Schwimmen

Yannick Käser will die Olympia-Qualifikation schaffen

Yannick Käser möchte nächstes Jahr in Rio dabeisein.

Yannick Käser möchte nächstes Jahr in Rio dabeisein.

Der Mumpfer Yannick Käser reist für die WM nach Kasan. Auch wenn seine Chancen auf einen Spitzenplatz gering sind, kann sich der 23-Jährige trotzdem für die Olympischen Spiele 2016 in Rio qualifizieren.

Bereits heute steht für den Brustspezialisten das Rennen über 100 Meter auf dem Programm, bevor er am Donnerstag über die doppelte Distanz im Einsatz sein wird. In beiden Disziplinen rechnet er sich keine Chancen auf einen Spitzenplatz aus, dafür ist die Konkurrenz noch zu stark.

Käser will nach Brasilien

Nichtsdestotrotz ist die WM für Käser sehr wichtig, da sich der Fricktaler dabei für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren kann. Wenn er seine persönlichen Bestzeiten unterbietet, ist eine Halbfinalqualifikation für den 23-Jährigen möglich. Mit seinen derzeitigen Topzeiten ist er auch über beide Distanzen der aktuelle Schweizer Rekordhalter.

Wenn Käser nicht im Schwimmbecken trainiert, um neue Bestzeiten aufzustellen, studiert er Marketing und Management. 2012 entschied er sich dazu, sein Studium in den USA zu absolvieren. In Charlottesville an der Universität von Virginia lässt sich der Schwimmsport optimal mit dem Studium kombinieren. Die Infrastruktur ist besser auf Sportförderung ausgerichtet als in seiner Heimat, die Wege von der Schwimmhalle zu den Vorlesungen sind minimal. So kann er seine Energie voll und ganz in das Schwimmen investieren.

Englisch bereitete Schwierigkeiten

Anderes Land, andere Sprache, andere Mentalität – das erste Jahr in Übersee war relativ schwierig für den Mumpfer. Die Umstellung mit einem neuen Trainer als Ansprechperson, der erst noch eine andere Sprache spricht, daran musste sich Käser erst einmal gewöhnen: «Das Verständigen in der Sprache ging recht gut, zumindest im Alltag.» An der Universität kam der Aargauer mit der Alltags-Sprache ans Limit. «Das war teilweise eine grosse Herausforderung, viele Wörter kannte ich nicht, weshalb die Vorlesungen jeweils nicht einfach zu verstehen waren», sagt Käser.

Mit seinen früheren Mitschwimmern der Zürcher Limmat Sharks weiterhin in Kontakt zu bleiben, ist Käser sehr wichtig. Wenn es sein Studium erlaubt, besucht er Familie und Freunde in der Schweiz. Und wenn er dann im Land des Emmentalers und der Toblerone ist, muss selbstverständlich etwas davon mit ins Gepäck: «Ich nehme jeweils Käse und Schokolade mit, wenn ich in der Schweiz bin. Schokolade gibt es in den USA zwar auch, aber es ist halt nicht das Gleiche.»

Die Muskeln wachsen

Seit Mitte Juni weilt Käser wieder in der Schweiz, wo er sich auf die Weltmeisterschaften vorbereitet hat. In den letzten zwei Jahren in den USA hat er mehrere Kilogramm an Muskelmasse zugelegt. Dies zwang ihn dazu, einige Veränderungen in seinem Training vorzunehmen. «Da ich schwerer bin, liege ich tiefer im Wasser, wodurch die Schwimmtechnik angepasst werden musste.»

Im Vergleich zu seinen Trainingskollegen ist der Brustschwimmer aber immer noch um einiges dünner. «Ich muss noch mehr Muskelmasse aufbauen», weiss Käser. Denn er arbeitet an seinem langfristigen Traum, dem Gewinn einer Medaille an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Für die Teilnahme an den Spielen in Rio de Janeiro im nächsten Jahr kann er die Zeitlimiten bereits in Kasan erfüllen. Diese liegen jeweils nur einige Hundertstelsekunden über seinen persönlichen Rekorden und liegen absolut im Bereich seiner derzeitigen Möglichkeiten, was Käser unterstreicht.

Unmittelbar nach der WM geht es für Käser wieder in die USA, wo er sein letztes Studienjahr in Angriff nimmt. Dann wird auch sein Alltag wieder ein wenig ruhiger. «In der Schweiz sind alle immer so gestresst, in Amerika wird alles viel gemütlicher genommen», sieht Käser einen grossen Pluspunkt im Leben auf der anderen Seite des Atlantiks.

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