Doping

Antidoping-Agentur untersucht alte Urin- und Blutproben von Schweizer Sportstars – mit diesem Resultat

Die Analyse einer Dopingprobe darf bis zehn Jahre nach dem Test erfolgen.

Die Analyse einer Dopingprobe darf bis zehn Jahre nach dem Test erfolgen.

Die Schweizer Antidoping-Agentur hat erstmals überhaupt Urin- und Blutproben von Schweizer Sportstars aus früheren Jahren einer Nachanalyse unterzogen. Die rund 200 Tests aus der Zeit zwischen 2010 und 2016 sind ausnahmslos negativ.

7 Dopingfälle an den Olympischen Spielen 2008 in Peking, 9 Fälle 2012 in London und 8 positive Proben bei den Sommerspielen 2016 in Rio. Die Erfolgsquote von Wettkampftests während des grössten Sportanlasses der Welt sind durchgehend bescheiden.

Vielversprechender waren zuletzt sogenannte Nachtests von eingefrorenen Urin- und Blutproben. Damit überführte man 65 Dopingsünder aus Peking und bislang – die Nachtests laufen weiter – deren 66 aus London. Für Rio hat das Programm noch nicht begonnen. Auffällig: Die allermeisten nachträglich erwischten Betrüger stammen aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.

Viele Schweizer Aushängeschilder getestet

In den letzten sechs Monaten hat nun Antidoping Schweiz zum allerersten Mal ebenfalls eingelagerte Dopingproben einer zweiten Kontrolle mit neusten Analyseverfahren unterzogen. Zuständig war wie auch bei den Olympiaproben das Labor in Lausanne.

Rund 200 Proben aus elf Sportarten mit erhöhter Dopingwahrscheinlichkeit wurden ausgewählt, darunter Radsport, Langlauf oder Leichtathletik. Die Testergebnisse stammen von vielen Aushängeschildern des Schweizer Sports.

Kein einziger Nachtest brachte ein positives Ergebnis hervor, kein Schweizer Sportstar blieb beim zweiten Anlauf hängen. Für Ernst König, Direktor der nationalen Antidoping-Agentur, durchaus eine positive Nachricht für die Glaubwürdigkeit der Athleten.

Weil sich das neue Instrument der Nachtests international etabliert hat, will König auch weiterhin von Zeit zu Zeit zu diesem Mittel greifen. Das Reglement der Welt-Antidopingagentur erlaubt das nachträgliche Öffnen von Proben bis zehn Jahr nach dem abgegebenen Dopingtest.

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