Abstiegskampf Super League
Trifft es Vaduz oder Sion? Einer der beiden muss den Gang in die Challenge League antreten

Sion und Vaduz machen den direkten Absteiger und die Teilnahme an der Barrage untereinander aus.

Raphael Gutzwiller
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Einer der beiden muss in die Challenge League runter: Der FC Vaduz mit Linus Obexer (links) oder der FC Sion mit Matteo Tosetti.

Einer der beiden muss in die Challenge League runter: Der FC Vaduz mit Linus Obexer (links) oder der FC Sion mit Matteo Tosetti.

Bilder: Freshfocus

Aus vier mach zwei: Am zweitletzten Spieltag verabschieden sich der FC St. Gallen und der FC Zürich aus dem Abstiegskampf. Während die Ostschweizer Lausanne gleich mit 5:0 besiegten, schafft der FCZ trotz eines 0:4 gegen Basel den Ligaerhalt. Übrig geblieben im Kampf gegen den Abstieg sind der FC Sion und der FC Vaduz. Einer der beiden muss in die Barrage, der andere steigt direkt in die Challenge League ab.

Vaduz geht aus der Pole-Position in dieses Duell in die letzte Runde vom Freitag. Da beide Teams am Wochenende mit 1:3 verloren haben, hat sich die Tabellensituation nicht verändert. Am Tabellenende stehen noch immer die Walliser mit 35 Punkten, die Liechtensteiner haben deren 36 auf dem Konto. In der letzten Runde spielt Vaduz auswärts beim FC Zürich, Sion empfängt den FC Basel.

Sion will nochmals alles aus dem Team holen

Für Sion spricht auch nicht, dass der Torjäger Guillaume Hoarau in Lugano kurz vor Schluss verletzt raus musste und im kapitalen Spiel gegen Basel fehlen könnte. Er ist einer der wenigen, der für Klasse in dieser Equipe steht. Auch in Lugano war einmal mehr augenscheinlich, dass es dieser Mannschaft an Qualität, aber auch an Charakter fehlt. Ausser dem Walliser Schlussmann Kevin Fickentscher, der seit dem Amtsantritt von Marco Walker wieder Stammgoalie ist, scheint sich keiner der Akteure vehement gegen den drohenden Untergang zu wehren.

Will die letzte Chance nutzen: Sion-Trainer Marco Walker.

Will die letzte Chance nutzen: Sion-Trainer Marco Walker.

Samuel Golay / Keystone

Walker, der unerfahrene Trainer, der angetreten ist, um das Team noch zu retten, spricht davon, dass seine Spieler zu verkrampft gewesen seien. «Für das letzte Spiel versuchen wir, die richtige Mentalität in die Mannschaft zu bringen. Der Ligaerhalt ist machbar mit diesem Team. Es ist unsere allerletzte Chance, das Maximum aus dieser Saison herauszuholen.»

Die mentalen Vorteile sprechen für Vaduz

Derweil ist die Gefühlslage beim FC Vaduz besser als im Wallis. Der Aufsteiger war in die Saison gestiegen mit dem Ziel, sich trotz dem kleinsten Budget der Liga irgendwie in der Super League zu halten. Dank einer starken Rückrunde hatten die Liechtensteiner zwischenzeitlich gar hoffen können, ohne Barrage den Ligaerhalt zu schaffen, diese Hoffnung ist inzwischen gestorben. Nun hofft Trainer Mario Frick in der letzten Runde auf Schützenhilfe des FC Basel gegen Sion, sagt aber auch: «Wir haben unser Schicksal in den eigenen Füssen. Wenn wir gewinnen, kann Sion machen, was es will.»

Zuletzt läuft nicht alles gut für Sion, aber Trainer Mario Frick glaubt an den Ligaerhalt.

Zuletzt läuft nicht alles gut für Sion, aber Trainer Mario Frick glaubt an den Ligaerhalt.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Frick lobt trotz zuletzt zwei Niederlagen in Folge seine Equipe, die wisse, worum es gehe. «Das Team hat einen tollen Charakter, wir haben viele Mentalitätsspieler. Wir versuchen im letzten Spiel alles rauszuhauen und in der Barrage den Erfolg des letzten Jahres zu wiederholen.» In der Barrage könnte es zur Wiederholung aus dem Vorjahr zwischen Thun und Vaduz kommen.

Mental hat Vaduz gegen Sion vor dem letzten Spieltag alle Vorteile auf seiner Seite in Richtung Barrage-Platz. Doch die Entscheidung bringen erst die Spiele vom Freitag. Für einen der beiden Klubs wird der Abend bitter enden.