Laufsport
Zwei Rekorde und eine Vreneli-Flut am Badener Limmat-Lauf

Die 14. Austragung des Badener Limmat-Laufes, welcher zur AZ-Goldlauf-Serie zählt, verzeichnete mit 1500 Klassierten einen Teilnehmerrekord. Dazu kam ein fantastischer neuer Streckenrekord durch die Schweizer Crossmeisterin Fabienne Schlumpf.

Jörg Greb
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Impressionen des 14. Badener Limmat-Laufs
10 Bilder
Männer-Sieger Fikru Guta musste für seinen Erfolg nicht ans Limit gehen.
Die Läuferinnen und Läufer auf der Brücke im Roggenboden über die Limmat.
Monika Vogel aus Dottikon belegte als beste Aargauerin den sechsten Rang.
Samuel Keller aus Gebenstorf schaffte es als Dritter aufs Podest.
Trotz Teilnehmerrekord mit 1500 Startenden gabs der Limmat entlang kaum Staus.
Unverwüstlich: Hansjörg Brücker aus Baden schaffte es auch mit 51 Jahren als Neunter in die Top 10 der Gesamtwertung.
Siegerin Fabienne Schlumpf pulverisierte den bisherigen Streckenrekord.
Drei Kilometer vor dem Ziel distanzierte Sieger Fikru Guta (links) den zweitplatzierten Fabian Kuert.
Monika Vogel – mit wehenden Haaren dem Ziel entgegen.

Impressionen des 14. Badener Limmat-Laufs

Foto Wagner

«Ich bin hierhergekommen, um mich zu fordern, zu siegen und den Streckenrekord zu attackieren», sagte Martina Strähl im Badener Aue-Stadion. Sechs Goldvreneli waren für einen Rekord ausgesetzt. Diese Perspektive wirkte auf die Berglauf-Europameisterin und Top-Strassenläuferin besonders verlockend.

Unmittelbar vor dem Startkommando schrieb sie diese Ambition aber ab. Neben sich entdeckte Strähl Fabienne Schlumpf. Schlumpf ist die Schweizer Langstrecklerin der Gegenwart. Sie hat sich al neue Rekordhalterin über 3000 m Steeple und WM-Teilnehmerin im Herbst ebenso profiliert, wie jüngst als Schweizer Meisterin im Crosslauf und über 10 km auf der Strasse.

Schlumpfs Start entsprach einem Spontanentscheid: «Nach der Strassenlaufmeisterschaft fühlte ich mich während der ganzen Woche müde, aber am Samstagmorgen mit dem Prachtswetter packte mich die Wettkampflust.» Statt des geplanten Tempodauerlaufes setzte sie sich in Wetzikon in den Zug, fuhr nach Baden, bezahlte Startgeld und Nachmeldegebühr und machte sich für den Limmatlauf bereit.

Über eine Minute schneller als bisherige Bestzeit

Und Schlumpf setzte ein Zeichen. Die 23-Jährige gewann das Rennen mit einem Vorsprung von 48 Sekunden auf Strähl. Mit ihrer Siegerzeit von 46:17 Minuten pulverisierte sie den fünfjährigen Streckenrekord der Deutschen Jutta Brod (3.) um nicht weniger als 1:02 Minuten. Zudem gewann sie auch die Sprintwertung nach 3,8 Kilometern. «Ich hatte offenbar das richtige Näschen», lachte Schlumpf.

«Keine Ahnung» habe sie gehabt, wo dieser Sprint stattfinde, «aber 100 m davor überholte ich Martina, die bis zu diesem Zeitpunkt geführt hatte, und erhöhte den Rhythmus». Die Auslagen für den Lauf holte Schlumpf so spielend wieder herein: Sechs Mal 210 Franken (Gegenwert Goldvreneli), 200 Franken Sprintprämie und ein Gutschein über 100 Franken für den Tagessieg schauten heraus.

Da musste sich Martina Strähl mit weniger bescheiden. Trotzdem freute sich auch die 27-Jährige: ob ihrer Leistung. Auch sie blieb unter dem alten Streckenrekord. Damit erhielt sie die Bestätigung, dass «die Form stimmt». Gerade diese Sicherheit kann sie gut gebrauchen. Gesundheitlich hatte sich Strähl in den letzten Wochen immer wieder gebremst gefühlt, wohl hervorgerufen durch allergische Reaktionen auf Pollen.

Neue Dimensionen gab es auch bezüglich Teilnehmerinteresse: 1500 Startende, allein 1100 über die Hauptdistanz. Einer Steigerung um über 20 Prozent entspricht dies. Weil das Interesse bereits im Vorfeld auf eine solche Entwicklung hin tendierte, entschieden sich die Organisatoren kurzfristig, die Startenden in vier Blöcken gestaffelt auf die Strecke zu schicken.

Guta wiederholt Vorjahressieg

Er lächelte und war kaum ausser Atem. Fikru Guta, der in Villmergen wohnhafte Äthiopier, gewann den Limmatlauf wie schon 2013. Und er tat dies, ohne seine Limiten anzutasten. Rund drei Kilometer vor dem Ziel setzte er sich von seinem letzten Begleiter ab, dem Langenthaler Fabian Kuert. 12 Sekunden betrug im Ziel dessen Rückstand auf Guta. Das Duo Guta/Kuert rasch aus den Augen verloren hatte der drittplatzierte Samuel Keller.

Er benötigte über drei Minuten mehr als Kuert. Für den 22-jährigen Gebenstorfer war es dennoch ein Erfolgserlebnis. 19 Sekunden lief der OL-Spezialist schneller als letztes Jahr. Platz 9 erkämpfte sich der Mann mit «der Startnummer 1 auf Lebzeiten», Hansjörg Brücker. Einmal mehr eine höchst beachtliche Leistung des 51-jährigen Badeners.

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