Radsport
Zum 40. Mal fahren die besten Nachwuchsfahrer den GP Rüebliland

Bereits zum 40. Male rollt diese Wochende der «Grand Prix Rüebliland», an dem einmal mehr die besten Nachwuchsfahrer aus gut einem Dutzend Nationen am Start sind.

August Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Marc Hirschi ist nicht nur der amtierende Schweizermeister und Weltmeister im Madison der Junioren, sondern auch der Titelverteidiger am GP Rüebliland. Er hat vom 2. bis 4. September die Chance, als erster Schweizer dieses Rennen zwei Mal hintereinander zu gewinnen.

Marc Hirschi ist nicht nur der amtierende Schweizermeister und Weltmeister im Madison der Junioren, sondern auch der Titelverteidiger am GP Rüebliland. Er hat vom 2. bis 4. September die Chance, als erster Schweizer dieses Rennen zwei Mal hintereinander zu gewinnen.

August Widmer

Für einmal sind an diesem internationalen Juniorenrennen, das in erster Linie über die Strassen des Aargaus und der angrenzenden Kantone geht, die Schweizer Junioren in der Favoritenrolle. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass es diese Nachwuchs-Rundfahrt seit 1977 gibt. Mit Etappenhalten in Gunzwil, Muhen und Aarburg kommt es am ersten September-Wochenende zur 40. Auflage. Hinter dieser langen Organisationstradition steckt eine grosse Arbeit.

Cancellara als Helfer

Bei der Organisation wird OK-Präsident Martin Weiss selbstverständlich von zahlreichen Helferinnen und Helfern unterstützt. Jeder von ihnen leistet seinen Beitrag. Auf einen Helfer ist Martin Weiss besonders stolz: «Auch in diesem Jahr können wir auf die Unterstützung von Fabian Cancellara zählen. Er unterstützt uns als Botschafter der Cornercard-Cancellara-Challenge. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar.»

Während das Rennen international einen guten Ruf geniesst und auch bei der diesjährigen Austragung nicht alle Nationen und Teams, die sich um einen Startplatz bemühten, berücksichtigt werden konnten, ist es für die Organisatoren nicht einfach, die Finanzen für den dreitägigen Anlass für Nachwuchssportler zusammen zu bringen.

Prominente Namen

Da sind die Veranstalter natürlich froh darüber, wenn sie auf die Unterstützung von erfolgreichen Fahrern wie Olympiasieger Fabian Cancellara zählen können. In den Jahren 1998 und 99 war Cancellara als Junior, wie damals die heutigen «U-19»-Fahrer hiessen, am GP Rüebliland aktiv dabei. Ein Zeitfahren gab es damals - im Unterschied zu heute und wohl zum Leidwesen von Cancellara als amtierender Zeitfahr-Weltmeister der Junioren jener Jahre - noch nicht. So musste sich Cancellara im Jahre 1999 letztendlich mit dem zehnten Schlussrang zufrieden geben.

Auf den vierten Platz war 1998, im ersten Jahr als Cancellara am Rüebliland dabei war, Michael Albasini gefahren. Das zeigt, dass nicht immer die Sieger des Nachwuchsrennens später auch die besten Berufsfahrer wurden. Mehrere Sieger der letzten Jahre machten jedoch ihren Weg. Roman Kreuziger (Sieger 2004) ist ebenso noch im Profi-Peloton anzutreffen wie Björn Thurau (Sieger 2006), der luxemburgische Meister Bob Jungels (Sieger 2010) und der Holländer Mathieu van der Poel (Sieger 2014). Van der Poel, Sohn und Enkel von gleich zwei Radsportlegenden (Vater Adrie van der Poel und Grossvater Raymond Poulidor), wurde nur ein Jahr nach dem Gewinn des GP Rüebliland Querfeldein-Weltmeister.

Schweizer bei den Favoriten

Die Schweizer Nachwuchsfahrer hatten es, wie das Beispiel von Fabian Cancellara zeigt, an der Rüebliland-Runfahrt nicht immer einfach. In der 40-jährigen Geschichte gab es nur neunmal einen Schweizer Gesamtsieger. Nur dreimal, nämlich 1978 (Jürg Bruggmann vor Hubert Seiz) und 1989 (Beat Zberg vor Oscar Camenzind) sowie vor Jahresfrist (Marc Hirschi vor Sandro Mäder) gab es für die Schweizer sogar einen Doppelsieg.

Dass einer dieser drei Doppelsiege vor Jahresfrist gelang zeigt, dass die Schweizer Junioren derzeit auf höchstem Niveau mithalten können. Dass die von Daniel Gisiger geleiteten Schweizer Junioren zu den Favoriten zählen, wie sie es bei der diesjährigen Austragung des GP Rüebliland tun, ist eher eine Ausnahme. Aber mit den Schweizern wird am ersten September-Wochenende zu rechnen sein. Titelverteidiger Marc Hirschi kann nochmals mitfahren und hat so die Gelegenheit, als erster Schweizer den Rüebliland zweimal zu gewinnen.

Dass der Schweizer Nachwuchs gegen die weltbesten Junioren bestehen kann, hat er Mitte Juli an der Bahn-Weltmeisterschaft in Aigle gezeigt. Stefan Bissegger wurde Weltmeister in der Verfolgung, Marc Hirschi und Reto Müller gewannen im Madison. Und alle drei gehören auch auf der Strasse zu den besten. Hirschi will nicht nur seinen Rüebliland-Sieg vom letzten Jahr wiederholen, sondern ist auch amtierender Schweizermeister auf der Strasse. Mit einem guten Abschneiden der Schweizer vor dem eigenen Publikum ist bei der 40. Auflage des GP Rüebliland zu rechnen. Wer also die Schweizer Stars der Zukunft schon heute bewundern will, ist als Zuschauer am GP Rüebliland am richtigen Ort.