Aargauer Volkslauf
Zeremariam läuft am Volkslauf wieder allen davon

Der 30-jährige Eritreer entschied auch den 23. Aargauer Volkslauf für sich. Dies, auch wenn Böen ihm und den anderen Läufern das Laufen schwer machten.

Janine Müller
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Berhe Zeremariam ist mittlerweile vierfacher Aargauer Volkslaufsieger.

Berhe Zeremariam ist mittlerweile vierfacher Aargauer Volkslaufsieger.

«Dass das Wetter mitspielt», das wünschte sich die neue OK-Präsidentin des Aargauer Volkslaufs, Maria Hacksteiner, im Vorfeld. Ihr Wunsch ging in Erfüllung und die Läufer strömten in Scharen in das Aarauer Leichtathletikstadion im Schachen. Rund 850 Läuferinnen und Läufer machten sich auf die unterschiedlich langen Strecken zwischen einem Kilometer und 10 Meilen (16,093 km).

Nachdem die Walker und die Jogger auf die idyllische Strecke entlang der Aare geschickt wurden, war es Zeit für die Hauptkategorien der Frauen und Männer. Einer der Männer reiste mit einem hochgesteckten Ziel nach Aarau. Der dreifache Aargauer-Volkslauf-Sieger Berhe Zeremariam, der in der Vorwoche noch am Zürich Marathon startete, wollte seinen Streckenrekord in Aarau verbessern: «Ich habe mir zum Ziel gesetzt, die Strecke in 48 Minuten zu absolvieren.»

Selbstbewusst, nicht überheblich

Der 30-jährige Zürcher mit Wurzeln in Eritrea musste seine Ambitionen aber spätestens bei Meile acht herunterschrauben. Böiger Wind machte Zeremariam und auch den anderen Läufern zu schaffen. «Der Wind machte es wirklich etwas schwieriger und strenger als erwartet», sagte er nach dem Rennen und schmunzelte. «Jetzt versuche ich es halt nächstes Jahr.» Trotzdem reichte es Zeremariam mit einer guten Zeit von 52:04 Minuten ungefährdet zum Tagessieg. Ein Sieg, den er einkalkuliert hatte, wie er kurz vor der Siegerehrung selbstbewusst, aber keineswegs überheblich, zugab.

Stolz sei er trotzdem über seinen Sieg, zudem sei der Lauf eine gute Vorbereitung für den GP von Bern gewesen. Etwas mehr als eine Minute nach dem Zieleinlauf Zeremariams finishte einer mit einem grossen Namen. Sami Baala, der Bruder des erfolgreichen französischen Mittelstrecken-Läufers Mehdi Baala (2008 Dritter über 1500 m an den Olympischen Spielen in Peking), meldete sich überraschend für den Aargauer Volkslauf an.

Sehr zur Freude von Maria Hacksteiner. «Er erkundigte sich, ob er hier starten dürfe. Ich hätte aber nicht gedacht, dass er wirklich kommt.» Baala zeigte sich beeindruckt über die familiäre Atmosphäre im Schachen und hatte nur lobende Worte für die Laufstrecke und auch für die gesamte Organisation übrig. Bekannte Läufer sind am Aargauer Volkslauf eher Mangelware, umso grösser war die Freude seitens des OKs. «Da wir nicht hohe Preisgelder anbieten können, sind bekannte Läufer eher selten. Wir wollen aber grundsätzlich ein Familienanlass sein und die Freude am Laufsport vermitteln, daher ist das kein Problem für uns», erklärte Hacksteiner.

Den dritten Rang im Gesamtklassement holte sich Markus Joho aus Dintikon. Damit sicherte sich der
33-Jährige vor Thomas Weber (Anglikon) und Caspar Sickel (Wettingen) auch den Titel Aargauer Volkslaufmeister.