Challenge League
Zwei Freiämter als Captain – Heimatgefühle beim FC Wohlen

Mit dem neuen Captain Alain Schultz und seinem Stellvertreter Joel Geissmann geben in der neuen Saison zwei Einheimische den Ton an.

Ruedi Kuhn
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Die beiden Freiämter Alain Schultz (r.) und Joel Geissmann mit der Captainbinde.

Die beiden Freiämter Alain Schultz (r.) und Joel Geissmann mit der Captainbinde.

Alex Spichale

Martin Rueda musste nicht lange überlegen. Nach dem Abgang von Alban Pnishi zu den Zürcher Grasshoppers war für den Trainer des FC Wohlen klar: Alain Schultz ist der neue Captain. Schultz wohnt seit zehn Jahren in der Freiämter Metropole. Der 32-Jährige ist beim ortsansässigen Fussballklub nicht nur das sportliche Aushängeschild, sondern auch die Identifikationsfigur. Jeder kennt ihn. Jeder mag ihn. Jeder schätzt ihn. Und gibt es etwas zu feiern, leistet Schultz den Fans gerne mal Gesellschaft.

An Erfahrung als Spielführer des FC Wohlen fehlt es Schultz auch nicht. Der zentrale Mittelfeldspieler war bereits 2008/09 und 2010/11 Captain des FC Wohlen. In der Saison 2015/16 ist der 32-Jährige gleich doppelt gefordert. Nach den Abgängen der Stammspieler Roman Buess, Simone Rapp, Kevin Pezzoni, Mario Bühler und Alban Pnishi steht Schultz noch mehr in der Verantwortung.

«Nach den starken Leistungen und Rang drei in der letzten Saison sind die Erwartungen im Umfeld sehr hoch», sagt Schultz. «Mit dem Ligaerhalt allein sind die Anhänger des FC Wohlen sicherlich nicht mehr zufrieden. Ein Platz im Mittelfeld muss es schon sein. Wir werden alles daransetzen, um das hohe Ziel zu erreichen.»

Die neue Herausforderung

Wie geht Schultz mit dem Druck um? «Kein Problem», sagt er. «Ich freue mich auf die grossen Herausforderungen. Und zwar auf und neben dem Spielfeld.» Die Rolle als Captain ist für den Routinier keine Alibiübung. «Ich nehme meine Vorbildfunktion für die jungen Spieler ernst», sagt Schultz. «Das heisst nicht, dass ich in der Kabine herumschreie. Ich brauche auch keine speziellen Rechte. Passt mir allerdings etwas nicht, dann spreche ich es an. Schliesslich geht es um das Wohl des Teams.»

Schultz also ist der neue und unangefochtene Chef des FC Wohlen. Dass Rueda Joel Geissmann zum Vize-Captain ernannt hat, ist zumindest auf den ersten Blick eine Überraschung. Schliesslich ist der Hägglinger erst 22 Jahre alt. Das ist für Schultz allerdings kein Grund, sich nicht auf die Zusammenarbeit mit Geissmann zu freuen.

«Joel ist zwar noch sehr jung, aber in seiner Spielweise und in seinem Auftreten schon sehr abgeklärt. Für seine Entwicklung ist das Amt des Vize-Captains eine gute Sache.» Geissmann selbst freut sich auf die neue Herausforderung. «Es ist eine Ehre für mich», erklärt er. «Ich trage gerne Verantwortung und werde Alain bei seiner Arbeit voll und ganz unterstützen.»

Spezielles Spiel zum Auftakt

Mal schauen, wie sich Schultz und Geissmann als Teamstützen und Wortführer des FC Wohlen schlagen werden. Eine erste Antwort geben die beiden Freiämter am Montag im Derby im Brügglifeld gegen den FC Aarau. Ausgerechnet gegen Aarau: Denn beim Super-League-Absteiger stand Schultz bis im vergangenen Winter unter Vertrag, der Abschied war verbunden mit vielen Nebengeräuschen.

Nun führt er seinen neuen Klub gegen den alten in die Saison – gibt es noch mehr Gründe für Schultz, motiviert zu sein? Auch für seinen Stellvertreter, für Joel Geissmann, ist das Duell der Kantonsrivalen nicht nur wegen der lokalen Nähe ein besonderes: Der Mittelfeldspieler lief einst im Team Aargau auf, debütierte schon im Alter von 17 Jahre in der ersten Mannschaft des FC Aarau, spielte dann während eineinhalb Jahren für Baden, bevor er zum FC Wohlen wechselte.

Sollten die Wohler am kommenden Montag die sieglose Serie gegen den Kantonsrivalen beenden können (siehe Text unten), dürfte das gerade für das neue Freiämter Führungsduo ein spezieller Augenblick werden.

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