Die Szenen haben Symbolcharakter. Zofingens Aussenverteidiger Drazen Savic humpelt in der 15. Minute vom Platz, Innenverteidiger José Luis Mamone in der 18. und Flügel Zelimir Skopljak in der 25. Minute. Zerrungen zwingen die drei, sich auswechseln zu lassen. Irgendwie scheint der SC Zofingen ganz allgemein der starken Form, die man bis vor drei Wochen hatte, hinterherzuhinken. «Heute hatten wir einfach auch viel Pech», sagt Nicola Nocita, Assistent von Trainer Nino Lombardi. Letzterer regte sich ob der dürftigen Schiedsrichterleistung so sehr und lautstark auf, dass er in der 83. Minute auf Bitten des Linienrichters auf die Tribüne verwiesen wurde.

Doch nun zum Spiel, das nicht so schlecht begann für die Gastgeber. Oliver Jonjic fand in der 9. Minute nach einem Eckball die Lücke im dichten Abwehrriegel und drosch den Ball zum 1:0 in die Maschen. Auf der Gegenseite verhinderten Goalie Alessandro Vodola und in der 16. Minute innert Sekunden die Latte und der Pfosten einen Gegentreffer. Gerade eingewechselt, schoss Aadil Ajil in der 20. Minute nach einem Solo das 2:0. Einer Druckphase der Gäste folgt ein Freistoss nach einem Foul, das keines war und das 1:2, bei dem es schwer nach Handspiel aussah.

Statt dem 4:1 kam die Wende

Die Freude währte nicht lange beim Team Aargau U21. Ajil schnappte sich in der 45. Minute den Ball und schoss das 3:1. Matteo Muscia und erneut Ajil hätten noch vor der Pause auf 4:1 erhöhen können. «Wäre uns dieser Treffer gelungen, wäre die Partie anders ausgegangen», meinte Nicola Nocita. Aargau-U21-Trainer Mirko Pavlicevic sah die Sache ähnlich: «Wir wären wohl nicht mehr ins Spiel gekommen, hätte Zofingen auf 4:1 gestellt.»

Mit dem ausgeschöpften Wechselkontingent kannte SCZ-Sportchef Mauro Nembrini die Devise für die zweite Hälfte: «Wir müssen Kräfte sparen, Leerläufe und Fehlpässe verhindern und dürfen kein Risiko eingehen.» Dann aber war keine Minute vorbei, als Robert Majic seinen Gegenspieler als hinterster Mann an der Strafraumgrenze anrempelte. Der Referee entschied auf Notbremse und schickte Majic unter die Dusche. Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass es für den SCZ nun schwierig würde, den Sieg heimzuschaukeln. «Die Rote Karte half uns sicher», gab auch Pavlicevic zu

Chancen in Unterzahl

Zofingen kam trotz Unterzahl ab der 55. Minute zu mehreren Chancen, Mike Sieber und Robin Spengler vergaben die aussichtsreichsten. Spektakel boten nun beide Teams mit giftigen Weitschüssen und spannenden Strafraumszenen. In der 64. Minute stieg Henry Acosta – wie Fabian Stoller und Christopher Teichmann von der Aarauer Challenge-League-Equipe in die U21 beordert – nach einem Eckball am höchsten und köpfelte zum 2:3 ein.

Zofingen konnte sich bei Goalie Vodola bedanken, dass man für eine Weile noch in Führung lag. Bis Kevin Spadanuda in der 81. Minute im Sechzehner viel Platz hatte und zum 3:3 abzog. Mit Kampfgeist stemmte sich der SCZ gegen einen weiteren Gegentreffer, doch die Kräfte schwanden, die Angriffsauslöung misslang zu oft. «Wir wussten, dass wir konditionell überlegen sind», sagte Pavlicevic, was sich in der 88. Minute bewahrheitete. Bei einem Konter liess Miguel Peralta mehrere Zofinger stehen und traf zum 4:3. Ein Foulpenalty in der 92. Minute besiegelte das 5:3.