Fussball
Am Dienstag starten die Schweizerinnen in die EM: Fragen und Antworten zum Turnier in Holland

Die EM der Frauen ist seit Sonntagabend eröffnet. Am Dienstag starten die Schweizerinnen mit dem Spiel gegen Österreich in das Turnier. Alles was Sie über die Veranstaltung sowie die Schweizer Mannschaft wissen müssen, erfahren Sie hier.

Etienne Wuillemin
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Die Mutter des Aufschwungs im Schweizer Frauenfussball: Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist auch während des Trainings voll und ganz mit dabei.

Die Mutter des Aufschwungs im Schweizer Frauenfussball: Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist auch während des Trainings voll und ganz mit dabei.

Keystone

1. Warum ist die EM in Holland für die Schweizer Fussballerinnen speziell?

Weil es die erste Teilnahme überhaupt ist. Zwei Jahre nach der WM in Kanada (Out im Achtelfinal), dem ersten grossen Turnier überhaupt, debütieren die Schweizerinnen nun auf höchster europäischer Ebene. Die Qualifikation verlief mit acht Siegen aus acht Spielen perfekt. Die Schweiz liess Italien hinter sich.

2. Wer ist Favorit auf den EM-Titel?

In Holland findet die elfte Europameisterschaft in der Geschichte des Frauen-Fussballs statt. Nicht weniger als acht Mal triumphierte Deutschland. Zuletzt seit 1995 sechs Mal in Serie. Logisch, führt der Titel auch diesmal über die Deutschen. Erste Herausforderer sind Frankreich und England.

Ana Maria Crnogorcevic gehört zu den Leistungsträgerinnen.

Ana Maria Crnogorcevic gehört zu den Leistungsträgerinnen.

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3. Was dürfen wir von der Schweiz an dieser EM erwarten?

Das Team hat sich intern den Viertelfinal als Ziel vorgenommen – mindestens. In der Gruppe C trifft die Schweiz ab Dienstag auf Österreich, Island und Frankreich. «Ab dem Viertelfinal ist dann alles möglich», sagt Chelsea-Star Ramona Bachmann. Das erste Spiel gegen Österreich ist kapital. Diese beiden Teams machen wohl hinter Gruppenfavorit Frankreich den zweiten Viertelfinalplatz aus. Tendenz: Vorteil Schweiz.

4. Wie heissen die grössten Schweizer Stars?

Auch an diesem Turnier werden viele Augen auf Ramona Bachmann gerichtet sein. Die 26-jährige Luzernerin ist mittlerweile seit zehn Jahren Profi. Ende 2016 wechselte sie von Wolfsburg zu Chelsea. Es sind die aufregendsten Tage ihrer Karriere. Lara Dickenmann ist 31 Jahre alt, spielt nach Jahren bei Lyon seit 2015 für Wolfsburg. Manch eine jüngere Spielerin macht sich den Spass daraus, sie «Grosle» zu nennen. Dickenmann nimmt es mit Humor. Schweizer Rekordtorschützin ist aber momentan Ana Maria Crnogorcevic. 47 Tore hat sie für die Schweiz schon erzielt. Dickenmann folgt mit 46, Bachmann mit 42. Ausserdem lohnt es sich, Lia Wälti genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie spielte vor zwei Jahren eine herausragende WM. Und ist nun fähig, eine noch prägendere Rolle einzunehmen.

Zwei der Schweizer Stars: Lara Dickenmann (links) und Ramona Bachmann.

Zwei der Schweizer Stars: Lara Dickenmann (links) und Ramona Bachmann.

Keystone

5. Wie hat sich die Schweiz auf die EM vorbereitet?

Vor gut einem Monat fand das letzte offizielle Testspiel der Schweizerinnen statt. Das 0:4 gegen England war ein Denkzettel. Doch damals fehlten einige Leaderinnen. Ab dem 26. Juni folgten zwei Trainingswochen in Magglingen. Unter anderem mit Sprinterin Mujinga Kambundji. Und einem Testspiel gegen die U16-Junioren von Xamax, das 0:1 verloren ging. Vor der Abreise nach Holland holten sich die Schweizerinnen den letzten Schliff in ihrem vertrauten Teamhotel in Bad Zurzach.

6. Welchen Anteil hat Trainerin Martina Voss-Tecklenburg an den Schweizer Fortschritten?

Einen sehr grossen. Seit die ehemalige deutsche Weltklasse-Fussballerin 2012 das Nationalteam übernahm, ging es für die Schweizerinnen steil aufwärts. Voss-Tecklenburg treibt die Professionalisierung stark voran. Und kämpft erfolgreich für mehr Akzeptanz und Beachtung in der Öffentlichkeit. Die auch rhetorisch sehr begabte Trainerin scheut es nicht, sowohl Tatsachen wie auch Probleme beim Namen zu nennen. Denn noch immer können nur die wenigsten Schweizer Fussballerinnen von ihrem Sport leben.