Auf Europas Fussballplätzen
Manchester City muss warten und Eintracht Frankfurt um die Königsklasse bangen

Vier Wochen vor Beginn der Europameisterschaft rüsten Europas Fussballligen zum Endspurt. Wo sind die Titelrennen noch offen? Was ist sonst noch wichtig? Ein Überblick.

Markus Brütsch
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Eintracht Frankfurt (links Trainer Adi Hütter) erreichte gegen Mainz nur ein 1:1.

Eintracht Frankfurt (links Trainer Adi Hütter) erreichte gegen Mainz nur ein 1:1.

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Deutschland: Frankfurt bangt um Platz in der Königsklasse

In der deutschen Bundesliga feierte Bayern den neunten Meistertitel in Folge und Borussia Dortmund mit einem 3:2 gegen Leipzig den Sprung auf Rang 4, der zum Einzug in die Champions League berechtigt. Dies, weil der Motor von Eintracht Frankfurt auf der Zielgeraden ins Stottern geraten ist. Nach der 1:3-Niederlage in Leverkusen gab es nun gegen Mainz nur ein enttäuschendes 1:1. Der scheidende Trainer Adi Hütter muss bei einem Punkt Rückstand auf den BVB befürchten, dass es nicht mehr für die Königsklasse reichen wird. Im Abstiegskampf herrscht dichtes Gedränge. Augsburg (32/33), Hertha (31/31, nur 0:0 gegen Bielefeld), Bremen (32/31), Bielefeld (32/31) und Köln (32/29) kämpfen gegen den zweiten Abstiegsplatz neben Schalke und den Barrageplatz.

Sergio Agüero (Manchester City) vergibt gegen Chelsea einen Penalty.

Sergio Agüero (Manchester City) vergibt gegen Chelsea einen Penalty.

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England: Manchester City in der Warteschlaufe

Trotz seiner zehn Punkte Vorsprung kann Manchester City in der Premier League noch nicht den Titel feiern. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Chelsea am Samstag gewann Stadtrivale United am Sonntag bei Aston Villa 3:1 und verurteilte die City in eine Warteschlaufe. Möglicherweise wird der Champions-League-Final gegen Chelsea am 29. Mai im Wembley ausgetragen. Wegen der Pandemie bemüht sich die britische Regierung um eine Verlegung von Istanbul in die englische Hauptstadt. Bei Arsenal (3:1 gegen Absteiger West Brom) fehlte der verletzte Granit Xhaka.

Welch eine Enttäuschung: Marco Asensio erreicht mit Real Madrid gegen Sevilla nur ein 2:2.

Welch eine Enttäuschung: Marco Asensio erreicht mit Real Madrid gegen Sevilla nur ein 2:2.

Keystone

Spanien: Spitzentrio Atlético, Barça und Real nur mit Remis

Hochspannend geht es an der Spitze der spanischen Primera Division zu. Tabellenführer Atlético Madrid hielt durch ein 0:0 beim FC Barcelona den Verfolger aus Katalonien im Kampf um den Liga-Titel auf Distanz, musste aber am Sonntag um die Leaderposition bangen. Doch Real Madrid spielte gegen den FC Sevilla nur 2:2. Erst in der 95. Minute hatte Eden Hazard für die Königlichen zum Ausgleich getroffen. Nach 35 von 38 Spieltagen liegt das Team von Trainer Diego Simeone mit 77 Punkten zwei Zähler vor Barça und vor Real.

Müssen trotz Meistertitel auf Gehalt verzichten: Die Spieler von Inter Mailand.

Müssen trotz Meistertitel auf Gehalt verzichten: Die Spieler von Inter Mailand.

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Italien: Meister Inter Mailand in finanzieller Schieflage

Nach der Meisterfeier siegte Inter Mailand auch am 35. Spieltag – mit 5:1 gegen Sampdoria Genua. Aber dem neuen Champion droht Ungemach: Denn Vereinsboss Steven Zhang will laut «Gazzetta dello Sport» vom Sonntag Gespräche mit Spielern und Trainer über einen Gehaltsverzicht führen, zwei Monatsgehälter sollen es sein. Das Ziel sei die Verringerung der Personalkosten um 15 Prozent. Als Absteiger stehen Crotone und Parma (mit dem Schweizer Simon Sohm) fest.

Titelträume ade? Neymar nach dem ernüchternden 1:1 des PSG in Rennes.

Titelträume ade? Neymar nach dem ernüchternden 1:1 des PSG in Rennes.

Keystone

Frankreich: Leader Lille auf der Zielgeraden

Zwei Runden sind in Frankreich noch zu spielen und Olympique Lille hat weiter gute Chancen auf den Meistertitel. Paris Saint-Germain kam am späten Sonntagabend in Rennes nur zu einem 1:1. Somit beträgt der Vorsprung der Nordfranzosen nun sogar drei Punkte. Am anderen Ende der Tabelle muss Loris Benito nach einer 0:3-Niederlage in Nantes mit Bordeaux um den Klassenerhalt bangen.

Belgien: Frey, Bertone und Stilz steigen ab

Bitteres Saisonende für die beiden Schweizer Profis Michael Frey und Leonardo Bertone in Belgien. Nach einer 2:5-Heimniederlage in der Barrage gegen Seraing steigen sie mit Waasland-Beveren ab. Dies, obwohl Frey in beiden Spielen (Hinspiel 1:1) ein Tor schoss. Bei Beveren arbeitet auch der Schweizer Sportdirektor Roger Stilz.