Baden Masters

Zuhause im Glück: Das Team Schwaller besiegt am Baden Masters den Favoriten aus Schweden

Nach dem Sieg herrscht Freude pur: Das Team Schwaller, bestehend aus Michael Brunner, Marcel Käufeler, Romano Meier und Yannick Schwaller.

Nach dem Sieg herrscht Freude pur: Das Team Schwaller, bestehend aus Michael Brunner, Marcel Käufeler, Romano Meier und Yannick Schwaller.

Trotz Aussenseiterrolle besiegt das Team Schwaller am Baden Masters im Final den Turnierfavoriten aus Schweden. Die Nummer zwei der Weltrangliste muss sich den Schweizern mit 4:6 geschlagen geben - und denkt trotzdem wieder über eine Rückkehr nach.

Yannick Schwaller hält seine Hände an den Kopf. Langsam wendet er den Blick von dem durch ihn gespielten Stein ab und schaut mit fassungslosem Blick Richtung Zuschauertribüne. Soeben hat sein Team sich aus einer Gefahrensituation befreit – und nebenbei ganze vier Steine im Haus platziert.

Es sollte für das Team der Wendepunkt eines über zwei Stunden andauernden Finalkampfes sein und den Schweizern am Baden Masters den 6:4-Sieg gegen das schwedische Favoritenteam Edin bescheren. Selbst deren Skip, Niklas Edin, der mit seinem Team den zweiten Platz der Weltrangliste besetzt, zeigt sich danach beeindruckt: «So etwas habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen und vermutlich wird es auch nie wieder passieren.»

«Wir wollten den Sieg einfach unbedingt»

Bereits zum zweiten Mal an diesem Tag verblüfft das Team Schwaller somit.
Schon im Halbfinal reisst die Aufholjagd gegen Team De Cruz das Publikum mit. Immer wieder befindet sich das mit Marcel Käufeler und Romano Meier aus zwei Aargauern bestehende Team zuhause im Glück. Manche mögen dies alleine dem Heimvorteil zuschreiben, doch Yannick Schwaller sieht das Ganze anders.

Erfolgreicher Sonntag: Mit De Cruz und Edin müssen sich gleich zwei Teams den vier siegreichen Curler geschlagen geben.

Erfolgreicher Sonntag: Mit De Cruz und Edin müssen sich gleich zwei Teams den vier siegreichen Curler geschlagen geben.

«Wir wollten den Sieg einfach unbedingt, wussten, wie wichtig die Spiele für uns sind», resümiert er. Wie ernst er das Turnier nimmt, zeigt er auch vor dem alles entscheidenden Spiel. Der erste Curler auf dem Eis? Der Solothurner Schwaller, der sich minutenlang alleine vorbereitet. Genau dieser Ehrgeiz dürfte es gewesen sein, der im Final für die nötigen Punkte sorgte und nach einer dreijährigen Durststrecke wieder einmal für einen Sieger aus der Heimat sorgte.

Gäste ohne Starallüren und grosse Extrawünsche

Dennoch ist das Turnier für die ausländischen Teams immer wieder ein Highlight. Nebst der Gewinnsumme spricht auch die familiäre Atmosphäre für das Baden Masters. «Es ist ein bisschen wie in einem Juniorenlager», sagt Hansjörg Bless, der Co-Präsident des Organisationskomitees lachend. Starallüren haben selbst die besten Spieler nicht. Veganes Essen oder eine Fahrt in die Stadt sind die einzigen Extrawünsche, die selbstverständlich gerne erfüllt werden.

So gut bewirtschaftet, kehren nicht nur die Schweden immer wieder gerne zurück. Nach all den Jahren kennen sich die Mannschaften praktisch in- und auswendig, Fairness prägt die Partien. Selbst im Final scherzen die Spieler miteinander. Nicht nur deswegen hat Niklas Edin für den Gegner nur lobende Worte übrig.

«In ein paar Jahren werden sie zu den Topteams der Welt gehören», prophezeit er. Doch noch braucht das Team Schwaller Zeit, um zu wachsen. Um vom Underdog zum Favoriten zu werden. Und um all diese Erlebnisse erst einmal zu verarbeiten.

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