Volleyball

Zum Abschluss ein Traumlos: Der VBC Windisch trifft im Cup auf den amtierenden Meister Lausanne UC

Mehrmals durfte sich der VBC Windisch den Aargauer Cupsieg sichern. Nun hat das Team zum ersten Mal den Achtelfinal des Schweizer Cup erreicht.

Mehrmals durfte sich der VBC Windisch den Aargauer Cupsieg sichern. Nun hat das Team zum ersten Mal den Achtelfinal des Schweizer Cup erreicht.

Im Schweizer Cup trifft der VBC Windisch im Achtelfinal auf den amtierenden Meister und viermaligen Cup-Sieger Lausanne UC. Für die mit mehreren ehemaligen NLA- und NLB-Spielern gespickte Mannschaft ist dies das bisherige Highlight der Vereinsgeschichte.

Eigentlich schreibt der Sport an sich schon grandiose Geschichten. Wenn von bitteren Niederlagen, ruhmreichen Siegen und alles verändernden Hundertsteln die Rede ist, wäre das eigentlich spektakulär genug. Dennoch geht es in Cup-Spielen immer noch ein bisschen spezieller zu und her. Wenn David gegen Goliath antritt und gewöhnliche Menschen zu Helden werden, entsteht Geschichte.

Beim VBC Windisch wurde diese aber schon vor dem am Sonntag über die Bühne gehenden Cup-Kracher gegen den amtierenden Schweizer Meister Lausanne UC geschrieben. Das vor 15 Jahren ins Leben gerufene Team steht nach den vorhergehenden Siegen gegen die Erstligisten Gelterkinden und Chur sowie den Zweitligisten Therwil zum ersten Mal in einem Achtelfinal und somit vor dem grössten Highlight seiner Vereinsgeschichte. Umso grösser ist die Freude über das Traumlos.

«Die Chance, dass wir jetzt noch eine Runde weiter kommen, ist relativ gering. Von dem her war es unser Ziel, ein wirklich gutes Los zu erwischen», sagt der Spielertrainer Andy Sutter. Ein bisschen ist die Freude wohl nicht nur dem angesehenen Gast, sondern auch dem Durchschnittsalter der Mannschaft geschuldet. Während sich das mit ehemaligen NLA- und NLB-Spielern gespickte Team aus der 5. in die regionale 2. Liga hochgearbeitet hat, haben die Gründer mittlerweile das Seniorenalter erreicht.

Vieles hängt von Lausanne und dessen Aufstellung ab

Nach einer längeren Pause wollten sie es nun noch einmal wissen und haben bei der erneuten Cup-Teilnahme gleich Historisches erreicht. «Dass wir in unserem Alter im Schweizer Cup noch so weit kommen dürfen, war eine schöne Überraschung. Sehr wahrscheinlich treffen wir zum ersten und letzten Mal auf eine Mannschaft aus der Nati A», sagt Präsident und Spieler Bernhard Beyeler.

Dass gegen das übermächtige Lausanne sportlich allerdings kaum etwas zu holen sein dürfte, ist allen Beteiligten klar. Der mit ausländischen Spielern verstärkte Verein holte insgesamt siebenmal den Meistertitel, viermal den Cup-Sieg. So ganz kann da der VBC Windisch, der immerhin achtmal Aargauer Cup-Sieger wurde und in dieser Saison das Double anstrebt, nicht mithalten. Trotz Underdog-Status verlief die Vorbereitung auf die Partie aber kaum anders als gewohnt.

Per Livestream wurden einige Partien der Westschweizer verfolgt, doch weil noch unklar ist, ob sie mit der ersten Garde antreten werden, sind sie nur schwer einschätzbar. Vieles, wenn nicht sogar alles hängt von Lausanne ab. Zu gross sind letztlich die Unterschiede, auch in puncto Trainingsverhalten. «Wir haben über Weihnacht und Neujahr ja nicht zu viel gegessen, nichts getrunken und jeden Tag trainiert», sagt Sutter mit einem Augenzwinkern über sein einmal pro Woche trainierendes Team.

Die weit gereisten Gäste ein erstes und letztes Mal kitzeln

Mehr Zeit als die sportliche Vorbereitung hat dafür der organisatorische Teil in Anspruch genommen. In der Chapfhalle soll das Aufeinandertreffen (15 Uhr) gebührend gefeiert werden. «Wir wollen den Event nutzen, um den regionalen Volleyballsport positionieren zu können», sagt Beyeler. Mit einem Rahmenprogramm, bestehend aus Matchbeiz, Kids-Corner und Barista, sollen möglichst viele Zuschauer in die Halle gelockt werden.

Für die nötige Unterhaltung dürften ein Speaker und der anwesende DJ sorgen. Etwas bescheidener sind hingegen die sportlichen Ambitionen. «Als Sportler setzt man sich schon das Ziel, zu gewinnen. Aber es wäre utopisch zu sagen, dass wir einen Sieg einfahren können», sagt Beyeler. Ähnlich sieht das Sutter: «Wir sind klar der Aussenseiter, machen den Sport nur noch zum Plausch.

Nichtsdestotrotz wollen wir uns möglichst gut verkaufen, nicht als Kanonenfutter enden und wenn möglich einen Satz gewinnen.» Die weit gereisten Lausanner ein erstes und letztes Mal kitzeln zu können, ist das grösste Ziel. Und wer weiss, vielleicht ist sogar mehr möglich. Im Cup, der allzu oft seine ganz eigenen Regeln hat. Wenn David für Goliath zur Herausforderung wird und ehemalige grosse Spieler ihr Talent noch einmal aufblitzen lassen können.

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