Handball NLB
Zurzibieter Patrick Romann schiesst Endingen ab: «Er hat uns so richtig weh getan»

Mit Patrick Romann hat ausgerechnet ein Spieler den entscheidenden Treffer für Suhr Aarau in der Nervenschlacht geworfen, der im Zurzibiet aufgewachsen ist. Nach der grossen Enttäuschung nach dem Spiel richten die Endinger bereits den Fokus auf die Barrage gegen Gossau.

Alexander Wagner
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Patrick Romann (Mitte) gegen die Endinger Karlo Ladan und Christian Riechsteiner).

Patrick Romann (Mitte) gegen die Endinger Karlo Ladan und Christian Riechsteiner).

foto-net / Alexander Wagner

Ausgerechnet ein Spieler, der in Bad Zurzach aufgewachsen ist, begrub – vorerst – die Aufstiegsträume des TV Endingen. Patrick Romann erzielt das 28:29 für den HSC Suhr Aarau. Die Surbtaler konnten zwar noch 40 Sekunden vor Abpfiff ausgleichen. Doch das Unentschieden reicht Suhr zum Aufstieg. Und der TV Endingen muss erneut in die Barrage.

Impressionen vom ersten Aufstiegsdrama zwischen Endingen und Suhr (29:29) Der Endinger Simon Huwyler lässt den Kopf hängen. Im Hintergrund feiern die Suhrer.
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Die Enttäuschung bei Endingen ist kurz nach dem Abpfiff gross. Suhr Aarau steigt dank dem 29:29 auf, Endingen fehlte nur ein Tor.
Endinger Anhänger in der mit 2136 Zuschauern gefüllten Halle
Ljubormir Josic (Suhr) vor toller Kulisse in der GoEasy-Arena.
Karlo Ladan (links, Endingen) gegen Stevan Kurbalija (rechts, Suhr).
Beau Kägi (links, Suhr) gegen Goalie Andre Willimann (rechts, Endingen).
Christian Riechsteiner (links, Endingen) gewinnt ein Penaltyduell gegen Martin Pramuk (rechts, Suhr): Riechsteiner trifft 10 Mal in diesem Match, 5 Mal von der Siebenmeterlinie.
Tim Aufdenblatten (Mitte, Suhr) gegen Lukas Riechsteiner (links) und Karlo Ladan (rechts, beide Endingen).
Die Fans des TV Endingen gaben alles.
Endingens Captain Christian Riechsteiner (links, Endingen) gegen Patrick Romann (rechts, Suhr).
Der Endinger Lukas Riechsteiner beim Abschluss - er erzielte drei Tore in der Nervenschlacht.
Der Zurzibieter Patrick Romann von Suhr Aarau (Mitte) erzielt den letzten und entscheidenden Treffer für sein Team. Im Bild ist gegen Karlo Ladan (links) und Christian Riechsteiner (rechts) vom TV Endingen.
Letztes Time-Out. Und alle stehen in der Halle - Endingen gelingt kein Tor mehr, es bleibt beim 29:29.
Suhr Aarau steigt nicht nur auf, sondern holt sich auch den NLB-Meister-Pokal.
Der Jubel bei Suhr Aarau ist gross.
So jubelt Suhr Aarau mit den Fans nach der Nervenschlacht gegen Endingen.
Der in Bad Zurzach aufgewachsene Patrick Romann (links) feiert mit Lukas Strebel (rechts, beide Suhr) den Aufstieg.

Impressionen vom ersten Aufstiegsdrama zwischen Endingen und Suhr (29:29) Der Endinger Simon Huwyler lässt den Kopf hängen. Im Hintergrund feiern die Suhrer.

Alexander Wagner

Die letzten zwei Jahre mussten die Endinger gegen Stäfa antreten – und unterlagen in beiden Ausmarchungen recht deutlich. Diesmal heisst der Gegner der zwei Partien im Mai Fortitudo Gossau. Ein nicht minder harter und äusserst schwer zu spielender Gegner.

Ein Trumpf in der Hand sind sicherlich die Fans des TV Endingen. Sie verwandelten die GoEasy-Arena in ein Tollhaus. Und mit 2136 Zuschauern war die neue Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst an Orten, die ganz bestimmt nicht dafür vorgesehen waren, kauerten noch ein paar Knirpse, und neben dem Tor drückten sich ein paar Leute hinters Netz.

Diese Kulisse dürfte den Ostschweizern sicherlich mächtig Eindruck gemacht haben. Auch der Auftritt der Endinger war gut. «Es sind Kleinigkeiten. In zwei, drei Situationen müssen wir noch cleverer sein», meinte Trainer Fabian Ammann, der das Fanionteam zusammen mit Michael Spuler coacht.

Nur einer hatte Grund zur Freude

Patrick Romann war wohl der einzige Zurzibieter in der Halle, der so richtig feiern konnte. «Ich bin einfach glücklich. Jetzt wird erstmal gefeiert», meinte er freudestrahlend. Doch dann dachte er schon einen Schritt weiter und ergänzte: «Und dann freue ich mich riesig auf die Nationalliga A.» Auch Spuler musste eingestehen: «Ja, er hat uns richtig wehgetan.» Um dann mit einem Augenzwinkern anzufügen: «Jetzt müssen wir halt noch drei Wochen länger spielen.»

Derweil richtet Ammann bereits den Blick auf die Barrage, die bei einem Erfolg zur Aufstiegs-Zusatzschlaufe werden kann. «Wir können auch gegen ein NLA-Team bestehen. Aber da müssen alle in den beiden Partien 120 Prozent marschieren», sagt er. Zuerst geht es ab heute natürlich mal darum, die Niederlage zu verarbeiten, die Spieler wieder aufzurichten und dann den Fokus auf das neue Ziel zu legen.

Weitere Bilder von der Nervenschlacht:

Suhr Aarau "gewinnt" das Aufstiegsdrama gegen Endingen dank dem 29:29. So jubelt Suhr Aarau mit dem NLB-Meister-Pokal nach dem Aufstiegsdrama gegen Endingen.
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Suhr jubelt mit dem NLB-Meister-Pokal.
Suhr steigt nach 29:29 gegen Endingen auf
Tim Aufdenblatten (Mitte, Suhr) gegen Lukas Riechsteiner (links) und Karlo Ladan (rechts, beide Endingen).
Endinger Anhänger in der mit 2136 Zuschauern gefüllten Halle
Ljubormir Josic (Suhr) vor toller Kulisse in der GoEasy-Arena.
Beau Kägi (links, Suhr) gegen Goalie Andre Willimann (rechts, Endingen).
Karlo Ladan (links, Endingen) gegen Stevan Kurbalija (rechts, Suhr).

Suhr Aarau "gewinnt" das Aufstiegsdrama gegen Endingen dank dem 29:29. So jubelt Suhr Aarau mit dem NLB-Meister-Pokal nach dem Aufstiegsdrama gegen Endingen.

foto-net / Alexander Wagner

«Wann kann ein junger Spieler vor solchen Zuschauern spielen, in einem Match, in dem sich eine ganze Saison auf ein paar Sekunden reduziert?», fragt Christian Villiger, der Geschäftsführer der Endinger Handball GmbH. Der frühere Torhüter weiss, was es heisst, mit Druck umzugehen. Und er hat auch schon Aufstiege feiern können – als Spieler. Dies will er jetzt auch wieder. «Das ist eine Erfahrung, welche die Spieler weiter bringt. Sowohl menschlich als auch sportlich», ist er überzeugt.

Beim TVE bleibt alles beim Alten

Für den TV Endingen ändert sich wenig – ober der Aufstieg nun über die Barrage erreicht wird oder nicht. Die Surbtaler haben sich einen soliden Platz in den Bereichen zwischen Rang 8 und 12 auf der Schweizer Handballkarte gesichert. Ob dies nun Oberhaus oder NLA bedeutet. Für die Spieler ist das natürlich ein gewaltiger Unterschied. Für die Sponsoren, Partner und Zuschauer ein eher kleiner. «Wir wollen einen unvergesslichen Event bieten», meint Villiger.

Und dies ist den Machern des TV Endingen erneut eindrücklich gelungen. Eine solche Stimmung herrschte in den letzten Jahren in der Schweiz in keiner Handballhalle. Und wenn es alle Beteiligten nochmals schaffen, so eine Atmosphäre zu kreieren, dann ist alles möglich. Auch, dass nächste Saison wieder zwei Teams aus dem Aargau im Oberhaus spielen. Und wenn es nicht gelingt, dann bricht bei Endingen keine Welt zusammen, sondern man startet praktisch mit dem gleichen Personal auf dem Parkett und im Umfeld einen erneuten Anlauf. So gelassen, aber gleichzeitig erfolgreich dies die Endinger seit einem Vierteljahrhundert tun.