Frauen NLB

Zwischen Abstiegssorgen und neuer Euphorie: Ein Rückblick auf die Saison der FCA-Frauen

Die FC Aarau Frauen können mit der Saison zufrieden sein.

Am Samstag durften die FC Aarau Frauen gegen Zürich zum letzten Mal in der jetzigen Rückrunde auf dem Aarauer Schachen antreten. Nun können sie auf eine erfolgreiche Saison 2018/2019 zurückblicken.

Platz am Tabellende, ein dunkler Winter und der vergoldete Frühling. Verletzungen, Traumtore in letzter Minute und ein Team, dass zu einer Einheit zusammengewachsen ist. In der ersten NLB-Saison der FC Aarau Frauen nach dem Abstecher in die NLA gab es alles, was das Fussballherz begehrt. Ein Rückblick auf eine durchaus gelungene Saison.

Es war ein holpriger Start, als die FC Aarau Frauen im letzten Sommer in die NLB zurückgekehrt sind. Ein neues Trainerteam, einige neue Spielerinnen. Ein junges Team, dass sich zu Beginn der Saison noch nicht wirklich gefunden hatte. Nach und nach schlichen sich Fehler im Spiel ein, in den letzten Spielen der Hinrunde liessen die Aarauerinnen unnötig Punkte liegen.

Hier können Sie das letzte Videointerview von Charles Grütter ansehen:

Trainer Charles Grütter im Abschiedsinterview.

Trainer Charles Grütter im Abschiedsinterview.

Trotzdem gab sich das Team nicht auf. Der Wille war da, auch wenn die Resultate nicht mit den Leistungen übereinstimmten. Immer wieder wurde von der „Jugendlichkeit“ in diesem frischen Team gesprochen, die aus den Köpfen der Spielerinnen gebracht werden musste. Zwar dauerte es einige Zeit, gleichwohl fand Trainer Charles Grütter aber den richtigen Weg, um sein Team wieder auf Vordermann zu bringen.

Eine Zeit, in der er auch einiges über sich selber gelernt hat. „Ich kann vieles mitnehmen. „Wie geht man damit um, wenn es im Team nicht läuft? Wie gehe ich mit verletzten Spielerinnen um. Wie reagiere ich auf negative Zeilen in den Medien? Diese Sachen haben mich sehr geprägt, teilweise auch traurig gemacht“, sagt Grütter.

Die Wende gegen den FCZ

Nach dem schwachen Winter war es also höchste Zeit, sich wieder zu fangen und die Leistungen zu stabilisieren. Wir schreiben den 23. März. Die FCA-Frauen gastieren in Zürich, auf dem Papier klar unterlegen. Mit einem direkten Eckballtor in der letzten Minute der Nachspielzeit schoss Zürcher ihr Team in Zürich zu wichtigen drei Punkten. Es war zugleich auch der Schlüsselpunkt für die Wende der Aarauerinnen. „Nach diesem Spiel habe ich mich gefühlt, als wäre ich der glücklichste Mensch auf der Erde“, analysiert Grütter.

Langsam wurde das Team wurde zu einer Einheit und die Jugendlichkeit schien besiegt. Aus dem Kampf, aus der Abstiegszone auszubrechen wurde nun der Kampf, wieder unter die besten fünf zu gelangen.

Mit neuem Teamgeist und Siegeswillen schien diese Aufgabe aber zu bewältigen. Die Aarauerinnen spielten von nun an lockerer auf, machten ihr Ding und arbeiteten sich Schritt um Schritt nach vorne. So weit nach vorne, dass sie sich mit dem Sieg gegen Zürich im letzten Spiel am Samstag den fünften Tabellenplatz gesichert haben. Nach der anstehenden Sommerpause können die FCA-Frauen also mit Euphorie in die neue Saison starten. Nur einen grossen Abschied müssen sie hinnehmen. 

Schwerer Abschied

Es sollte nämlich nicht nur das letzte Saisonspiel, sondern auch die letzte Partie von Charles Grütter sein. „Die Spielerinnen sind mir ans Herz gewachsen. Ich verlasse Aarau mit einem weinenden Auge“, sagt Grütter zum Abschied. Seine Nachfolge wird Guerino Luongo antreten, derzeit tätig beim FC Baden. Durch Sportkoordinator Andreas Zürcher hat er seinen Weg nach Aarau gefunden. „Ich kenne ihn. Er ist ein ganz anderer Typ als ich. Aber ich denke, dass er seinen Job hier sehr gut machen wird“, sind Grütters abschliessende Worte.

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