FC Aarau Frauen

Zum Auftakt gleich der Final – Mit einer Niederlage würde der Abstieg immer näher rücken

Eine Einheit: So will Trainer Andres Zürcher die FC-Aarau-Frauen sehen.

Eine Einheit: So will Trainer Andres Zürcher die FC-Aarau-Frauen sehen.

Im ersten Spiel der Rückrunde gegen Yverdon gilt für die FCA-Frauen: Nur ein Sieg ist gut genug. Im Fall einer Niederlage wäre der Abstand auf den direkten Konkurrenten um den Abstiegsplatz wohl zu gross, als dass man ihn wettmachen könnte.

Die Ausgangslage vor dem ersten Spiel der Rückrunde lässt keine zwei Meinungen zu: Eine Niederlage gegen Yverdon – und der direkte Wiederabstieg der FCA-Frauen wäre bereits gefühlte Tatsache.

Der Rückstand auf die Westschweizerinnen und den rettenden siebten Platz würde in diesem Fall bereits neun Punkte betragen. Eine wohl uneinholbare Hypothek, wenn man bedenkt, dass die Aarauerinnen in der historisch schlechten Vorrunde nur gerade einen Punkt holten, sich ein katastrophales Torverhältnis von 7:43 einbrockten und selten bis gar nie ihre NLA-Tauglichkeit beweisen konnten.

Der ultra-kritischen Situation gleich zu Beginn des Jahres ist sich auch FCA-Trainer Andreas Zürcher bewusst. Doch er gibt sich optimistisch: «Sicher, die Partie gegen Yverdon wird ein wegweisendes Spiel. Im Vergleich zur Vorrunde aber haben wir deutlich mehr Qualität im Kader.»

Zürcher meint damit zum einen das gelichtete Lazarett: Mit Lara Zürcher, Martina Schwaller und Michelle Stierli kehren drei Spielerinnen von langwierigen Verletzungen zurück. Zudem dürfte auch Sereina Villiger bald wieder einsatzfähig sein.

Zudem bringen drei Neuzugänge einiges an Qualität und Erfahrung ins Team: Alina Grüter (28) und Jasmine Imboden (27) sind zwei ehemalige Schweizer Nationalspielerinnen. Das Duo soll auf dem Platz das Führungs-Vakuum beheben, sagt Zürcher: «In der Vorrunde hatten wir oft das Problem, dass in kritischen Phasen niemand Verantwortung übernehmen wollte. Die beiden Neuen werden uns da unterstützen, sie bringen viel Führungsqualität mit.»

Larissa Weber (21), die dritte Neue im Bunde, gilt als junge, ehrgeizige und vielversprechende Spielerin. Zürcher fügt an: «Mit den Rückkehrerinnen und den Neuen sind wir in den Trainings stets 18, 19 Spielerinnen. Dadurch entwickelt sich ein ganz anderer Konkurrenzkampf und das Spielniveau steigt automatisch.»

Sensation «Ligaerhalt»

Doch nur mit dem personellen Aufrüsten kann der drohende Abstieg nicht verhindert werden. Darum, so der Trainer, habe man in den vergangenen zwei Monaten in den Trainings speziell hart gearbeitet.

Zum Abschluss der Vorbereitung flogen die Aarauerinnen nach Zypern in ein Trainingslager: In elf intensiven Einheiten sowie einem Testspiel gegen die chinesische Weltklassemannschaft Dalia Guanjian holten sich die FCA-Frauen den Feinschliff für die alles entscheidende Rückrunde.

«Wir haben», so Trainer Zürcher, «das Augenmerk auf das Zweikampfverhalten und unsere Raumaufteilung gelegt. Und nebenbei natürlich auch an Kondition und Athletik gefeilt.» Ausdauer wird die wichtigste Eigenschaft in der Rückrunde: Denn sollten die Aarauerinnen die Sensation «Ligaerhalt» tatsächlich schaffen, dürfte die Entscheidung angesichts des grossen Rückstands erst am letzten Spieltag fallen.

Dass diese gleich mit dem Schicksalsspiel gegen Yverdon beginnt, kann für die FCA-Frauen sowohl Vorteil als auch Nachteil sein: Gemessen an der Kaderqualität stehen gegen keinen anderen Konkurrenten die Chancen auf Punkte besser.

Im Erfolgsfall kämen die Aarauerinnen nicht nur drei Punkte näher an das rettende Ufer heran, gleichzeitig wäre ein Sieg gegen den Direktkonkurrenten die dringend nötige Motivationsspritze für die Mission Ligaerhalt. Aber eben, die Rückrunde kann genauso schon heute zur «Mission Impossible» werden.

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