FC Aarau
Zweiter Sieg in Serie für den FC Aarau: Die jungen Wilden sorgen in Chiasso für eine Premiere

Zum ersten Mal in dieser Saison fährt der FC Aarau gegen den FC Chiasso einen Sieg ein. Elsad Zverotic, Liridon Balaj und Markus Neumayr sorgen mit ihren Toren beim hart umkämpften Spiel für den 3:1-Erfolg. Damit belegen die Aarauer nun in der Tabelle neu Platz 6.

Sebastian Wendel, Ruedi Kuhn
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Tabellenschlusslicht Chiasso begegnet dem FCA auf Augenhöhe, muss sich jedoch am Ende deutlich geschlagen geben.
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Der FC Aarau überzeugt mit Solidarität, Kampfwille, Laufbereitschaft und Aggressivität in Chiasso.
160 Zuschauer besuchten die Partie zwischen Chiasso und Aarau im Stadion Comunale Riva IV.
Patrick Rahmen findet bei seiner Mannschaft die richtigen Worte für die aktuelle Lage.
Bitterer Auftritt von Jérôme Thiesson: Der Routinier muss 6 Minuten nach seiner Einwechslung wegen einer Verletzung vom Platz.
Francois Affolter muss in der zweiten Halbzeit den eingewechselten Jérôme Thiesson ersetzten.
Donat Rrudhani setzt sich durch.
Chiasso bleibt in der zweiten Hälfte harmlos in der Offensive.
FCA-Captain Elsad Zverotic sorgt für Ordnung in der Verteidigung.
Nicholas Ammeter macht lautstarke Ansagen.
Elsad Zverotic im Zweikampf mit Ex-Aarauer Patrick Rossini.
Viel Kampf prägt die erste Hälfte.
Besonders attraktiv sind die ersten 45 Minuten nicht, die beiden Teams können sich nur wenige Chancen erarbeiten.
Liridon Balaj sichtlich genervt – die erste Hälfte ist definitiv kein fussballerischer Leckerbissen.
Fussball, Challenge League: FC Chiasso - FC Aarau (26.06.20)
Ein paar Chiasso-Fans unterstützen ihre Mannschaft ausserhalb des Stadion.
Chiasso-Trainer Alessandro Lupi peitscht sein Team nach vorne.
Dreikampf an der Grenze: Yvan Alounga muss gegen zwei Chiasso-Spieler hart einstecken.
Erneut in der Startformation: Patrick Rahmen schenkt Youngster Yvan Alounga das Vertrauen.
Chiasso-Stürmer Patrick Rossini vor dem Duell gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Tabellenschlusslicht Chiasso begegnet dem FCA auf Augenhöhe, muss sich jedoch am Ende deutlich geschlagen geben.

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Wie motiviert ein Trainer eine Mannschaft, die im Tabellenkeller der Challenge League klassiert ist, aber nicht absteigen kann? Einfach deshalb, weil es keinen Absteiger gibt. Gar nicht so einfach: Aber halt! Da gibt es Begriffe und Reizpunkte wie Prestige, Ehre und Stolz. Und da gibt es natürlich auch noch den Umstand, dass die Spieler in dieser Endphase der Meisterschaft Werbung in eigener Sache machen müssen, um in Zukunft weiterhin im Profigeschäft einen Platz zu haben.

Patrick Rahmen findet bei seiner Mannschaft die richtigen Worte für die aktuelle Lage.

Patrick Rahmen findet bei seiner Mannschaft die richtigen Worte für die aktuelle Lage.

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Patrick Rahmen, der Trainer des FC Aarau, hat vor dem Spiel in Chiasso noch einen weiteren Ansatz gefunden: «Es braucht mehr als das gute Spiel gegen Wil, um den desolaten Auftritt beim 0:5 gegen GC vor einer Woche gutzumachen. Wir vom Trainerstaff und die Mannschaft haben eine Verantwortung gegenüber unseren Sponsoren und Fans, die dem FC Aarau in der Coronakrise sehr solidarisch gestimmt sind.»

Kein Schönheitspreis in Chiasso

Man war also gespannt, welches Gesicht der FC Aarau nach dem Debakel gegen GC und dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Wil im Tessin zeigen wird. Antwort: Werbung in eigener Sache hat der FC Aarau beim Tabellenletzten Chiasso vor der trostlosen Kulisse von nur 160 Zuschauern im Stadio Riva IV zwar keine gemacht. Von Spielkultur oder gar Spektakel war wenig bis nichts zu sehen.

Aber: Rahmens Mannschaft hat mit dem 3:1-Erfolg die resultatmässige Pflicht erfüllt. Und sie hat wiederum in den Basics überzeugt: Solidarität, Kampfwille, Laufbereitschaft, Aggressivität. Gegen Ende der Partie nutzte Aarau die Müdigkeit des Heimteams resolut aus und gewann verdient mit 3:1. Nochmals Trainer Rahmen: «In Chiasso gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Wir haben den Kampf angenommen, das war das wichtigste, dann kommt das gute Resultat von alleine.»

Nach einer von taktischem Geplänkel und entsprechend viel Langeweile geprägten ersten Halbzeit kam nach der Pause etwas Leben in die Bude. Ein erstes Zeichen setzte der mit zunehmender Spieldauer immer stärker werdende Marco Schneuwly nach 52 Minuten, er sah seinen Volleyknaller aus 15 Metern jedoch von der Lattenoberkante ins Aus prallen.

Der FC Aarau überzeugt mit Solidarität, Kampfwille, Laufbereitschaft und Aggressivität in Chiasso.

Der FC Aarau überzeugt mit Solidarität, Kampfwille, Laufbereitschaft und Aggressivität in Chiasso.

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Kurz darauf der nächste Aarauer Lattenschuss durch Liridon Balaj: Doch dieses Mal blieb der Ball im Spiel, kam zu Captain Elsad Zverotic und der erzielte im zweiten Anlauf die Gästeführung. Das 1:0 hatte nicht lange Bestand, ein Eigentor von Raoul Giger führte zum Ausgleich.

Es folgte ein kurzzeitiger Schlagabtausch, doch wie schon gegen Wil bäumte sich Aarau auch in Chiasso nach dem zwischenzeitlichen Rückschlag auf und verdiente sich die späten Tore zum 3:1: Erst traf Balaj nach herrlichem Zuspiel von Olivier Jäckle. In der Nachspielzeit markierte der zuletzt arg gescholtene und auch gegen Chiasso lediglich eingewechselte Markus Neumayr das Schlussskore.

Jetzt folgt für die Jungen die Bewährungsprobe

Fazit der Partie? Sicherlich die Erkenntnis, dass Trainer Rahmen drei Tage nach dem 4:1 gegen den FC Wil wiederum der gleichen Startformation mit sechs 22-jährigen oder jüngeren Spielern vertraute und erneut Recht bekam. Mehr noch: Die jungen Wilden sorgten für eine Premiere – zum ersten Mal in der laufenden Saison gewann der FC Aarau zwei Spiele in Folge.

Zverotic, in Chiasso Captain, Torschütze und leidenschaftlicher Anführer, sagt: «Die Jungen haben die Chance genutzt und sich in den Vordergrund gespielt. Die Basis ist gelegt, jetzt aber müssen sie dranbleiben und gegen die nächsten Gegner den gleichen Biss an den Tag legen.» Diese heissen Winterthur und Lausanne. Zweifellos härtere Brocken als in dieser Woche Wil und Chiasso.

Das Telegramm

FC Chiasso – FC Aarau 1:3 (0:0)

Comunale Riva IV. – 160 Zuschauer. – SR: Turkes. – Tore: 65. Zverotic (Balaj) 0:1. 72. Eigentor Giger 1:1. 85. Balaj (Zverotic) 1:2. 92. Neumayr (Rrudhani) 1:3.

Chiasso: Jacot; Hajrizi, Piccinni, Gamarra; Aliu (70. Cyzas); Dixon (75. Iberdemaj), Bahloul, Huser, Hadzi; Pollero (59. Almeida, 75. Wolf), Rossini.

Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Zverotic, Lujic (46. Peralta); Balaj, Hammerich (46. Thiesson, 52. Affolter), Jäckle, Misic (62. Rrudhani); Schneuwly, Alounga (86. Neumayr).

Bemerkungen: Chiasso ohne Doldur, Martignoni (beide gesperrt), Bellante, Bnou Marzouk, Conus, Kryeziu, Malinowski (alle verletzt), Aquaro, D’Ippolito, Martorana, Nzila-Junior und Zahaj (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Gashi, Schindelholz, Thaler (alle verletzt), Corradi, Hübel und Mehidic (alle nicht im Aufgebot). – 52. Thiesson verletzt ausgeschieden. 52. Lattenschuss Schneuwly. 65. Lattenschuss Balaj, im Nachschuss trifft Zverotic zum 1:0. 75. Almeida verletzt ausgeschieden. – Verwarnungen: 68. Hajrizi, 70. Rossini (beide Foulspiel).

Spiel verpasst? Lesen Sie hier den Verlauf der Partie im Ticker nach: