Challenge League
Am Ende stand beim FC Aarau in Genf die Null: Null Torschüsse, null Treffer

Der FC Aarau verliert überraschend mit 0:1 gegen Servette und verliert so wichtige Punkte im Kampf um den Saison-Sieg. Die Niederlage des Favoriten kam doch eher überraschend, war doch der Auftritt am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den FC Zürich vielversprechend.

Dean Fuss (Text) und Patrick Haller (Ticker)
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Nicht nur dieses Luftduell entschieden die Genfer für sich: Marco Thaler (links) im Zweikampf mit Marco Delley.
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Tatenlos muss Schällibaum bei der Niederlage seines Teams zusehen.
Impressionen vom Spiel FC Wohlen gegen den FC Zürich
Und wieder steigt der Genfer höher: Michael Perrier im Sandwich zwischen Jean-Pierre Nsame (links) und Yassin Maouche.
Kein Vorbeikommen für Sebastien Wuethrich gegen Mirsad Hasanovic.
Anthony Sauthier (am Boden) und Tibert Pont (links) wehren sich gegen den Aarauer Nuno Da Silva mit allen Mitteln.

Nicht nur dieses Luftduell entschieden die Genfer für sich: Marco Thaler (links) im Zweikampf mit Marco Delley.

freshfocus.ch

Null. Sie darf aus Sicht des FC Aarau getrost als Zahl des gestrigen Nachmittags bezeichnet werden. Denn bei der 0:1-Niederlage gegen Servette brachte es die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum tatsächlich fertig, keinen einzigen Schuss auf das Tor der Genfer abzugeben. In anderen Worten: Null Offensiv-Aktionen des FCA endeten mit einer Ballabgabe in Richtung Servette-Tor. Null Mal musste Jérémy Frick, seines Zeichens Torhüter der Genfer, eine Parade zeigen.

«Es gibt halt leider solche Spiele, solche Tage», sagte FCA-Offensivmann Alessandro Ciarrocchi wenige Minuten nach dem Schlusspfiff. Der 28-jährige Winterthurer war für drei der insgesamt vier Aarauer Abschlussversuche verantwortlich. Er traf das Tor dabei aber ebenso wie der kurz vor Ablauf einer Stunde eingewechselte Patrick Rossini bei seiner einzigen Gelegenheit nicht. «Natürlich wollten wir hier nicht mit einer Niederlage abreisen. Aber wenn man in solchen Spielen punkten will, dann muss mehr kommen. So reicht das einfach nicht», zog Ciarrocchi kritisch Bilanz.

Tatsächlich: Es reichte einfach nicht, was der FCA vor 2465 Zuschauern im Stade de Genève zeigte. Die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum verschlief insbesondere die Startphase komplett. Und das, obwohl das Team zur idealen Vorbereitung bereits am Vortag an den Genfersee gereist war. So kam es, wie es kommen musste: Bereits der zweite ernsthaft vorgetragene Genfer Angriff führte in der 17. Minute zum ersten Tor.

Nach einer flachen Hereingabe von Alexandre Alphonse setzte sich Jean-Pierre Nsame im Zentrum durch und schob zum 1:0 für das Heimteam ein. Der französische Stürmer, der sieben Minuten zuvor alleine vor FCA-Goalie Lorenzo Bucchi gescheitert war, erzielte damit in seinem sechsten Einsatz bereits seinen siebten Treffer. Was für eine Quote.

Nach dem Führungstreffer zogen sich die Genfer in ihre eigene Platzhälfte zurück und überliessen dem FCA das Spieldiktat. Aus dem offensiven 3-4-2-1 wurde über weite Strecken ein defensives 5-4-1. Dementsprechend verfügte der FCA in der Defensive über viel Ballkontrolle. Die Aarauer Offensivbemühungen hingegen blieben zumeist meterweit vor dem Strafraum des Heimteams in der engmaschigen Abwehrreihe hängen. Oder sie kamen aufgrund mangelnder Durchschlagskraft und Kreativität gar nicht erst so weit.

Das änderte sich auch nur geringfügig, als Schällibaum seine Mannschaft in der Schlussphase vom bewährten 4-2-3-1 auf ein offensiveres 4-4-2 umstellte. Und so entbehrt es nicht einer gewissen Logik, dass der FCA in der Matchstatistik mit null Schüssen auf das gegnerische Tor aufgeführt ist.

«Heute hat es einfach nicht gepasst. Wir haben verdient verloren», nahm Schällibaum in seiner Analyse kein Blatt vor den Mund. «Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir kamen nicht in den Rhythmus, hatten keine Durchschlagskraft. Das war wirklich schlecht.» Immerhin sah der 54-jährige Zürcher nach der Pause eine kleine Leistungssteigerung. Aber: «Auf den letzten 20, 25 Metern vor dem gegnerischen Tor muss man Charakter zeigen, etwas provozieren. Das haben wir heute viel zu wenig gemacht.»

Regeneration in der Nati-Pause

Die nun folgende zweiwöchige Wettkampfpause bis zum Heimspiel gegen den FC Wil am Sonntag, 16. Oktober (Anpfiff 15 Uhr), will der FCA zur Regeneration nutzen. Mit Michael Perrier wurde die Verletztenliste der Aarauer um einen Namen länger. Der Mittelfeldspieler hatte in der 58. Minute ausgewechselt werden müssen, weil es ihn im Oberschenkel zwickte. Allerdings sollte er dem Team in zwei Wochen wieder zur Verfügung stehen.

Ebenso hofft Schällibaum, dass sich Aussenverteidiger Pascal Thrier bis dahin von seiner Gesichtsfraktur erholt hat. «Das würde uns wieder Möglichkeiten in der Abwehr geben», sagt der Trainer.

Zu seinem Debüt im Dress des FCA kam gestern Nachmittag der Mitte Woche verpflichtete Nuno Da Silva. Der 22-jährige Flügelspieler konnte allerdings in der Schlussviertelstunde auch nicht mehr verhindern, dass die Null vorne stehen blieb.

Servette – Aarau 1:0 (1:0)
Stade de Genève. – 2465 Zuschauer. – SR Hänni. – Tor: 17. Nsame 1:0.
Servette: Frick; Doumbia, Mfuyi, Cadamuro; Sauthier, Maouche (79. Pont), Hasanovic, Le Pogam (76. Faug-Porret); Alphonse (83. Vitkieviez), Delley; Nsamé.
Aarau: Bucchi; Thaler, Besle, Burki, Martignoni; Jäckle, Perrier (58. Rossini); Ciarrocchi, Wüthrich (72. Da Silva), Tréand; Josipovic (72. Audino).
Bemerkungen: Servette ohne Baumann, Besnard, Caslei, Da Silva, Rodrigues (alle verletzt) und Fargues (nicht im Aufgebot). Aarau ohne Garat, Markaj, Peralta, Romano, Thrier (alle verletzt), Fekete (nicht qualifiziert) und Hunn (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 35. Besle (Foul). 73. Da Silva (Foul).

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: