FC Aarau

Zuhause top, auswärts flop: Wird der FCA auch in Kriens überrollt?

Findet der FC Aarau beim SC Kriens zurück auf die Siegesstrasse?

Findet der FC Aarau beim SC Kriens zurück auf die Siegesstrasse?

Kaum zu glauben: Das Team von Trainer Patrick Rahmen ist beim Gastspiel am Samstag (18.30 Uhr) in der Zentralschweiz Aussenseiter, obwohl der FC Aarau das Heimspiel am 2. Spieltag deutlich gegen Kriens gewann. Nur einen Punkt konnten sich die Aarauer in dieser Saison auf fremdem Terrain erkämpfen. Mit dieser Bilanz ist der FCA gegen das heimstarke Kriens weit von einer Favoritenrolle entfernt.

Im Brügglifeld fix (5 Spiele, 10 Punkte), auswärts nix (4 Spiele, 1 Punkt): Die Bilanz des FC Aarau in den Auswärtsspielen dieser Saison ist ein Horror. Gegen den FC Winterthur (1:1), Chiasso (2:4), Lausanne (1:5) und Vaduz (2:5) blieb der Barrage-Teilnehmer der vergangenen Meisterschaft sieglos und kassierte 15 Gegentreffer.

Der FC Aarau kassierte zuletzt eine 2:5-Klatsche beim FC Vaduz.

  


«Das sind die Fakten», sagt Aarau-Trainer Patrick Rahmen. «Für mich ist allerdings wichtig, dass man diese Bilanz nicht nur an nackten Zahlen aufhängt, sondern dass man sie differenzierter betrachtet. Schlecht gespielt haben wir nur in Chiasso. Nach der schnellen 2:0-Führung fühlten sich alle zu sicher. Für diese Einstellung wurden wir bestraft.

Rahmen glaubt an schnellen Turnaround 

Die Leistung in Winterthur war gut. Lausanne war ganz einfach besser als Aarau. In Vaduz waren wir das bessere Team und hätten nie verlieren dürfen.»

Keine Chance gegen Lausanne: Aarau musste sich auswärts mit 1:5 geschlagen geben.

Keine Chance gegen Lausanne: Aarau musste sich auswärts mit 1:5 geschlagen geben.


Rahmen glaubt nach eigener Aussage an einen schnellen Turnaround. Als Trainer muss er positiv denken und optimistisch in die Zukunft blicken. Das liegt in der Natur der Sache. Als neutraler Betrachter ist Skepsis angesagt.

Rahmen fehlt derzeit ein Dirigent in der Abwehr.

Rahmen fehlt derzeit ein Dirigent in der Abwehr.

Der Substanzverlust innerhalb des Kaders im Vergleich mit der vergangenen Saison ist gross. Der Wechsel von Flügelstürmer und Goalgetter Varol Tasar zu Servette schwächt die Offensive. Edeljoker Goran Karanovic ist auch nicht mehr da.

Noch mehr ins Gewicht fallen die Abgänge von Torhüter Djordje Nikolic, Abwehrchef Nicolas Bürgy und Linksverteidiger Linus Obexer. Individuelle Fehler und Schwächen bei Standardsituationen führen zu Gegentoren. Gerät die Viererabwehrkette unter Druck, ist sie momentan alles andere als souverän.

Schiessbude der Liga 

Das grösste Sorgenkind des FCA ist die Defensive. Mit 20 Gegentoren in neun Spielen ist das Team die Schiessbude der Challenge League. Nach dem Abgang von Bürgy fehlt in der Innenverteidigung ein Dirigent. Bürgy war der Denker und Lenker. Er war verantwortlich für die Angriffsauslösung und sorgte für spielerische Akzente.

Challenge League 2019/20, 9. Runde: FC Vaduz - FC Aarau,  87. Minute

Die FCA-Verteidigung hatte auch schon bessere Tage.

87. Minute: Tor für FC Vaduz von Mohamed Coulibaly (Assist: Yannick Schmid)

Rahmen hat mit Marco Thaler, Nicolas Schindelholz und Giuseppe Leo zwar drei zentrale Abwehrspieler zur Verfügung, aber die Rolle des Patrons konnte im ersten Saisonviertel keiner übernehmen.

Thaler kommt nicht mehr vom Fleck 

Der Mann, der vom Talent, vom spielerischen Potenzial und von der Ausstrahlung her die Rolle des Abwehrchefs spielen könnte, ist Thaler. Erinnern Sie sich an den Sommer 2017? Damals wollte der FC Luzern mit Cheftrainer Markus Babbel und Sport-Koordinator Remo Gaugler Thaler verpflichten.

Der Flirt der Zentralschweizer mit Thaler war so heftig, dass sie bereit waren, für den Innenverteidiger eine Ablösesumme zu bezahlen. Weil die beiden Parteien bezüglich Höhe der Summe allerdings unterschiedliche Vorstellungen hatten, platzte der Deal.

Thaler ist nach Verletzungspech immer noch auf Formsuche.

Thaler ist nach Verletzungspech immer noch auf Formsuche.


Zwei Jahre später ist Thaler ein Schatten früherer Tage. Der 25-Jährige kommt nicht mehr vom Fleck. Der Hauptgrund für den Leistungsabfall des ehemaligen Hoffnungsträgers sind das Verletzungspech und die fehlende Spielpraxis. Ob der Abwehrspieler die hohen Erwartungen in den nächsten Jahren noch erfüllen kann, muss zum jetzigen Zeitpunkt bezweifelt werden. Es wird wohl davon abhängen, ob er in Zukunft von Verletzungen verschont bleibt oder nicht.

Heimstarke Krienser


Mag sein, dass der FC Aarau nach einem Viertel der Saison und dem Gewinn von elf Punkten aus neun Spielen unter Wert klassiert ist. Mag sein, dass im zweiten Viertel vor der Winterpause alles besser wird. Fürs Erste muss die Mannschaft allerdings aufpassen, dass sie in Kriens nicht ein weiteres Mal unter die Räder gerät.

Zuletzt gewann der FC Aarau zuhause mit 4:1 gegen Kriens.

Zuletzt gewann der FC Aarau zuhause mit 4:1 gegen Kriens.


Die Mannschaft von Trainer Bruno Berner ist auf dem heimischen Kunstrasen eine Macht und holte aus den vier Spielen dieser Saison neun Punkte. Und die 1:2-Niederlage gegen GC war nicht zwingend. Kriens hatte gegen die Zürcher Chancen für mindestens ein halbes Dutzend Tore.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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