Nach nur einer Saison muss der TV Endingen zurück in die Nationalliga B. Und dies mit einer ziemlich umgekrempelten Mannschaft. Die Surbtaler müssen eine völlig neue Abwehr aufbauen. Gleich neun Spieler haben den TV Endingen nach dem Abstieg verlassen. Und nur vier neue Akteure sind ins Surbtal gekommen.

Was fast noch schwerer wiegt, ist, dass mit Claudio Boccarelli – der seine Karriere nun wohl endgültig beenden wird – sowie Gabor Busa beide Goalies nicht mehr dabei sein werden. Genauso wie Abwehrchef Simon Huwyler, den es zu seinem Bruder nach Thun zog, und Lukas Schubnell ebenfalls fehlen werden. Beide waren während über einem Jahrzehnt lang ein fester und zuverlässiger Bestandteil der Endinger Abwehr.

Spektakulärer Goalie

Deshalb muss Endingens Cheftrainer Zoltan Majeri nun eine völlig neue Verteidigung aufbauen. Und niemand muss ihm erklären, wie wichtig der Posten des Torhüters im modernen Handball ist. War er doch selber ein Klassegoalie und hütete in seiner Karriere auch kurz das Gehäuse der Grasshoppers. Doch die Testspiele verliefen verheissungsvoll. So konnte man nicht nur am Go-Easy-Cup gegen die beiden Klasseteams von Spartak Moskau und Dukla Prag bestehen, sondern auch gegen Mannschaften aus der NLA konnte man mithalten oder sie schlagen.

Mit Oliver Mauron und Karlo Ladan kamen zwei Akteure von Möhlin zu Endingen. Und Kreisläufer Ladan kennt die meisten seiner Teamkollegen bereits, war er doch schon einmal im Surbtal. Christophoros Nungovitch ist der neue Keeper. Mit 1,85 Meter ist er nicht gerade der grösste seiner Gilde, aber ein unglaublich explosiver und spektakulärer Goalie.

Hinter ihm wartet der grossgewachsene Dennis Grana auf seine Chance. Nungovitch bringt auch ein gehöriges Mass an Erfahrung mit, hütete er doch bereits 122 Mal das Gehäuse der zypriotischen Nationalmannschaft. Mit dem deutschen Joel Huesmann haben die Endinger wieder eine valable Alternative im Rückraum. Zudem bringt er mit fast zwei Metern auch Gardemasse mit. Neben allen Umstellungen können sich die Endinger aber weiterhin auf das eingespielte Trio um Captain Christian Riechsteiner, Kreisläufer Leo Pejkovic und Shooter Nemanja Sudzum verlassen, die seit Jahren gut zusammen harmonieren.

Und fast wie ein Neuzugang ist Armin Sarac, der nach seinem Kreuzbandriss sich langsam wieder an die Mannschaft herantastet und schon die ersten Penalties versenkte. Für harte 1:1-Situationen dürfte es für den Sohn des ehemaligen Endingen-Trainer Samir Sarac, der den RTV Basel gegen den STV Baden zurück in die Nationalliga A führte, noch etwas zu früh sein.

Wie mit dem Druck umgehen?

In den Testspielen konnten die Aargauer befreit aufspielen und überzeugten. Besonders wenn man bedenkt, wie neu die Formation ist. Es wird sich zeigen, wie sie in den Meisterschaftsspielen reagieren, wenn man einen Sieg von ihnen erwartet. Der Auftakt erfolgt am Samstag, 1. September um 18 Uhr in der Go Easy Arena in Siggenthal Station gegen Emmen. Sicherlich ein interessanter Vergleich: Der Absteiger der NLA gegen den Aufsteiger aus der 1. Liga. Eine Woche später gastiert Birsfelden in Station Siggenthal. Beides Partien, wo man vom Team von Zoltan Majeri etwas erwarten darf. Dann wird sich zeigen, wie viel die guten Vorstellungen in der Vorbereitung wert waren.