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Zwei neue Meister und ein Routinier

Die drei besten Schützen bei den Ordonnanzwaffen: (von links) Sascha Wicki (Villigen/2.), Walter Schumacher (Villnachern/1.) und Urs Berner (Villigen/3.).

Die drei besten Schützen bei den Ordonnanzwaffen: (von links) Sascha Wicki (Villigen/2.), Walter Schumacher (Villnachern/1.) und Urs Berner (Villigen/3.).

Willi Huwiler (Kirchleerau/Freie Waffen), Matthias Lüscher (Gontenschwil/Standardgewehr) und Walter Schumacher (Villnachern/Ordonnanzwaffen) heissen die Aargauer Liegendmeister der 300-m-Gewehrschützen.

Keiner der drei Titelverteidiger behauptete seine Leaderstellung. Am nächsten kam diesem Vorhaben der Teufenthaler Peter Haltiner bei den freien Waffen. Der ferienerholte Bademeister schoss wie im Vorjahr 593 Punkte. Dieses gute Resultat reichte nicht zur neuerlichen Goldmedaille. Routinier Willi Huwiler beendete sein Pensum mit 594 Zählern. Der 62-jährige Kirchleerauer erreichte mit den ersten 30 Schüssen das Maximum von 300 Ringen.

Danach begann ein leichtes Nervenflattern mit restlichen Zehnerpassen von 98, 99 und 97 Punkten. Nach einem früheren Medaillengewinn und dem letztjährigen 4. Rang feierte der Präsident der FSG Moosleerau so seinen ersten Aargauer Meistertitel. „Ich blicke auf ein gutes Schützenjahr zurück“, resümierte er zufrieden, „heute passte alles zusammen.“

Überraschender Gontenschwiler

„Wer ist dieser Matthias Lüscher?“, fragten sich die arrivierten Standardgewehrschützen auf der Regionalschiessanlage Lostorf in Buchs. Den 42-jährigen Gontenschwiler hatte niemand auf der Favoritenrechnung. Der Wynentaler Aussenseiter nahm nach gutem Beginn den Schwung während des vollen 60-Schuss-Programmes mit. Matthias Lüscher bestritt die Aargauer Liegendmeisterschaft zum ersten Mal.

Weil er bisher keine Matchprogramme schoss, setzte er sich keine konkrete Rangierung zum Ziel. „Ich strebte ein gutes, konstantes Resultat an“, sagte nach einem Exploit mit 587 Punkten. „Ich bin ein Programm mit 60 Schüssen nicht gewohnt.“ Dies sei sein bisher grösster Erfolg, der ihn für die Zukunft motiviere.

Rang 2 ging an Routinier Jörg Fankhauser, der um einen Zähler hinter Lüscher blieb. Der Rombacher hatte am Vormittag als Neuling bei den freien Waffen überraschend Bronze herausgeschossen und erwies sich damit als erfolgreichster Schütze des Tages. „Mit dem Standardgewehr liefs mir während des ganzen Jahres gut“, freute er sich über die Silbermedaille.

Walter Schumacher „explodierte“

Wieder einmal für eine spezielle Geschichte sorgten die Gebrüder Hans und Walter Schumacher (Brugg/Villnachern), die gleichzeitig für die Organisation des Anlasses verantwortlich zeichneten. Hans schoss mit dem aufgerüsteten Sturmgewehr 57 am Vormittag für seine Verhältnisse mässige 558 Punkte, passend zu seiner durchzogenen Saison.

So lags an Walter, die Schumacher-Ehre zu retten.Aber mit seinem Sturmgewehr stimmte etwas nicht. Deshalb wechselte er auf die Waffe seines Bruders. Nach halbem Pensum lag er mit 286 Punkten bereits klar an der Spitze. Dann liess er 14 Volltreffer in Serie folgen und steuerte auf einen neuen Aargauer Rekord bei den Ordonnanzwaffen zu. Aber zuletzt zollte er seiner hohen Kadenz Tribut.

Mit der letzten Zehnerpasse kam er nur auf 91 Zähler, womit er den 574er-Kantonalrekord von Bernhard Kessler lediglich egalisierte. Zum Aargauer Meistertitel reichte dieses Resultat aber mit grossem Vorsprung. Für Walter Schumacher ists der zweite Titelgewinn nach 2013. „Das ist eine schöne Abrundung zum Sieg im Ständematch am Eidgenössischen Schützenfest im Wallis“, freute sich Walter, und Hans, bei diesem Erfolg im Sommer Teamkollege, nickte nebenan einvernehmlich.

Wenig, aber konstantes Licht

111 Teilnehmer absolvierten die Aargauer Liegendmeisterschaft in Buchs. Wohl herrschte trübes Wetter, doch die Hochnebeldecke bescherte konstante Lichtverhältnisse. Damit fanden sich nicht alle Schützen optimal zurecht. Aber der Spitzenkampf um die Medaillen verlief durchwegs auf hohem Niveau, gekrönt vom Aargauer Rekordresultat von Walter Schumacher.

Für Aufsehen sorgte der Einstand von Svenja Tota an diesem Anlass. Das 17-jährige Fricktaler Talent schoss mit dem Sturmgewehr 90 auf Anhieb 546 Punkte und stiess damit in die vordere Ranglistenhälfte vor. Ältester Teilnahmer war der 75-jährige Strengelbacher Anton Marti, der bei den Ordonnanzwaffen mit 552 Ringen den beachtlichen 12. Rang erreichte.

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