Challenge League
Zurück auf dem Boden der Tatsachen: Der FC Aarau verliert in Schaffhausen klar mit 0:4

Die Erleichterung nach dem 3:1-Sieg gegen Leager FC Zürich war riesig. Nach sechs punktlosen Partien endlich wieder ein Dreier. Am Sonntag traf der FCA auswärts auf Murat Yakins FC Schaffhausen. Doch ein sackschwacher FC Aarau verliert in Schaffhausen sang- und klanglos 0:4 und muss über die Bücher.

Markus Brütsch
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Der FC Aarau geriet schon früh in der Partie in Rücklage.
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Die mitgereisten Aarauer Fans bekamen nicht viel für ihr Geld.
Geoffrey Tréand, der gegen Zürich zwei Mal traf, konnte auch keine Akzente setzen.
FC Schaffhausen - FC Aarau, 07.05.2017
Der FC Schaffhausen befindet sich nach 4:0-Erfolg auf dem vierten Platz der Challenge League.
Marco Schällibaum kann mit der Leistung (vor allem in der Offensive) nicht zufrieden sein. «Einige Herren haben das Aarauer Leibchen ohne Stolz getragen.»
Die Yakin-Brüder trainieren den FC Schaffhausen.
Der FC Aarau trifft in der 31. Runde der Challenge League auf den FC Schaffhausen.
Das letzte Duell der beiden Mannschaften fand im Februar im verschneiten Brügglifeld statt. Aarau und Schaffhausen trennten sich 2:2-Unentschieden.

Der FC Aarau geriet schon früh in der Partie in Rücklage.

Daniela Frutiger/freshfocus

Seit dem 4:0-Sieg gegen Aarau wissen die Schaffhauser, dass ihr neues Stadion auch grossen Eruptionen standhält. Den ultimativen Test bestand es am Sonntag eine Viertelstunde nach dem Abpfiff des Spiels zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Aarau. Just zu diesem Zeitpunkt nämlich bekam Marco Schällibaum in der Kabine der Gäste einen Tobsuchtsanfall.

Dumm nur, dass die Türe offen stand und die in der Mixed-Zone wartenden Journalisten die Zusammenfaltung einer Fussballmannschaft live und in voller Lautstärke miterleben durften. «Null, zero, nix!» schallte es mehrfach durch die Katakomben. Wäre das Spiel wie in der Vorrunde noch auf der alten Breite ausgetragen worden, die alten Gemäuer wären vermutlich in sich zusammengefallen.

Was aber war geschehen, dass der Trainer des FC Aarau derart ausrastete nach einem Spiel zwischen dem Vierten und dem punktgleichen Fünften der Challenge League, in dem es für beide Mannschaften nur noch um wenig ging? Mehr als der vierte Rang ist für beide Teams nicht mehr zu holen, und der Abstieg ist spätestens nach dem Lizenzverzicht des FC Le Mont auch kein Thema mehr.

Interviews mit Igor Nganga und mit Cheftrainer Marco Schällibaum:

Gleichwohl war Schällibaums Zorn nachvollziehbar, denn mit seriösem Profifussball hatte nichts zu tun, was seine Mannschaft bei der sang- und klanglosen 0:4-Niederlage auf dem Schaffhauser Kunstrasen bot. «Wir haben uns abschlachten lassen», sagte Aufbauer Olivier Jäckle, der den verletzten Sandro Burki als Captain vertreten hatte.

Durch die Fahne irritiert

Da durfte auch die Art und Weise, wie das erste Gegentor entstanden war, nicht mehr als Erklärung beigezogen werden. Schiedsrichter Nikolaj Hänni, der kurzfristig für Sascha Amhof eingesprungen war, hatte ignoriert, dass sein Assistent an der Seitenlinie ein Offside von Yassin Mikari angezeigt hatte. Verschiedene Aarauer Spieler hatten jedoch die erhobene Fahne beobachtet und sich nicht mehr mit Konsequenz dem Angriff entgegengestellt. «Dies war zwar ein katastrophaler Entscheid des Schiedsrichters, dennoch dürfen wir danach nicht so auftreten. Wir müssen dies intern analysieren», sagte Jäckle.

Auf eine angenehme Sitzung dürfen sich die Aarauer gewiss nicht freuen. «Einige Herren haben das Aarauer Leibchen ohne Stolz getragen», sagte Schällibaum und kündigte Konsequenzen an. Er wolle jetzt in den Emotionen nichts Falsches sagen, liess der Cheftrainer mit noch immer dunkelroter Gesichtsfarbe verlauten.

Drei Tage, nachdem Aarau den Leader FC Zürich mit einer ansprechenden Leistung 3:1 besiegt und eine Serie von sechs Niederlagen in Folge gestoppt hatte, kommt die (zusammen mit dem 1:5 in Chiasso) höchste Saisonniederlage einem schweren Rückfall gleich. Dass mit dem gegen Zürich vorbildlich kämpfenden Burki ein wichtiger Spieler fehlte, darf keine Begründung für den leidenschaftslosen und uninspirierten Auftritt sein.

Denn bei den Schaffhausern fehlte ja auch der gesperrte Regisseur Gjelbrim Taipi und liess Trainer Murat Yakin den 13-fachen Torschützen Steven Lang fast eine Stunde auf der Bank schmoren. Aber die Aarauer zeigten zu wenig Einsatz; und dies ist in etwa das Schlimmste, was sich über eine Mannschaft sagen lässt.

Nach dem Penaltytor von Shkelqim Demhasaj (3., Lorenzo Bucchi hatte Mikari gefoult) hatte es bis in die zweite Halbzeit hinein gedauert, ehe Aarau einmal halbwegs gefährlich wurde. Schaffhausen war weit entschlossener und kam nach Toren von Faruk Gül (65.), Luca (Tranquilli (80.) und Demhasaj (90.) zu einem verdienten Sieg. In Aarau aber, daran besteht kein Zweifel, brennt der Baum lichterloh.

Telegramm

FC Schaffhausen – FC Aarau 4:0 (1:0)

LIPO Park. – 1’923 Zuschauer. – SR: Hänni. – Tor: 3. Demhasaj 1:0 (Foulpenalty). 65. Gül 2:0. 80. Tranquilli 3:0. 90. Demhasaj 4:0.

Schaffhausen: Matic; Gonçalves, Neitzke, Demiri, Mevlja (82. Rhyner); Bunjaku, Zock; Tranquilli, Gül (76. Menezes), Mikari (55. Lang); Demhasaj.

Aarau: Bucchi; Thrier, Nganga, Garat (66. Giger), Markaj; Jäckle; Tréand (72. Tasar), Wüthrich, Rossini, Mehidic (46. Romano); Ciarrocchi.

Bemerkungen: Schaffhausen ohne Taipi (gesperrt), Baumgartner, Fioravanti, Grasseler, Kucani, Wellhäuser, Zornjak und Zuli (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Perrier (gesperrt), Besle (krank), Audino, Burki, Josipovic, Peralta (alle verletzt), Hunn, Thaler (beide U21) und Corradi (U18). – Verwarnungen: 28. Mehidic, 39. Gonçalves, 69. Markaj (alle Foulspiel).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Patrick Haller: