Die FCA-Frauen gewinnen in Zürcher Heerenschürli mit 2:1 gegen den tabellenvierten FCZ. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass dieselbe Mannschaft vor einer Woche noch 0:1 gegen das Schlusslicht der Tabelle verloren hat. Es scheint, als hätten die Massnahmen, die Trainer Charles Grütter nach dem Spiel gegen den FC Therwil eingeführt hat, zu wirken.

Neben intensiven Gesprächen und individuellen Trainings bestehen die auch aus Musikstunden vor dem Match, wie Stürmerin Lara Zürcher nach dem Spiel erzählt: «Wir sind zusammengesessen und haben ein Lied ausgesucht, das wir gemeinsam gehört haben. Danach haben wir noch motivierende Sprüche geschrien.» Das habe dem Team einen Adrenalinkick verpasst.

Der war bitter nötig: Nach nur drei Minuten gingen die Zürcher Gastgeberinnen nämlich 1:0 in Führung. Statt den Kopf hängen zu lassen, bissen sich die FCA-Frauen durch die erste Halbzeit. Immer wieder erspielten sie sich Chancen, die jedoch meist schon vor einem möglichen Abschluss von Zürcherinnen unterbrochen wurden.

Unkonzentrierte erste Halbzeit

FCA-Goalie Schneider hatte eine Zeit lang deutlich mehr zu tun, als ihr Pendant im gegnerischen Tor. Trotzdem kam nach dem frühen Führungstreffer kein Ball mehr an ihr vorbei. Gegen Ende der ersten Halbzeit schienen beide Mannschaften etwas unkonzentriert, was zu vielen Fouls und Fehlpässen führte. Die Partie spielte sich in dieser Zeit meist in der Nähe der Mittellinie ab.

Das änderte sich beim Anpfiff der zweiten Halbzeit: Beide Teams drehten einen Gang hoch und spielten Chance um Chance heraus. Fehlpässe schlichen sich trotzdem viele ein – auch bei den Gastgeberinnen. Das ging FCZ-Trainer Francesco Azzarito zeitweise so gegen den Strick, dass er seine Spielerinnen über das ganze Spielfeld hinweg anschrie. Doch auch das half den Gastgeberinnen in Weiss nicht weiter.

Durchbruch in der zweiten Halbzeit

Die FCA-Damen legten ein ungeheures Durchhaltevermögen an den Tisch. Sie brachten den FCZ immer mehr in Bedrängnis. Die Anzahl Angriffe stieg stetig. Nur bei der Chancenverwertung haperte es bei den Aargauerinnen immer wieder. In der 76. Minute gelang Rita Do Sul der lang ersehnte Ausgleichstreffer.

In den letzten fünf Minuten schoss Aaraus Sarah Hediger den Ball gleich zwei Mal aus unmittelbarer Nähe meterweit über das Tor. In der vierten Minute der Nachspielzeit verwandelte Lara Zürcher dann den letzten Eckball der Partie genau unter die Latte des gegnerischen Tores; ein Erlösungsschlag für die Gäste.

FC Zürich Frauen U21 - FC Aarau Frauen, 23.03.2019

Siegestorschützin Lara Zürcher nach dem Spiel gegen den FCZ.

  

Volles Risiko

Völlig euphorisch stürmte die Siegestorschützin nach dem Treffer auf ihren Vater zu. Der hatte ihr vor der Ausführung des Corners geraten, volles Risiko einzugehen. «Hätte er mir nicht gesagt, ich soll direkt auf das Tor zielen, hätte ich mich das wahrscheinlich nicht getraut», so Zürcher. 

Insgesamt war der 2:1-Sieg der Aarauerinnen ein verdienter. Mit viel Durchhaltevermögen kämpften sie sich im Zürcher Heerenschürli einen Schritt weiter in Richtung obere Tabellenhälfte und somit immer weiter weg von den Abstiegsplätzen.