Arno Del Curto tritt nach mehr als 22 Jahren als Trainer des HC Davos zurück. Damit verliert der Bündner Traditionsklub eine grosse Persönlichkeit.

Der Zeitpunkt des Rücktritts ist insofern erstaunlich, als sich die Davoser zuletzt etwas gefangen und zwei der letzten drei Partien gewonnen haben. Am Sonntag setzte es bei den ZSC Lions einen 5:1-Sieg ab. Der Rückstand auf die Playoff-Ränge ist mit zwölf Punkten aber immer noch gross. Dass die Bündner nur auf dem zweitletzten Tabellenplatz liegen, hat mit den Leistungen vor heimischem Publikum zu tun. Zu Hause gewannen sie nur eines von zehn Spielen, und dies bei einem Torverhältnis von 16:48.

Del Curto hat den HCD geprägt, wie das zuvor noch kein Trainer im Schweizer Eishockey gemacht hat. Er übernahm das Amt im Jahr 1996 und führte den Traditionsklub zu sechs Meistertiteln, letztmals vor drei Jahren. Dazu kommen fünf Siege am Spengler Cup. Unter ihm schafften die Davoser auch stets die Qualifikation für die Playoffs, was sonst keinem Team der National League gelungen ist. Diese Serie droht ein Ende zu nehmen, weshalb sich die Klubführung durch den Trainerwechsel neue Impulse erhofft. Wer Nachfolger wird, ist noch offen.

Arno Del Curto war mehr als nur ein Trainer. Er war bis vor kurzem auch Sportchef des HCD und hatte im sportlichen Bereich das alleinige Sagen. Der 62-Jährige war stets getrieben von der Suche nach dem perfekten Eishockeyspiel und kam deshalb nie zur Ruhe. Unter seiner Führung waren die Davoser synonym für Tempospiel. In dieser Saison geben aber bislang mehr die defensiven Aussetzer zu reden. Und deshalb ist eine Ära zu Ende gegangen.

Nach 22 Jahren ist der Tag also gekommen - Arno Del Curto ist nicht mehr Trainer beim HC Davos. Hier die Rücktrittsmeldung von der Homepage der Bündner:

Der mittlerweile 62-jährige Bündner hat den Traditionsklub seit 1996 geprägt – nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit: fordernd und fördernd, aber auch beschützend und hilfsbereit.

Sechs Schweizer Meistertitel (2002, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015), fünf Spengler-Cup-Triumphe (2000, 2001, 2004, 2006, 2011) sowie der Vorstoss in die Halbfinals der Champions Hockey League in der Saison 2015/16 prägen das stolze Palmarès von Arno Del Curto in seiner HCD-Zeit. Arno war aber weit mehr als nur ein Erfolgstrainer. Einzigartig die leidenschaftliche Art, mit der er seine Spieler formte. Und mit einem ausgeprägten, offensiven Tempospiel hat er nicht nur die HCD-Fans, sondern sämtliche Anhänger von attraktivem, spektakulärem Eishockey während vieler Jahre begeistert.

In Arnos 23. aufeinanderfolgenden Saison als HCD-Trainer ist der Turbo ins Stocken geraten. Erstmals seit dem Wiederaufstieg 1993 droht Davos die Playoffs zu verpassen. Der Club befindet sich in seiner schwersten sportlichen Krise seit den Achtzigerjahren. Die Klubführung hofft, mit einem neuen Trainer aus dem Tief zu finden.

„Der letzte Eindruck bleibt haften“, lautet ein Sprichwort. Nicht so bei Arno. Die vielen magischen Spiele und Nächte, Wochen, Monate und Jahre, die er uns mit dem HCD beschert hat, bleiben unvergesslich.