Amateurfussball
Der Schweizerische Fussballverband hofft auf den Bundesrat: «Wir geben die Saison der Amateure noch nicht auf»

Statt die Saison vorzeitig abzubrechen, fordert der Schweizerische Fussballverband, dass Fussballspielen wieder möglich sein soll. Bis am 31. Mai hofft er auf Lockerungen, damit die Saison zu Ende gespielt werden kann.

Leandro De Mori
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Das Jubeln im Amateurfussball, wie hier beim FC Schöftland, geht weiter.

Das Jubeln im Amateurfussball, wie hier beim FC Schöftland, geht weiter.

Alexander Wagner

Der Bundesrat hat am letzten Mittwoch neue Änderungen präsentiert, wonach bis am 26. Mai keine weiteren Lockerungsschritte passieren werden. Eigentlich hätte dies das Ende der Saison im Amateurfussball bedeutet. Denn bis anhin wurde von den Regionalverbänden der 12. Mai als letztmögliches Datum gehandelt, um zeitgemäss die Saison zu Ende zu spielen.

Würde auch in dieser Saison nicht mindestens die Vorrunde gewertet werden, wäre es bereits die zweite Saisons in Folge, die ohne Wertungen absolviert wurde. Dies will SFV-Präsident Dominique Blanc unbedingt verhindern.

Deswegen entschieden sich der SFV und die Amateurligen dazu, die angefangene Saison nicht abzubrechen. Blanc fordert vom Bundesrat hingegen bis zum 31. Mai Lockerungschritte, die den Amateurfussball unterstützen: «Wir wollen die Saison wieder aufnehmen. Dazu müssen wir aber ab dem 31. Mai wieder normal trainieren und spielen dürfen. Unser Ziel ist es, die angefangene Vorrunde fertig zu spielen und zu werten.»

Wieso dass dies bislang nicht möglich ist, kann sich auch Sandro Stroppa, Präsident der Amateurligen, nicht erklären: «Im Moment dürfen pro Platzhälfte bis zu 15 Spieler trainieren. Sogar mit Körperkontakt, wenn sie eine Maske tragen. Bei einem Spiel sind es auf dem ganzen Platz 23 Personen, die sich unter freiem Himmel befinden. Wir können uns nicht erklären, wieso die Spiele im Moment nicht möglich sind.»

Die Vereine sind vorbereitet

Sollte der Bundesrat die geforderten Lockerungen ab Ende Mai bewilligen, so wäre es das Wochenende vom 5. und 6. Juni, an dem wieder gekickt werden könnte. Einen Monat hätten die Mannschaften von diesem Zeitpunkt her Zeit, um ihre Saison zu beenden. Das letztmögliche Spielwochenende, um die Vorrunden abzuschliessen, ist jenes vom 3. und 4. Juli.

Stroppa zeigt sich dem angestrebten Fahrplan gegenüber optimistisch: «Wenn am 5. Juni die ersten Spiele stattfinden können, haben wir insgesamt fünf Spielwochenenden, um die Meisterschaften zu beenden. Die meisten Mannschaften haben noch etwa zwei bis fünf Spiele offen. Mit ein bis zwei zusätzlichen Mittwochsrunden sollte es möglich sein, dass alle Klubs ihre Vorrunden abschliessen können. Bei den meisten Gruppen reichen sogar zwei bis drei Spieltage.»

Auswirkungen bis in die Juniorenstufen spürbar

Um den Spielbetrieb fortführen zu können, brauchen die Vereine Schutzkonzepte. Kontrolliert werden diese vom SFV nicht. Stroppa ist sich jedoch sicher, dass sich die Vereine ihrer Verantwortung bewusst sind: «Die Vereine wissen, wie sie in der Pandemie handeln müssen. Wir nehmen die Situation sehr ernst. Das beste Beispiel sind die Juniorenbereiche, in denen jetzt schon mit den Schutzkonzepten gespielt wird. Es gab bislang noch keine Beschwerden.»

Bei den angestrebten Forderungen geht es auch darum, keine Spieler mehr zu verlieren. Bei jüngsten Juniorenstufen seien schon deutlich weniger Anmeldungen eingegangen, als in den Vorjahren. Ausserdem haben die Vereine Probleme bei den Stufen der A-Junioren. Hier dürfen nur die Spieler, die unter 20 sind, uneingeschränkt spielen und trainieren. «Die älteren Spieler haben dadurch keine Möglichkeit, den Schritt in den aktiven Fussball zu machen. Dadurch verlieren die Vereine nicht nur Spieler, sondern auch potenzielle Nachwuchstrainer», erklärt Stroppa.