NLA-Handball

Zwischen Coronatests und Nachwuchsförderung: So planen der HSC Suhr Aarau und der TV Endingen die Rückkehr in den Trainingsbetrieb

Während João Ferraz (l.) und sein HSC Suhr Aarau ab Montag das Mannschaftstraining wieder aufnehmen, setzt der TV Endingen von Captain Christian Riechsteiner vorerst auf Fördertrainings für den Nachwuchs.

Während João Ferraz (l.) und sein HSC Suhr Aarau ab Montag das Mannschaftstraining wieder aufnehmen, setzt der TV Endingen von Captain Christian Riechsteiner vorerst auf Fördertrainings für den Nachwuchs.

Während der HSC Suhr Aarau am Montag, 11. Mai, das Mannschaftstraining wieder aufnimmt – und sich im Vorfeld alle Spieler und Staff-Mitglieder auf das Coronavirus testen lassen – setzt der TV Endingen vorerst auf Fördertrainings für den Nachwuchs in Kleingruppen.

Den Ball in den vom Harz klebrigen Händen, den Konkurrenten im Nacken und hart Zweikämpfe – die Spieler des HSC Suhr Aarau und des TV Endingen brennen nach knapp zwei Monaten Pause förmlich darauf, endlich wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen. Gross war die Vorfreude, als der Bundesrat Ende April bekannt gegeben hatte, dass im Spitzensport ab Montag, 11. Mai, wieder mit Vollkontakt trainiert werden dürfe.

Mitten in die letzten Vorbereitungen der Vereine auf die Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings unter strengen Vorschriften platzte dann allerdings am Donnerstag, 7. Mai, die Meldung, dass die Fussball-Profiklubs nach Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings wohl keine Kurzarbeit mehr werden geltend machen können.

Nach der unverbindlichen Auskunft des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) beschloss die Mehrzahl der Super-League- und Challenge-League-Klubs die Rückkehr in den Mannschaftstrainingsbetrieb noch nicht wie eigentlich vom Bund erlaubt am Montag, 11. Mai, vorzunehmen – sondern erst einmal abzuwarten.

Obwohl die vom Seco beantwortete Anfrage zur Weiterführung der Kurzarbeit von Seiten der Swiss Football League (SFL) kam, ist davon auszugehen, dass die negative Antwort auch für die Handballvereine gilt. 

HSC nimmt Trainingsbetrieb wieder auf – und testet auf Corona

Der HSC Suhr Aarau setzt seine Pläne trotzdem wie vorgesehen um. Das heisst: Die erste Mannschaft nimmt am Montag, 11. Mai, den Trainingsbetrieb in reduzierter Form und gemäss Schutzkonzept, das der Verein auf Basis des Konzepts des Schweizerischen Handballverbandes (SHV) erstellt hat, wieder auf.

«Die Lockerung ermöglicht es uns, unter gewissen Auflagen, wieder trainieren zu können – diese Möglichkeit wollen wir im Hinblick auf die kommende Saison zu diesem frühen Zeitpunkt wahrnehmen», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli. «Ausserdem wissen wir nicht, wie Sponsoren, Fans und auch Spieler reagieren würden, wenn wir nicht beginnen würden, obwohl wir eigentlich dürften.»

Bereits am Freitag, 8. Mai, wurden alle Spieler und der Staff der ersten Mannschaft des HSC im Altius Swiss Sportmed Center in Rheinfelden von Teamarzt Dr. Lukas Weisskopf auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse liegen vor der ersten Zusammenkunft des Teams am Montag vor. Die vom Verein freiwillig vorgenommene Testaktion hatte Cheftrainer Misha Kaufmann angestossen, um zum Trainingsauftakt in gesundheitlicher Hinsicht zusätzliche Sicherheit zu schaffen.

Auch für den Fall, dass sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass die unverbindliche Auskunft des Secos nicht korrekt gewesen wäre und die Vereine auch nach dem Trainingsstart Anrecht auf Kurzarbeitsgelder hätten, ist der HSC gerüstet: «In Absprache mit dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) erfassen unsere Angestellten den üblichen Stundenrapport, auf dessen Grundlage wir entsprechend Kurzarbeit geltend machen werden», sagt Wernli.

TVE beginnt mit Fördertrainings für den Nachwuchs

Auch der TV Endingen ist von den neu aufgeflammten Diskussionen zumindest vorerst nicht betroffen. Der Surbtaler NLA-Verein setzt in einer ersten Phase seiner Pläne zur Rückkehr in einen Trainingsbetrieb auf Nachwuchsförderung – das war allerdings bereits unabhängig von den neuen Diskussionen um eine möglicherweise verhinderte Fortführung der Kurzarbeit so vorgesehen.

So sind ab Montag, 11. Mai, Fördertrainings für junge Spieler aus dem «Handball Ausbildungs Regional Zentrum Aargau Ost» (Harz Aargau Ost), dem Nachwuchsförderprogramm des TVE in Zusammenarbeit mit mehreren Vereinen aus der Region, geplant. Maximal fünf Personen inklusive Trainer je Hallenhälfte in der GoEasy Arena werden pro Trainingsgruppe daran teilnehmen. Der TVE will die Zeit dafür nutzen, hoffnungsvolle Nachwuchstalente möglichst ans Niveau der ersten Mannschaft heranzuführen und so langfristig das Kader des Fanionteams wieder etwas breiter aufzustellen.

«Das ist sicher eine vorsichtige Herangehensweise», sagt TVE-Geschäftsführer Christian Villiger und ergänzt: «Zwar wollen die Spieler der ersten Mannschaft unbedingt so schnell wie möglich zurück in die Halle, aber schlussendlich steht der Meisterschaftsbeginn erst Anfang September an. Wir können ja jetzt sowieso nicht 16 Wochen am Stück trainieren.» Wann das Fanionteam das Mannschaftstraining wieder aufnehmen wird, steht derzeit noch nicht fest.

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