FC Aarau
Zähes Ringen um den Ligaerhalt: Ponte und seine drei Musketierchen

Der FCA ist im Abstiegskampf dringend auf Punkte angewiesen. Auf dieses Trio kann Aarau-Trainer Raimondo Ponte im Heimspiel gegen Meister FC Basel zählen.

Ruedi Kuhn und Dean Fuss
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Gemeinsam für den Ligaerhalt: FCA-Trainer Raimondo Ponte alias D’Artagnan (2.v.r.) und die drei Musketierchen Joël Mall (l.), Juan Pablo Garat (2.v.l.) und Kim Jaggy.

Gemeinsam für den Ligaerhalt: FCA-Trainer Raimondo Ponte alias D’Artagnan (2.v.r.) und die drei Musketierchen Joël Mall (l.), Juan Pablo Garat (2.v.l.) und Kim Jaggy.

Keystone/ho, Montage: Marco Tancredi

Drei Runden vor Schluss steht dem FC Aarau das Wasser bis zum Hals. Der Absturz in die Challenge League droht. Im zähen Ringen um den Ligaerhalt hat Trainer Raimondo Ponte für die Partie gegen Meister FC Basel drei Eisen im Feuer. Machen sie das Unmögliche möglich? Gelingt dem FC Aarau dank den drei Musketierchen ausgerechnet gegen die Überflieger der Super League der erste Heimsieg in der Rückrunde? «Wir müssen uns den SC Freiburg zum Vorbild nehmen», gibt Ponte die Richtung für die Partie vor. Die abstiegsgefährdeten Süddeutschen besiegten den bereits feststehenden Deutschen Meister Bayern München dank Einsatz und Willensstärke am vergangenen Wochenende mit 2:1.

Joël Mall.

Joël Mall.

KEYSTONE

1. Das Musketierchen Nummer eins heisst Joël Mall. Der Torhüter würde für seinen FC Aarau durchs Feuer gehen. Keiner hasst Niederlagen so wie er. Verliert der 24-Jährige ein Spiel, zeigt er Emotionen, hin und wieder rastet er sogar aus. Mall identifiziert sich als Eigengewächs voll und ganz mit dem Verein. Wäre jeder Spieler mit so viel Herzblut und Leidenschaft dabei, sähe die Welt des FC Aarau um einiges besser aus. Leistungsmässig ist Mall im Verlauf der Saison konstanter geworden. Er hat im Vergleich zur vorherigen Saison massiv an Ausstrahlung hinzugewonnen. Seine Formkurve zeigte zuletzt nach oben. Das Manko: Mall neigt nach wie vor zu Blackouts und trägt auch in der laufenden Saison beim einen oder anderen Gegentreffer zumindest eine Teilschuld. Sollte er bei einem Abstieg von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen, wäre das für den FCA ein enormer Verlust. Mall spielte schon als 14-jähriger Junior für den FCA. Das war im Sommer 2005. Im Kader der ersten Mannschaft ist er seit der Saison 2009/10. In letzter Zeit hat er sich immer mehr zur Identifikationsfigur entwickelt.

33 Spiele, 56 Gegentore, 6 Spiele ohne Gegentore, 2 Verwarnungen, 0 Platzverweise

Juan Pablo Garat (vorne)

Juan Pablo Garat (vorne)

Sarah Rölli

2. Das Musketierchen Nummer zwei heisst Juan Pablo Garat. Der 32-jährige Argentinier versucht zumindest, die Abwehr zusammenzuhalten. Er ist kopfballstark, weicht keinem Zweikampf aus, ja er scheut sich nicht davor, den einen oder andern Gegenspieler aus dem Weg zu räumen. Garat ist ein positiver Typ und hat einen guten Charakter. Er gibt seinen jungen Kollegen in der Innenverteidigung (Marco Thaler, Olivier Jäckle) die nötige Sicherheit. Das Manko: Garat ist nicht der Schnellste. Weil er langsam, aber sicher in die Jahre kommt, hat er mehr und mehr mit Verletzungspech zu kämpfen. Er spielt seit Sommer 2011 beim FCA und würde den im Sommer auslaufenden Vertrag gerne um eine weitere Saison verlängern. Stellt sich die Frage, ob er auch in die Zukunftspläne des FCA passt – ob in der Challenge League oder in der Super League.

24 Spiele, 2 Tore, 0 Vorlagen, 7 Verwarnungen, 0 Platzverweise

Kim Jaggy (r.).

Kim Jaggy (r.).

KEYSTONE

3. Das Musketierchen Nummer drei heisst Kim Jaggy. Der Haitianer wurde im Verlauf der Saison zu einer Teamstütze. Er ist einer der wenigen Gewinner dieser Saison. Der 32-Jährige ist die Zuverlässigkeit in Person und hat sich den Stammplatz auf der linken Abwehrseite mit konstant starken Leistungen und guter Kondition erkämpft. Jaggy ist ein Teamplayer und stellt weder auf noch neben dem Spielfeld grosse Ansprüche. Das Manko: Jaggy ist nicht der grosse Techniker und lebt in erster Linie von seiner Power. Von einem Routinier wie ihm, könnte man zudem erwarten, dass er auch einmal das Wort ergreift – das ist aber nicht sein Ding. Jaggys Vertrag läuft bis Sommer 2016. Dann wird er 33 Jahre alt sein. Gedanken über sein Karrierenende macht er sich deshalb nicht. «Solange ich meine Leistungen bringen kann, will ich Fussball spielen», sagt der verheiratete Vater von zwei Buben.

33 Spiele, 0 Tore, 2 Vorlagen, 3 Verwarnungen, 0 Platzverweise

Natürlich gibt es neben den drei genannten Musketierchen auch weitere Spieler, die ihr Leistungspotenzial abrufen und sich für den FC Aarau ins Zeug legen. Dazu gehören neben Captain Sandro Burki auch Aussenläufer Igor Nganga, die Innenverteidiger Marco Thaler und Olivier Jäckle sowie Flügel Luca Radice.

Bleibt zu hoffen, dass die genannten Spieler ihrem Ruf in den verbleibenden drei Partien gegen Basel, St. Gallen und Thun gerecht werden und auch der FC Vaduz mitspielt. Und, wer weiss, vielleicht spielt sich plötzlich ein weiteres Gesicht in die Runde der Musketierchen.

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