Vor 93 Tagen standen sich der JJJC Brugg und der JC Cortaillod-Neuchâtel im Final der NLA-Mannschaftsmeisterschaften letztmals gegenüber. Mit dem besseren Ende für die Brugger. Mit dem 8:6-Sieg (35:30 Wertungspunkte) verteidigte Brugg seinen Meistertitel und holte diesen zum insgesamt achten Mal in Folge. Ohne die beiden Top-Cracks Ciril Grossklaus und Domenic Wenzinger gelang Trainer Martin Nietlispach damals die Vorentscheidung mit zwei Siegen über Alexandre Bürli in der Kategorie bis 73 kg.

In derselben Kategorie konnte Bürli im ersten Aufeinandertreffen der neuen Saison den ersten Sieg für Cortaillod einfahren. Nach einer Disqualifikation von Elias Wenzinger im dritten Kampf konnten die Gäste aus Neuenburg erstmals punkten. Die Basis zu einem erneuten Brugger Erfolg legte der erst 17-jährige Neuzugang Otto Imala. Dem jungen Kämpfer aus Basel gelang der Lucky Punch gegen den Belgier Natan Gielis in der Kategorie bis 100 kg, womit er seinen ersten NLA-Kampf gleich siegreich gestalten konnte. «Mit dieser starken Leistung bin ich natürlich sehr zufrieden», sagte Brugg-Trainer Nietlispach.

Wenzinger kämpfte gegen 100-Kilo-Männer

Weniger zufrieden sein dufte er ab dem Resultat von Domenik Wenzinger, einem seiner beiden Topathleten, die im Final aufgrund internationaler Titelkämpfe nicht mit dabei waren. Wenzinger verlor seine beiden Duelle gegen Marvin de la Croes. Wenzinger, der normalerweise in der Kategorie bis 90 kg kämpft, trat jeweils in der +100-Kategorie an und verlor die ungleichen Kämpfe mit 25 Kilo Gewichtsunterschied. «Er hatte ein sehr schweres Los. Im ersten Kampf liess er sich überraschen, den zweiten hätte er dann gewonnen, wenn alles mit rechten Dingen zu- und hergegangen wäre», sagt Nietlispach.

Gemeint hat er damit die Leistungen der Schiedsrichter, die einen schwachen Auftritt zeigten. Dieser beinhaltete das falsche Anzeigen eines Gewinners nach dem Kampf, mehrere kuriose Strafpunkte sowie die unsichere Kommunikation von Wurfwertungen. «Sie lagen schon sehr oft daneben mit ihren Entscheidungen. Jedoch waren diese Fehlentscheide in beide Richtungen, auch wenn es am Schluss vermehrt gegen uns gelaufen ist», fasste Nietlispach zusammen.

Zwei Forfait-Wertungen für Brugg

Dass der Sieger zum Ende dann doch Brugg hiess, war einer gewissen Logik zuzusprechen. Wie bereits im Final konnte Cortaillod eine Kategorie nicht besetzten, was zu zwei Forfait-Siegen für Brugg führte. In Verbindung mit den beiden wie erwartet souveränen Siegen durch Ciril Grossklaus, dem aktuell besten Schweizer Judoka der -90-Kategorie, wäre alles andere als ein Brugger Sieg einer Sensation gleichgekommen. «Natürlich war der Sieg das Ziel, doch wir wussten, dass Cortaillod mit uns noch eine Rechnung offen hat und das Duell deshalb umso brisanter wird», sagt Nietlispach. Diese Rechnung konnte zwar nicht ganz beglichen werden, dem beherzten Auftritt der Gäste aber war es zu verdanken, dass das Duell bis zum letzten Kampf offen und spannend blieb. Rein nach Kämpfen stand das Duell zum Schluss 7:7 unentschieden – trotz zweier Brugger «Gratissiege».