Die einen lassen sich die Mähne abrasieren, die anderen rennen nackt durchs Dorf – punkto Wettschulden sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Zu einer spontanen, dafür umso herzlicheren Wette hat sich auch Loris Benito hinreissen lassen: An der Gala des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) im November 2017 sagt der Aarauer: «Wenn ich mit YB Meister werde, bin ich Speaker am nächsten Aargauer Cupfinaltag.»

Fünf Monate später ist YB Meister. Genau gesagt seit dem 28. April und somit früh genug, damit Benito seine Wettschuld am Auffahrts-Donnerstag auf dem Sportplatz Ebnet in Frick einlösen kann.

Die Wettschuld wird nicht eingelöst

Nur: Dazu wird es nicht kommen. Der Grund: Der Spielplan der Swiss Football League. Am selben Tag wie das Aargauer Cupfinal-Fest findet in Basel die Partie zwischen dem FCB und YB statt. Auch wenn es ein Kehrausspiel ist – natürlich kann man von YB nicht erwarten, dass Benito für den Speaker-Einsatz in Frick dispensiert wird.

Die Bitte des AFV an die Swiss Football League (SFL), den YB-Match am Mittwoch statt am Donnerstag anzusetzen, lief ebenfalls ins Leere. Auch das plausibel – schliesslich sind weder YB noch der FCB Mitglieder des Aargauer Fussballverbandes.

Entscheidungen sorgen für Kopfschütteln

Hingegen nicht schlüssig ist die Ansetzung der Challenge-League-Spiele: Sowohl der FC Aarau als auch der FC Wohlen müssen an Auffahrt antreten, obwohl die Runde auf zwei Tage verteilt ist (Mittwoch und Donnerstag).

Seit Jahren findet der Aargauer Cupfinal-Tag an Auffahrt statt. Deswegen habe man, so der AFV, die SFL schon vor einem Jahr gebeten, den FC Aarau und den FC Wohlen am Tag vor Auffahrt spielen zu lassen. Die beiden Klubs sind die Aushängeschilder des AFV; sie in einer Form in das Cupfinal-Fest einzubinden, wäre der Plan gewesen, den man auch in Aarau und Wohlen unterstützte.

Aber das fand in Bern kein Gehör, beide Partien am Donnerstag haben Aargauer Beteiligung: Aarau muss nach Rapperswil-Jona, Wohlen empfängt Servette. Verständlich, dass man in der AFV-Zentrale darüber den Kopf schüttelt.

Der SFL gibt nicht nach

Der Ärger erinnert an den FC Wohlen, der bei der SFL vergeblich darum bat, das letzte Aargauer Derby gegen Aarau (1:3) nicht am vergangenen Montagabend, sondern an einem zuschauerfreundlicheren Termin (Samstag oder Sonntag) anzusetzen. Die lausige Zuschauerzahl von 1356 gründete auch in der Anspielzeit.

Die eigenwillige Spielansetzung raubt dem Cupfinal-Tag zwei Highlights: FCA-Sportchef Sandro Burki kann nicht mit den Senioren von Würenlos um den Pokal spielen (wir berichteten). Und eben: Der Speaker heisst nicht Benito. Immerhin: Er hat versprochen, die Wettschulden 2019 einzulösen. Hoffentlich zeigt die SFL in der kommenden Saison mehr Fingerspitzengefühl bei der Spieltagsplanung...