FC Wohlen
Zu Hause bei Augusto Capellini und dem Chef Yannick Kakoko

Die Wohler Fussballprofis Augusto Capellini und Yannick Kakoko bilden zusammen eine illustre Wohngemeinschaft. Die beiden Neuzugänge des FC Wohlen fühlen sich in ihrer neu bezogenen, spärlich eingerichteten Wohnung, wohl.

Ruedi Burkart
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Trotz karger Einrichtung gefällt es Guto (links) und Yannick Kakoko in ihrer neuen Bleibe. Wichtig: Der Fernseher muss gross genug sein.Ruedi Burkart

Trotz karger Einrichtung gefällt es Guto (links) und Yannick Kakoko in ihrer neuen Bleibe. Wichtig: Der Fernseher muss gross genug sein.Ruedi Burkart

Ruedi Burkart

Namen sind nur aufgedruckte Buchstaben. Diese Redewendung ist im Sport weit verbreitet und bedeutet frei interpretiert in etwa, dass es nicht darauf ankommt, welche Namen auf dem Matchblatt – oder eben auf dem Trikot – stehen. Sondern darauf, wie die Spieler unten auf dem Platz zu Werke gehen. Namensschilder an Haustüren machen jedoch durchaus Sinn. Korrekt angeschriebene noch ein bisschen mehr.

Bei der Tür zur Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung der beiden 23-jährigen FC-Wohlen-Profis Vitor Augusto Capellini, kurz Guto, und Yannick Kakoko steht über dem Klingelknopf «Mateus Senkal, Matteo Tosseti» geschrieben. «Das müssen wir noch ändern», sagt Kakoko schmunzelnd, nachdem er die Tür geöffnet hat.

Guto und Kakoko übernahmen die Wohnung in einer ruhigen Wohngegend in Wohlen von den beiden letztjährigen FC Wohlen-Spielern Senkal und Tossato auf Vermittlung des Vereins. «Man bot uns diese Wohnung an. Wir hätten auch ablehnen und eine andere suchen können», so Kakoko. Sie sagten zu, den Mietzins teilen sich die beiden ganz kollegial.

Wenn Fussball-Profis neu zu einem Verein wechseln und in eine andere Wohnung ziehen – so wie bei Guto und Kakoko – machen sie sich in den seltensten Fällen die Mühe, diese wohnlich einzurichten. Wie lange das Gastspiel beim neuen Verein dauert, weiss schliesslich niemand so genau im Voraus. So präsentiert sich auch die Bleibe von Guto und Kakoko zwar ordentlich sauber, aber eben doch eher spärlich möbliert. Einige der wenigen Möbel standen bereits in der Wohnung, viele eigene haben die beiden aber nicht mitgebracht. Mit ein paar Ausnahmen. Den grossen Flachbildferneseher im Wohnzimmer hat Kakoko aus Deutschland importiert. «Ohne den geht es nicht», schmunzelt Guto.

Wegen des TV-Programms geraten sich die beiden nie in die Haare. «Wir schauen eh immer nur Fussball», sagt Guto schmunzelnd. Ebenfalls ein Muss bei Fussball-Profis: Eine Playstation 3, auf welchem die beiden ihre ganz persönlichen Matches spielen.

Damit die Kulinarik nicht zu kurz kommt, und die Ernährung ist vor allem in diesen anhaltend heissen Tagen bei Sportlern ein sehr grosses Thema, wirbeln die beiden abwechselnd in der Küche umher. «Wir achten beide sehr auf eine ausgewogene Ernährung», sagt Guto, der laut seinem Spezi der bessere Koch ist. Dafür soll Kakoko der leidenschaftlichere Einkäufer sein. «Stimmt nur zu Hälfte», lacht dieser. Essen, und da sind sie sich einig, tun alle beide gerne. Auf die Teller kommen vor allem Reis und Pasta, dazu Geflügel und Gemüse sowie Salat.

Und wenn sie einmal keine Lust haben, den Kochlöffel zu schwingen, gehen sie im Wohler Restaurant Bären essen. Eine indiskrete Frage zu Schluss: Wer hat das grössere Schlafzimmer erhalten? Beide denken einen Moment nach. Dann schnippt Guto mit den Fingern und lacht heraus: «Yannick hat das grössere Zimmer. Er ist der Chef im Haus!»

Bleibt zu hoffen, dass die beiden auch morgen mit ihrem Team im TV-Spiel der Challenge League gegen Lugano der Chef im Haus, sprich: auf der Niedermatten, sein werden. Der erste Heimsieg in der neuen Saison wird von den Fans sehnlichst erwartet. «Wir werden alles dafür tun», ist Kakoko überzeugt. «Und dann wird es klappen», ergänzt Guto.