Faustball
Zuerst den Final erreichen, dann Gold gewinnen

Die Schweizer U21-Nationalmannschaft strebt an der EM in Prelouc hohe Ziele an. Mit in Tschechien dabei sind Reto von Ballmoos, Sascha Hagmann, Luca Flückiger und Co-Trainer Dominik Gugerli. Die vier Aargauer kämpfen ab Freitag um den Finaleinzug

Luca Muntwyler
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Die Feldspieler Sascha Hagmann, Reto von Ballmoos und Luca Flückiger sind für die U21-EM top-motiviert. zvg

Die Feldspieler Sascha Hagmann, Reto von Ballmoos und Luca Flückiger sind für die U21-EM top-motiviert. zvg

Grosse Ziele hat sich die Schweizer U21-Nationalmannschaft für die EM in Prelouc (Cze) gesetzt. Ziele, die man mithilfe von Angreifer Sascha Hagmann sowie den Abwehrspielern Reto von Ballmoos und Luca Flückiger – drei Akteure vom STV Vordemwald – erreichen will. Zu diesem Trio gesellt sich Co-Trainer Dominik Gugerli, der sonst für den STV Oberentfelden spielt.

«Das Finale erreichen.» Für die drei Feldspieler ist das Hauptziel klar. Co-Trainer Gugerli setzt sogar noch einen drauf: «Das Ziel ist immer Gold.» Diese Aufgabe wird den Eidgenossen aber alles andere als einfach gemacht.

Denn der Favorit aus Deutschland kann auf die Dienste des erst 20-jährigen Patrick Thomas, des aktuell weltbesten Angreifers und Siegers der World Games in Kolumbien, zählen.

«Wir haben eine gute Truppe, je nach Tagesform können wir jeden Gegner schlagen», bleibt Gugerli optimistisch. «Wir spielen auf hohem Niveau, in der Offensive können wir auf viele Varianten zählen», sieht auch Flückiger die Stärken des Teams. «Wir sind gut besetzt und können viel durchwechseln. Wenn wir alle am gleichen Strick ziehen, können wir weit kommen», ergänzt Hagmann. Auch von Ballmoos ist durchaus zuversichtlich, schliesslich habe man praktisch jede freie Minute dafür investiert.

Hohe Ziele sind aber immer auch mit einem gewissen Druck verbunden. «Wir können uns im Verein aufeinander abstimmen und uns natürlich in der Nati ein wenig pushen», relativiert Hagmann.

«Es ist eine Ehre, für die Schweiz zu spielen. Wenn die Hymne ertönt, ist es ein ganz anderes Gefühl als im Verein. Das ist Motivation genug», erläutert Flückiger, der zurzeit mit kleinen Rückenproblemen zu kämpfen hat. Auch der dritte Akteur, von Ballmoos, der als Einziger zum ersten Mal an einem Grossanlass teilnehmen darf, sieht das so: «Es ist unbeschreiblich, im Dress mit dem Schweizer Kreuz zu spielen.»

Eine spezielle Rolle an der U21-EM fällt auf den Oberentfelder Gugerli. Der ehemalige Nati-Spieler, der immer noch aktiv in der NLA tätig ist, übernimmt das Co-Trainer-Amt.

«Als ich jung war, haben mir die Trainer auch immer weitergeholfen. Nun möchte auch ich dem Nachwuchs etwas weitergeben», meint der 30-Jährige.

Zudem ist er der einzige Suhrentaler, der mit der U21 an die EM fährt – im Gegensatz zu den drei Spielern vom Kantonsrivalen Vordemwald. Kommt es da etwa zu einer Wachablösung im Aargauer Faustball?

«Wir hätten auch Spieler im Kader gehabt, wegen einer Weiterbildung war das aber nicht möglich. Natürlich ist der Nachwuchs immer ein Problem für unsere Randsportart, aber das geht allen so. Vordemwald hat einen grossen Schritt vorwärts gemacht, aber auch wir haben durchaus noch junge Spieler, die nachkommen», erklärt Gugerli.

Also stehen der Schweizer Nati wohl auch in Zukunft einige Aargauer zur Verfügung. Nun geht es aber zuerst noch darum, in Tschechien die hochgesteckten Ziele zu erreichen – und wer weiss, vielleicht reicht es ja mithilfe aus Vordemwald sogar aufs oberste Treppchen.

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