Rollhockey
Zwei Schwestern fahren an die WM nach Frankreich

Naomi und Leonie Plüss sind zwei von fünf Vordemwalderinnen im Schweizer Rollhockey WM-Kader. Die Schweizerinnen fahren mit viel Vorfreude und realistischen Zielen zum grossen westlichen Nachbarn.

Pascal Kamber
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Nicht nur anatomisch müssen Rollhockey-Spielerinnen beweglich sein, sondern auch terminlich gilt es sich auf verschiedene Trainings- und Matchtermine einzustellen.

Nicht nur anatomisch müssen Rollhockey-Spielerinnen beweglich sein, sondern auch terminlich gilt es sich auf verschiedene Trainings- und Matchtermine einzustellen.

OTTO LUESCHER AARAU

Wenn an diesem Sonntag in Tourcoing im Norden Frankreichs die Rollhockey-Weltmeisterschaft der Frauen eröffnet wird, legt man in Vordemwald ein besonderes Augenmerk auf das Abschneiden der Schweizer Nationalmannschaft. Mit Stephanie Moor, Tanja Kammermann, Celina Ellenberger sowie den Geschwistern Leonie und Naomi Plüss haben gleich fünf Spielerinnen den Sprung ins Kader von Trainer Simon von Allmen geschafft, die im Meisterschaftsalltag ihre Rollschuhe für den RHC Vordemwald umschnüren.

Talentschmiede Vordemwald

«Wir sind eine der stärksten Mannschaften der Schweiz und haben das mit gewonnenen Meistertiteln in den letzten Jahren öfters bewiesen», scheint Naomi Plüss einen Grund für den hohen Anteil an Vordemwalder Spielerinnen gefunden zu haben. «Im Gegensatz zu anderen Teams in der Meisterschaft sind wir ein junges Team mit viel Potenzial für die Zukunft, das harmonisiert», erzählt Plüss weiter.

Obwohl die 18-jährige Vordemwalderin bereits einige Aufgebote für die Schweizer Nationalmannschaft vorweisen kann, tritt sie am Sonntag erstmals an einer WM in den Landesfarben auf. Dennoch hält sich ihre Aufregung vor der Premiere in Grenzen. «Es ist mehr Freude und Ehre zugleich, für die Nationalmannschaft zu spielen, schliesslich haben nur wenige den Sprung in die WM-Auswahl geschafft», sagt Naomi Plüss, die ausserdem von einer neuen Erfahrung spricht. Dass ihre um drei Jahre jüngere Schwester Leonie ebenfalls in Tourcoing WM-Luft schnuppern darf, freut die Verteidigerin umso mehr. «Das ist eine schöne Sache, ich spiele gerne mit ihr», sagt die angehende Werbetechnik-Gestalterin.

Duell mit dem Gastgeber

Nach vereinzelten Zusammenzügen im Frühjahr haben sich Naomi Plüss und ihre Mitspielerinnen seit September intensiv auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Beinahe jeden Sonntag wurde, ergänzend zu den zwei bis vier Übungseinheiten unter der Woche mit dem Klub, im Kanton Uri oder in Diessbach trainiert. «Inzwischen sind einige Fortschritte erkennbar», sagt Naomi Plüss. Der Mannschaftsbus mit den Schweizerinnen wird heute Donnerstag nach Tourcoing reisen, anschliessend stehen bis zum offiziellen Turnierauftakt am Sonntag noch ein paar Trainingseinheiten vor Ort an.

Realistisches Ziel in schwieriger Gruppe

Die Schweizerinnen werden erst am Montag ins Geschehen eingreifen und dabei eine Partie mit wegweisendem Charakter austragen. Um sich eine gute Ausgangslage zu verschaffen, muss am Montag (16.30 Uhr) gegen die USA ein Sieg her – schliesslich soll nach Platz 9 vor zwei Jahren in Recife heuer die Qualifikation für die Viertelfinals angestrebt werden. «Ein Platz in den Top-8 ist ein realistisches Ziel», meint Naomi Plüss. Zum Abschluss der Gruppenphase wartet am Dienstag (19.30 Uhr) niemand Geringeres als Gastgeber und Titelverteidiger Frankreich auf die Schweizerinnen. «Dieses Duell wird sicher interessant», sagt Naomi Plüss, «die Erwartungen in Frankreich sind hoch, deshalb sind sie sicher etwas nervöser als wir.»