FC Basel
Acht Spieler verliessen den FCB auf der Suche nach neuem Glück – Wurden sie fündig?

In der Winterpause wechselten gleich acht Spieler des FC Basel zu einem neuen Club – aus unterschiedlichen Gründen. Was wurde aus ihnen? Die «Schweiz am Sonntag» hat die Ex-Basler an ihren neuen Spielstätten inspiziert.

Sebastian Wendel
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Mohamed Elneny, Shelkzen Gashi oder Albian Ajeti: Sie alle verliessen Basel, um ihr Glück anderweitig zu finden.

Mohamed Elneny, Shelkzen Gashi oder Albian Ajeti: Sie alle verliessen Basel, um ihr Glück anderweitig zu finden.

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Mohamed Elneny (23).

Mohamed Elneny (23).

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Arsenal London

Schafft er das? Ist Arsenal nicht eine Nummer zu gross für Elneny? Zu Beginn schien es, als bekämen die Zweifler recht. Umso mehr, als Arsenal-Coach Arsène Wenger nach den ersten Wochen Elnenys auf der Tribüne sagte: «Er muss erst zu einem Spieler für die Premier League reifen.» Tempi passati: Wie schon beim FCB hat sich der Ägypter mittlerweile ins zentrale Mittelfeld der Londoner «reingearbeitet», seit einigen Wochen gehört er zum Stamm und erhält von den Mitspielern und Medien viel Lob. Bisheriger sportlicher Höhepunkt war der Auftritt im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals in Barcelona, als Elneny bester Arsenal-Profi auf dem Feld war und ein Tor erzielte – leider vergeblich: Arsenal schied aus der Königsklasse aus. Für die «Gunners» ist die Meisterschaft (acht Verlustpunkte hinter Leicester) die letzte Chance auf einen Titelgewinn. Auch privat passt beim London-Abenteuer für Elneny alles zusammen: Im Februar wurde er zum zweiten Mal Vater.

Zdravko Kuzmanovic (28).

Zdravko Kuzmanovic (28).

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Udinese Calcio

Ein Missverständnis von A bis Z – nicht anders ist die im vergangenen Sommer feierlich angekündigte Rückkehr von Zdravko Kuzmanovic zu bezeichnen. Weil es dem Serben mit der Übernahme der Schlüsselrolle im Zentrum zu lange dauerte, pochte er bereits ein halbes Jahr später auf die Flucht aus Basel – und ging leihweise zurück nach Italien, zu Udinese Calcio. Während ihn beim FCB keiner vermisst, wird «Kuz» im Friaul von den Fans und Medien gefeiert: Eine Lokalzeitung beschrieb ihn kürzlich als «grossen Boss, der als Initiator des Pressings von Udinese fungiert». Ein Lob, das einigermassen verwundert: Denn beim FCB fiel Kuzmanovic unter anderem durch, weil er mehr Stand- statt Lauffussball praktizierte. Egal: Für beide Seiten – für Rot-Blau und für Kuzmanovic – scheint die gefundene Lösung zu stimmen. Eine erneute Rückkehr des 28-Jährigen ist sehr unwahrscheinlich. Eher wird bald die definitive Übernahme durch Udinese verkündet.

Shkelzen Gashi (27).

Shkelzen Gashi (27).

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Colorado Rapids

Ein Stammplatz – und ein nicht zu verachtendes Gehalt. Dies sind die Gründe, die Gashi zum Abenteuer USA bewogen haben. Und der albanische Nationalspieler hat bislang alles richtig gemacht: Bei den Colorado Rapids hat er einen Stammplatz inne. Was ihm wiederum die EM-Teilnahme im Sommer sichert. Diese wäre im Fall eines Verbleibs beim FCB, wo Urs Fischer für ihn keine Verwendung mehr hatte, auf der Kippe gestanden. Alles super bei Gashi? Ja. Nur beim Jubeln sollte er sich künftig etwas zurückhalten: Nach dem Siegtor gegen LA Galaxy in der 95. Minute rannte er von der Auswechselbank über den Platz, um dem Torschützen zu gratulieren. Das brachte ihm – kein Witz – eine Spielsperre ein. Andere Länder, andere Sitten...

Yoichiro Kakitani (26).

Yoichiro Kakitani (26).

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Cerezo Osaka

Am 3. Januar feierte Kakitani seinen 26. Geburtstag, am Tag darauf erhielt er das grösste Geschenk: Der FC Basel stimmte der Rückkehr nach Japan zu seinem Stammklub Cerezo Osaka zu. Kakitani wurde in seinen 18 Monaten beim FCB nie glücklich – litt einerseits unter Verletzungen, andererseits unter der harten Führungsart von Ex-Trainer Paulo Sousa. Völlig verunsichert fand er auch unter Fischer nie zur Fröhlichkeit und Spielfreude, wegen der ihn die FCB-Bosse einst in die Schweiz holten. Zurück in der Heimat, strahlt Kakitani wieder: Er erhielt bei Cerezo die Captainbinde und führte die «Kirschblüten» in den ersten vier Spieltagen der Saison 2016 zu vier Siegen. Mit Kakitani an der Spitze will Osaka den Aufstieg in die J-League schaffen.

Ivan Ivanov (28).

Ivan Ivanov (28).

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Okomotiv Plovdiv

Noch ist der Bulgare nicht am Ziel angekommen, denn auch bei seinem neuen Arbeitgeber Plovdiv wartet er bislang auf einen Einsatz. Genauso wie zuvor zwei Jahre lang beim FCB, wo er sich hintereinander zwei Kreuzbandrisse zuzog. Doch auf Bildern aus Bulgarien sieht man den Innenverteidiger wieder lachen – ein Fortschritt im Vergleich zu seinen letzten Wochen in Basel.

Mirko Salvi (22).

Mirko Salvi (22).

Sacha Grossenbacher

FC Lugano

Er ging ins Tessin und hoffte, dort spielen zu können. Noch aber steht ihm Alex Valentini vor der Sonne, vielleicht aber schlägt bald Salvis Stunde: Valentini schwächelt, Coach Zdenek Zeman denkt über einen Goaliewechsel nach.

Albian Ajeti (19).

Albian Ajeti (19).

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FC Augsburg

Der FCB wollte mit ihm verlängern, Ajeti aber wollte mehr, nämlich einen Stammplatz. Die Folge: Das Sturmtalent schaute sich nach Alternativen um und fand eine in Augsburg. Dort ist er zwar auch keine Stammkraft, kam aber kürzlich zum Bundesliga-Debüt und wurde somit zum jüngsten Augsburger Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Die Schwaben betrachten ihn als Zukunftsprojekt.

Adonis Ajeti (19).

Adonis Ajeti (19).

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FC Wil

Ging wenige Wochen nach Zwillingsbruder Albian und beendete somit das Ajeti-Kapitel beim FC Basel endgültig. Bei den neureichen Ostschweizern pendelt der robuste und talentierte Innenverteidiger zwischen Tribüne und Stammplatz.