Handball

Zwei Punkte für Tabelle und die geschundene Moral

Der TVE-Mann Karlo Ladan (Mitte) im Sandwich der Aargauer Joel Kaufmann (l.) und Niklas Stegefelt (r.) - auch gegen die Solothurner überzeugten die Badner mit guter Teamleistung.

Der TVE-Mann Karlo Ladan (Mitte) im Sandwich der Aargauer Joel Kaufmann (l.) und Niklas Stegefelt (r.) - auch gegen die Solothurner überzeugten die Badner mit guter Teamleistung.

In einer hart umkämpften Partie holt Städtli 1 gegen das Überraschungsteam aus Solothurn das angestrebte Erfolgserlebnis. Nach vier Niederlagen in fünf Spielen konnten die Aargauer nun endlich punkten und sich so etwas vom aufgestauten Frust auf der Seele befreien.

Vier Niederlagen in fünf Spielen: So hatte sich Städtli 1 den Saisonstart nicht vorgestellt. Zwar musste man angesichts der Gegner damit rechnen, aber Niederlagen – auch knappe und ganz besonders die unglücklichen – liegen einem trotzdem auf der Seele. Das logische Badener Motto in der Vorbereitung auf das zweite Heimspiel: «Jetzt müssen Punkte her!»

Entsprechend motiviert stieg Städtli 1 in der neuerdings strahlend hell erleuchteten Aue in das Heimspiel gegen Solothurn, das seinerseits ebenfalls voll zur Sache ging. Die Schiedsrichter hatten denn auch gleich alle Hände voll zu tun und bereits in der 11. Minute ihr Kontingent an gelben Karten verteilt.

Ab dann setzte es Zeitstrafen, und auch das nicht wenige: Insgesamt 13 Stück (fünf für Baden, acht für Solothurn), wobei das Verhältnis etwas ausgeglichener gewesen wäre, wenn ein Solothurner in der zweiten Halbzeit nicht versehentlich zu früh wieder aufs Feld zurückgeeilt wäre. Nicolo Moggi (2/2) erhielt dafür gleich noch eine Zweiminutenstrafe aufgebrummt – was dummerweise seine dritte war und gleichbedeutend mit einem Platzverweis. Immerhin kommt der untröstliche Pechvogel ohne Rapport davon.  

Zurück zum Spiel: Baden vermochte sich schnell einen kleinen Vorteil herauszuspielen und lag konstant mit einem, zwei Toren in Front. Auf der anderen Seite wurde Routinier Marco Kurth (9/15) seinem Renommee gerecht und sorgte als Regisseur und konstanter Gefahrenherd mit Kreisanspielen und Einzeldurchbrüchen dafür, dass Solothurn den Anschluss nicht verlor und zum Pausentee lediglich 15:12 hinten lag.

Städtli 1 hatte sich da schon den einen oder anderen technischen Fehler geleistet und startete denkbar schlecht in die zweite Halbzeit: In fünfeinhalb Minuten wurde aus dem 15:12 ein 15:16, und erst in der 37. Minute gelang Pascal Bühler (6/10) der erste Treffer für das Heimteam.

Baden übernahm zwar fortan wieder das Zepter, schaffte es aber nicht, sich entscheidend abzusetzen. Solothurn blieb hartnäckig dran und hatte seine Emotionen dabei öfters nicht im Griff. Das führte zu zahlreichen Zeitstrafen – darunter die bereits erwähnte Kuriosität und eine wohl spielentscheidende Situation: In der 57. Minute wurde Marco Kurth für eine Unbeherrschtheit auf der Spielerbank mit einer Auszeit bedacht. Da stand es 24:23 und der Ausgang des Spiels war noch völlig offen.

Remo Hochstrasser (3/3) nutzte die Gunst der Minute: Zuvor kaum in Erscheinung getreten, legte der Badener einen lupenreinen Hattrick hin und sorgte damit für jene drei Tore Unterschied, die letztlich gleichbedeutend mit zwei Punkten für Städtli 1 waren.

Ein hochwillkommener Sieg. Balsam auf die geschundene Badener Seele.

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