Fussball
Zwei Jokertore sorgen für Unentschieden im Kellerduell

Trotz deutlichem Chancenplus kommt Schlusslicht Küttigen gegen Koblenz nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt somit im Besitz der roten Laterne.

Jonas Manouk
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Um Haaresbreite: Küttigens Dominik Nünlist (links) klärt spektakulär vor Koblenz’ Ugur Unayuk. Gerry Frei

Um Haaresbreite: Küttigens Dominik Nünlist (links) klärt spektakulär vor Koblenz’ Ugur Unayuk. Gerry Frei

GERRY FREI

94. Minute: Der Ball kommt über Umwege zu Küttigens völlig frei stehenden Qendrim Kolica, der sich das Spielgerät in aller Ruhe präparieren kann. Doch der kosovarische Flügelspieler sieht seinen Versuch zum Entsetzen der Mehrheit der Zuschauer zuerst von Koblenz-Hüter Cihan Ceylan pariert, bevor ein Verteidiger in extremis auf der Linie klärt. Es wäre das hochverdiente Siegtor für die aufopfernd kämpfende Truppe von Trainer Rino Luogo gewesen und hätte Küttigens Situation im Abstiegskampf markant verbessert.

Gefühlte Niederlage

So aber musste Luogo nach Spielschluss enttäuscht konstatieren: «Das 1:1 ist für uns eine gefühlte Niederlage. Es ist einfach nur bitter.» Und tatsächlich hätte seine Mannschaft nach bereits 20 Minuten mit zwei oder gar drei Toren in Führung liegen müssen. Doch immer wieder scheiterten die engagierten Küttiger am eigenen Unvermögen, am Aluminium oder am stark aufspielenden Koblenzer Keeper Ceylan. «Für unsere Leistung ist der Punkt heute ein fürstlicher Lohn», gestand der 21-jährige Koblenzer Schlussmann nach Spielschluss ein. Mit diesem Punkt halten er und sein Team die Küttiger weiterhin sechs Punkte auf Distanz. Die «Frösche» hingegen bleiben am Tabellenende kleben.

Zwei Joker-Tore in sechs Minuten

Trotz einer Vielzahl verpasster Chancen musste Küttigen aber auch froh sein über den Punktgewinn. Denn zehn Minuten vor dem Ende geriet es entgegen dem Spielverlauf nach einer Unachtsamkeit in der Defensive in Rückstand – Koblenz-Joker Leotrim Shabani musste nur noch einschieben. Doch keine sechs Zeigerumdrehungen später stach auch auf der Gegenseite der Joker: Der kurz zuvor eingewechselte Giovanni Ferarelli hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze per Dropkick zum hochverdienten Ausgleich in die Maschen – zum dringend benötigten Sieg reichte es aber nicht mehr.

Das grosse Hadern

Küttigen-Trainer Luogo war nach dem Spiel sichtlich geknickt und bediente sich bei seinem Spielfazit einer alten Fussballer-Weisheit: «Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie dann halt hinten. Diese Regel wird auch in 100 Jahren noch gelten. Wir sind heute einfach selber schuld.» Trotz dem nach wie vor relativ grossen Rückstand auf den rettenden elften Rang denkt Luogo jedoch noch lange nicht ans Aufgeben: «Solange der Ligaerhalt rechnerisch möglich ist, gebe ich die Hoffnung nicht auf.» Fast hätte Kolica Sekunden vor dem Abpfiff dieser Hoffnung neue Nahrung gegeben – doch er vergab den Matchball. Und so blieb Trainer Luogo abschliessend nur, eine weitere Floskel zu bemühen: «Wenn du kein Glück hast, kommt meist auch noch Pech hinzu.»

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