

Aufregende Duelle und so viele deutsche Trainer wie noch nie

Thomas Tuchel: Trainer PSG.

Thomas Tuchel: Trainer PSG.

In den Halbfinals der Champions League kommt es zu zwei reizvollen französisch-deutschen Duellen: PSG - Leipzig und Lyon - Bayern.

Wo beginnen? Wo aufhören? Es sind aufregende Tage in der Champions League. Geballt wie noch nie fliegen einen die Geschichten nur so um die Ohren. Das Finalturnier in Lissabon, ausgetragen von den besten acht europäischen Teams innerhalb von zwölf Tagen im K.o.-Modus, hat bei Weitem übertroffen, was es versprochen hat. Würden heute und morgen nicht zwei überaus reizvolle Halbfinals auf dem Programm stehen, wären es vor allem die Storys um den entzauberten FC Barcelona und den wütenden Lionel Messi sowie Manchester City und dessen in Frage gestellten Trainerguru Pep Guardiola, die für Schlagzeilen sorgten.

Doch in Deutschland und Frankreich gibt es nur ein Thema: Die beiden überaus reizvollen deutsch-französischen Duelle RB Leipzig gegen den PSG und Bayern gegen Lyon. Drei von vier Trainern sind Deutsche, und noch nie stellte Frankreich zwei Halbfinalisten.

PSG-Leipzig: Lehrer und Schüler im Duell

Die Besitzer aus Katar haben Thomas Tuchel vor zwei Jahren zum Paris Saint-Germain FC geholt, damit dieser endlich einmal die Champions League gewinnt. Nach dem Achtelfinal-Out 2019 gegen Manchester United muss der 46-Jährige nun liefern. Kylian Mbappé, der neben Neymar beste Pariser Spieler, ist wieder fit genug für die Startelf. Wenn Tuchel sich aber trotzdem nicht sicher sein kann, nach dem glückhaften 2:1 gegen Atalanta Bergamo nun gegen Leipzig in den Final durchzumarschieren, dann wegen seines Antipoden Julian Nagelsmann. Dieser war vor 13 Jahren beim FC Augsburg II Spieler unter Trainer Tuchel gewesen. Als sich der damals 20-jährige Nagelsmann schwer verletzte, wurde er von Tuchel zum Scout umfunktioniert. «Seine Berichte waren so detailliert und lösungsorientiert, dass sein Talent nicht zu übersehen war.» So erzählt es Tuchel heute.

Julian Nagelsmann: Trainer RB Leipzig.

Julian Nagelsmann: Trainer RB Leipzig.

Lyon: Vom Underdog zum Favoriten-Schreck

Würde man hierzulande Fussballfans fragen, welche Spieler von Olympique Lyon sie aufschreiben könnten, das Blatt bliebe ziemlich leer. Selbst Rudi Garcia ist ausserhalb Frankreichs und Italiens eher ein No-Name. Der Franzose ist der einzige Trainer der Halbfinalisten, der nicht Deutscher ist. Wobei Garcia verrät: «Ein bisschen deutsch bin auch ich. Mein Vater nannte mich Rudi, weil er Radsport verfolgte und es einen super Deutschen namens Rudi Altig gab.»

Rudi Garcia: Trainer Olympique Lyon.

Rudi Garcia: Trainer Olympique Lyon.

Selbst wenn Bayern alle 13 Spiele seit dem Re-Start gewonnen hat, wird dessen Trainer Hansi Flick die Lyonnais nicht unterschätzen. Wer Juventus und Manchester City eliminiert, ist brandgefährlich.

Triste Realität und keine Emotionen in Lissabon

Man könnte fast glauben, in Lissabon laufe trotz Corona gerade ein Fussballfest. Korrespondenten übermitteln indes ernüchternde Berichte: Das Virus habe die Stadt fest im Griff. Fans seien keine da, die für Farbe und Stimmung sorgten. So hat Leipzig 1400 Plakate aufhängen lassen, um für etwas Champions-League-Feeling zu sorgen. Die Zeitungen berichten gross über Luca Waldschmidts Transfer zu Benfica, aber klein über die Königsklasse. So kann man sich täuschen; aus der Ferne.

Hansi Flick: Trainer FC Bayern München.

Hansi Flick: Trainer FC Bayern München.

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Autor

Markus Brütsch

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