Match for Africa

Auf dem Floss und im Hallenstadion: King Roger und Murray schwitzen für die Kinder in Afrika

Roger Federer und Andy Murray verzücken das Publikum am «Match for Africa 3» im ausverkauften Zürcher Hallenstadion und spielen 1,4 Millionen Franken für Kinder in Afrika ein. Bereits am Mittag versüsst der Baselbieter in Zürich Tausenden mit einem Schaukampf die Mittagspause.

Bereits kurz vor Mittag greift in Zürich die Federer-Manie um sich. Tausende säumen das Ufer der Limmat. Dann, um 11.35 Uhr und damit anderthalb Stunden später als ursprünglich geplant, fahren Federer (35) und sein Gast Andy Murray (29) im Motorboot zum Floss, eskortiert von der Seepolizei. Eine halbe Stunde lang spielen sie sich auf der wackligen Unterlage Bälle zu.

Studenten, Schulklassen und Bankangestellte geniessen das prächtige Wetter und die Darbietung zur Mittagspause, bei der Federer, schlicht in Jeans gekleidet, mehrmals seinen Schlag zwischen den Beinen hindurch zelebriert. Eine Gruppe Junger nähert sich dem Geschehen in einem Tretboot und wirft Federer nicht nur die zahlreichen Bälle, die im Wasser landen, wieder zu, sondern auch ein T-Shirt, das der Baselbieter für Philipp, einen 10-jährigen Schüler signiert. Auf einem Begleitboot rücken die aufgebotenen Fotografen Bilder vom Schauspiel, über den Köpfen filmt eine Drohne die perfekt inszenierte Federer-Darbietung. Sein Gast Andy Murray war für die dritte Auflage des Match for Africa am frühen Morgen mit seinem ganzen Trainerteam im Privatjet aus Nizza nach Zürich geflogen.

Badminton statt Tennis: Solche Spielwechsel zeigten, dass die beiden viel Spass hatten.

Am Nachmittag machten sich Federer und Murray mit dem Belag im Hallenstadion vertraut und posierten mit den Balljungen für Erinnerungsfotos. Manager Tony Godsick ist da, auch Federers Mutter Lynette gibt Auskunft. Sie, die das Reden sonst lieber anderen überlässt. All das zeigt, wie wichtig Federer dieser Einsatz für seine Stiftung ist, die sich seit 13 Jahren mit Bildungsprojekten in den ärmsten Regionen des südlichen Afrikas einsetzt. «Afrika ist meine zweite Heimat und bedeutet mir sehr viel», sagt Federer, der als Kind seine Ferien in Afrika verbracht hat.

Let's sweat for Africa!

Let's sweat for Africa!

Tennis-Ikone Roger Federer und Weltnummer 1 Andy Murray spielen sich ein für "The Match for Africa 3". Neben Training steht aber auch ganz viel Herzlichkeit mit Fans und Bekannten auf dem Plan.

Noch grösser ist die Bühne am Abend. Trotz stolzer Ticketpreise von bis zu 300 Franken ist das Hallenstadion restlos ausverkauft. Unter tosendem Applaus und in Nebelschwaden gehüllt, läuft erst Federer ein. Dann wird der Norman Brookes Challenge Cup, die Trophäe der Australian Open, noch einmal an Federer übergeben, bevor Andy Murray einmarschiert. Dann dominieren heisse Rhythmen, Trommelwirbel, exotische Tänze und traditionelle Instrumente. Aus Südafrika angereist ist der Kinderzirkus Zip Zap. Eine Lichtschau, Jongleure, Clowns und Akrobaten in der Luft und am Boden sorgen für atemberaubende Momente. Jesse Ritch (25), dessen Vater aus dem Kongo stammt, präsentiert an diesem Abend seinen neuen Song «Good Side of Life». Das passende Motto für einen Abend im Zeichen der Kinder Afrikas.

Dieser Federer-Fan ist ein besonders gewitztes Bürschchen

Dieser Federer-Fan ist ein besonders gewitztes Bürschchen

Die Fünftklässler der Swiss International School in Zürich-Wollishofen haben sich etwas Besonderes einfallen lassen, um eine Unterschrift von Roger Federer zu ergattern. Und damit heute viele Fans an der Limmat neidisch gemacht.

Unter den zahlreichen prominenten Gästen aus Gesellschaft, Sport, Kultur und Wirtschaft sind auch Breel Embolo, Michael Lang und Beat Feuz. Passend ist auch Federers Gast: Andy Murray, die Nummer 1 der Welt. Wie Federer setzt sich der Schotte, der zu Dudelsackmusik einmarschiert, für Kinder ein, unter anderem für die Unicef. «Seit ich selber Vater bin, ist das noch wichtiger geworden.» Für einmal heisst es nicht Federer gegen Murray, sondern Federer und Murray. Gemeinsam für Afrika. Das Resultat – Federer gewinnt 6:3, 7:6 – wird zur Nebensache. Mit den 1,4 Millionen Franken, die der gestrige Abend in die Kassen spült, hat Federer bereits über 30 Millionen Franken für seine Stiftung gesammelt.

Roger Federers Smash-Festival

In diesem Tempo soll es weitergehen. Bereits am 29. April, mitten in einer zweimonatigen Pause, absolviert Federer in Seattle, USA, einen nächsten Schaukampf. Und am 7. November heisst es in Glasgow: Federer und Murray. Dann für die Stiftung des Schotten.

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