Fussball
Youtube-Star Davide Giampà will mit dem FC Wohlen punkten

Für Davide Giampà und den FC Wohlen gehts am Mittwoch in der Challenge League im Abstiegs-Knüller gegen Chiasso (19.30 Uhr, Niedermatten). Gegen die Tessiner hat der FCW in der laufenden Spielzeit nie verloren.

Ruedi Burkart
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Davide Giampà (in Weiss) ist bereit zu kämpfen.

Davide Giampà (in Weiss) ist bereit zu kämpfen.

Gerold Frei

Davide Giampà schnappt sich den Ball. Auf halbrechter Position läuft Wohlens Innenverteidiger drei kurze Schritte, hebt den Kopf, schaut und drischt das Leder aus gut und gerne 60 Metern über Freund und Feind hinweg ins Tor.

Schaffhausens Goalie Vaso Vasic bleibt nur das Nachsehen. Dieses kleine Kunststück machte Wohlens Nummer 14 im vergangenen Herbst für eine kurze Zeit zu einem Youtube-Star. Das Filmchen mit dem «Briefkasten»-Tor wurde bisher 38 000-mal (!) angeklickt.

«Ich werde auch heute noch ab und zu von Kollegen auf diesen Treffer angesprochen», schmunzelt Giampà.

Wie er das gemacht und was er in den entscheidenden Sekunden gedacht habe, das sind die Fragen an den Kunstschützen. «Ehrlich: Gedacht habe ich in dieser Szene nicht viel», schmunzelt Giampà, «die Beine machten einfach alles richtig.»

Allein, gebracht hatte jener Treffer in der sechsten Meisterschaftsrunde nicht viel Zählbares. Wohlen verlor die Partie mit 2:3 und startete damit in die herbstlichen «Chaos-Tage», welche im sportlichen Kriechgang und im «Fall Wellington» gipfelten. Giampà: «Mir wäre es damals lieber gewesen, ich hätte ein normales Tor erzielt und wir hätten dafür gewonnen.»

Zu früh wieder trainiert

Doch das Leben ist kein Wunschkonzert. Das musste Giampà zwei Monate nach seinem herrlichen Treffer am eigenen Leib erfahren. In der Partie der 13. Runde gegen Wil zog er sich eine schmerzhafte Entzündung am Schambein zu. «Na ja, dachte ich damals, eine Entzündung wird wohl nicht so schlimm sein.»

So machte Giampà nach Abklingen der Schmerzen während der Winterpause die Vorbereitung auf die Rückrunde mit dem Team mit - und fiel schliesslich definitiv aus. «Ich begann viel zu früh wieder mit dem Training», schaut er zurück, «ich war noch lange nicht fit genug.»

Zudem war nun auch noch der Bauchmuskelansatz gerissen. Die Folgen: verheerend. Insgesamt fiel Giampà sechs Monate aus. Vor zehn Tagen, beim 3:0 gegen Locarno, gab er sein Comeback. Alles ging glatt. Und so stand Giampà auch am vergangenen Sonntag beim 0:3 in Vaduz wieder neben Mario Bühler in der Startelf. Und heute Abend gegen Chiasso? Man darf davon ausgehen, dass Trainer Sforza erneut auf ihn vertrauen wird.

Aus der 2. Liga inter

Giampà stiess auf die aktuelle Saison aus Aarau zu den Freiämtern. Letztes Jahr spielte er beim Team Aargau in der 2. Liga inter. Beim FC Aarau war für den Innenverteidiger kein Platz im Super-League-Team, da nahm er gerne das Angebot des FC Wohlen an, auf die Niedermatten zu wechseln.

Bemerkenswertes Detail: Der FC Aarau verlangte von den Freiämtern keinen Franken Ausbildungsentschädigung. Klar, dass Giampà von «seinem FCA» nur in den höchsten Tönen spricht. «Ein super Verein. Ich bin immer wieder gerne im Brügglifeld und schaue mir Spiele an, wenn ich Zeit habe.»

Aus den Aarauer Zeiten hat der in Staufen aufgewachsene Davide Giampà vor allem mit dem jetzigen FCZ-Akteur Loris Benito Kontakt. Benito ist für Giampà schon fast eine Art Vorbild. «Loris hat in Aarau die Sportkanti abgeschlossen und setzt jetzt voll auf Fussball. Das ist auch mein Ziel.»

Giampàs Vertrag mit dem FC Wohlen läuft bis im Sommer 2015. «Dann habe ich auch meine Ausbildung an der Sportkanti hinter mir», sagt er, «es geht alles zeitlich prima auf.»

Bleibt nur zu hoffen, dass die Freiämter nicht in die 1. Liga Promotion absteigen. Das würde die Pläne von Giampà und seinen Teamkollegen ziemlich stark durcheinanderbringen.