Das Team BMC, das Silvan Dillier auf diese Saison hin mit einem Profivertrag ausgestattet hat, hat ihn fürs heutige Mannschaftszeitfahren aufgeboten. Ein Vertrauensbeweis für den 24-Jährigen, denn die Equipe rund um die Cracks Cadel Evans, Tejay van Garderen und Philippe Gilbert will im Mannschaftszeitfahren um den Sieg mitkämpfen.

«Das gibt schon etwas zusätzlichen Druck, denn es soll ja nicht an mir liegen, dass wir unser Ziel am Ende verfehlen», sagt Dillier, fügt jedoch sogleich an: «Die Disziplin liegt mir aber ganz gut. Kurze, intensive Ablösungen zu fahren und dann am Hinterrad des Teamkollegen wieder Kräfte sammeln, passt mir.»

Grosse Rennen kein Problem

Auch wegen seines Auftritts im Einzelzeitfahren, das am Mittwoch über die Bühne geht, verspürt Silvan Dillier keine besondere Nervosität. «Ich habe mich schon ziemlich daran gewöhnt, bei solch grossen Rennen zu starten. Selbst bei der Tour de Suisse war ich nicht wirklich nervös.»

Dass der dreifache U23-Europameister auf der Bahn mit einer solchen Ruhe und Gelassenheit an seine erste Elite-WM ins Spanische Ponferrada fährt, ist nicht selbstverständlich.

Aber vielleicht sind es genau diese Eigenschaften, die dem jungen Aargauer bereits in seiner ersten Profisaison zum Durchbruch verholfen haben. Ein Schritt, für den viele andere Rennfahrer mehrere Jahre brauchen – oder ihn gar nie schaffen.

«Es hat mir sicher geholfen, dass ich erst mit 24 Profi geworden bin. Mit meiner Entwicklung war ich daher schon weiter als beispielsweise ein 20-Jähriger», findet Dillier einen weiteren Grund für seinen schnellen Durchbruch.

Starke Leistungen

Neben der Tour de Suisse, wo er mehrmals in die Top 10 fuhr, erreichte er bei seinem Heimrennen in Gippingen den zweiten Platz, war der beste Jungprofi an der Wallonien Rundfahrt und hat die Schweizer Meisterschaft im Zeitfahren auf dem dritten Rang beendet. Ein beeindruckender Leistungsausweis.

Als Krönung seiner erfolgreichen Debütsaison darf Silvan Dillier nun zwei Mal an der Weltmeisterschaft starten. Ganz zufrieden ist er damit aber nicht. Insgeheim hatte er mit einer Teilnahme am Strassenrennen geliebäugelt.

«Das ist das wichtigste Rennen, da wäre ich sehr gerne gestartet. Natürlich ist auch ein Start im Zeitfahren eine tolle Sache und eine riesige Erfahrung für mich. Es wird allerdings sehr schwierig, eine gute Platzierung herauszufahren, denn ich sehe mich nicht als Zeitfahrspezialisten», sagt Dillier.

Harte Trainings

Trotzdem: Einfach nur mitfahren und schauen, was dabei herauskommt, würde nicht zur Mentalität des ehrgeizigen Aargauers passen. Er hat sich in den letzten Wochen intensiv auf die beiden Zeitfahreinsätze vorbereitet.

Auch das Profil der 47,1-Kilometer langen Strecke des Einzelzeitfahrens hat Dillier genau angeschaut. «Sie ist nicht zu bergig und nicht zu technisch. Das könnte mir liegen.»

Ein Platz in den Top 20 wäre für Silvan Dillier ein Erfolg. Und es würde nicht überraschen, wenn er auch dies Ziel erreichen würde. Es wäre der perfekte Abschluss einer starken Debütsaison.