Fussball
Zukunftspläne beim FC Wohlen: Passt David Sesa weiterhin ins Bild?

Der Trainer des Wohler Challenge-League-Vertreters will in Vaduz Werbung in eigener Sache betreiben. Denn noch ist sein Vertrag nicht verlängert worden. Nach einer ersten Gesprächsrunde im Vorstand darf sich Sesa aber durchaus Hoffnungen machen.

Ruedi Kuhn
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Trainer David Sesa (l.) mit seinem Schützling Sergio Bastida.

Trainer David Sesa (l.) mit seinem Schützling Sergio Bastida.

foto-net / Alexander Wagner

David Sesa ist ein smarter Typ. Der Trainer des FC Wohlen sieht gut aus, ist nett, charmant und kommunikativ. Ob er auch ein guter und vor allem ein erfolgreicher Trainer ist, muss die Zukunft zeigen.

Der Freiämter Challenge-League-Klub ist Sesas erste Station als Coach. Einen Leistungsausweis hat der 39-Jährige bereits: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Ryszard Komornicki, Adrian Kunz, Urs Schönenberger und Livio Bordoli darf der frühere Spieler von Napoli von sich behaupten, mindestens eine Saison beim FC Wohlen überstanden zu haben.

Das ist beim Trainerverschleiss in der vergangenen Meisterschaft aller Ehren wert.

Ob der FC Wohlen den Vertrag mit Sesa in den nächsten zwei, drei Wochen verlängern wird, ist offen. Nach einer ersten Gesprächsrunde mit Verwaltungsratspräsident René Meier, Präsident Andy Wyder und Geschäftsführer Urs Bächer darf sich Sesa durchaus Hoffnungen machen.

Auch wenn er das Saisonziel aller Voraussicht nach nicht erreichen wird. Wie sagte Sesa vor und während dieser Saison so schön: «Mit dieser Mannschaft müssten wir einen Platz im Mittelfeld, also Platz sechs oder sieben schaffen.» Ein Blick auf die Tabelle zeigt ein anderes Bild: Der FC Wohlen ist Neunter und damit Vorletzter.

Beim FC Wohlen dreht sich momentan vieles um die Planung der nächsten Saison. Das ist gut so. Sportlich ist diese Meisterschaft nämlich gelaufen. Steigt Locarno nicht wie Phönix aus der Asche, steht der Absteiger fest.

Im aktuellen Wohler Kader gibt es gerade mal zwei Spieler, die einen Vertrag über diese Saison hinaus haben. Sergio Bastida hat einen Kontrakt bis 2014. Und Ersatztorhüter Joel Kiassumbua hat sogar einen Vertrag bis 2015.

Der junge Mann mit kongolesischen Wurzeln feiert heute den 21. Geburtstag und wird im Ländle wohl genauso wie Dejan Milikovic eine Einsatzmöglichkeit von Beginn an erhalten.

Die Kaderbildung für die Saison 2013/14 wird schwer genug. Umso mehr, als dass das Budget der ersten Mannschaft von rund 2,3 Millionen auf unter 2 Millionen gedrückt werden muss. Präsident Wyder spricht Klartext und sagt: «Wir müssen sparen und die Kosten um 300 000 bis 400 000 Franken vermindern.»

Das wiederum muss nicht bedeuten, dass die neue Mannschaft schlechter als die aktuelle ist. In den vergangenen Wochen wurde man nämlich den Eindruck nicht los, dass sich der eine oder andere Spieler schwertut, sich mit dem FC Wohlen zu identifizieren.

Beim einen oder andern Möchtegernstar fehlte es an Leidenschaft und Herzblut. Es ist an der Zeit, auf Talente zu setzen. Ihnen fehlt es in der Regel nicht an der nötigen Motivation. Und billiger sind sie auch noch.