Eishockey

Wynentaler Verein trägt Favoritenrolle – doch für den Aufstieg fehlt das Geld

Der SC Reinach konnte Patrick Bula (Bild rechts) verpflichten. «Das Team ist heiss auf die erste Meisterschaftspartie», sagt Trainer Thomas Siegwart.

Der SC Reinach konnte Patrick Bula (Bild rechts) verpflichten. «Das Team ist heiss auf die erste Meisterschaftspartie», sagt Trainer Thomas Siegwart.

Der SC Reinach steigt am 29. Oktober als Favorit in die neue 3.-Liga-Saison – mit einem Königstransfer und einem weiblichen Joker.

In den vergangenen fünf Jahren waren die Wynentaler Männer in ihrer Meisterschaftsgruppe ein sicherer Wert. Nie klassierten sie sich schlechter als auf Rang drei. Vergangene Saison sicherte sich das Team von Trainer Thomas Siegwart (46) gar den Gruppensieg.

Klar, dass die Reinacher auch in der neuen Meisterschaft ganz vorne klassiert sein wollen. Umso mehr, als sie von Ligakonkurrent HC Fischbach-Göslikon deren letztjährigen Topskorer
Patrick Bula verpflichten konnten. Der 30-Jährige spielte lange in der 1. Liga (Aarau, Argovia Stars, Burgdorf) und kann mit seiner Routine zum Königstransfer werden. «Wir sind top motiviert, das Team ist heiss auf die erste Meisterschaftspartie», sagt Siegwart, der seine vierte Saison an der Reinacher Bande in Angriff nimmt. Am Samstag, 29. Oktober, geht es mit einem Heimspiel gegen den letztjährigen Tabellendritten Binningen los.

Aufstieg? Zu teuer

Bei aller Euphorie, ein Wermutstropfen bleibt: Der Aufstieg in die 2. Liga liegt auch diesmal aus finanziellen Gründen nicht drin. Weil bei einer Promotion ins Oberhaus für jeden Spieler, der nicht im SCR ausgebildet wurde, ein stolzer Betrag an dessen Stammverein überwiesen werden müsste, winken Siegwart und sein TK-Chef Simon Steuri ab. «Wir haben zahlreiche fremde Spieler im Kader. Das wäre für uns schlicht nicht finanzierbar», so Siegwart. Man spricht von Mehrkosten in der Höhe von über 20 000 Franken, die auf den Wynentaler Verein nach einem allfälligen Aufstieg zukommen würden. Siegwart: «Zudem würden uns in der 2. Liga die stimmungsvollen Derbys gegen Wohlen und die immer speziellen Spiele gegen die Deutschen aus Herrischried fehlen.»

Anders als vergangene Saison, als man erst Mitte Saison kommunizierte, nicht aufsteigen zu wollen, hat der Verein die Spieler diesmal vor dem ersten Bully in dieser Sache informiert. Wie haben die Akteure reagiert, Thomas Siegwart? «Das war kein Thema. Alle respektieren den Entscheid des Vorstands.» Angst, seine Spieler könnten jetzt nur mässig motiviert in die Meisterschaftsspiele steigen, hat der Trainer nicht. «Wo denken Sie denn hin! Wir wollen wieder ganz vorne sein.»

Spielt eine Frau im Tor?

Als problematisch könnte sich im Verlauf der Meisterschaft das schmale Kader erweisen. Aktuell hat der SC Reinach 17 Feldspieler und zwei Goalies zur Verfügung. Pech: Mit Philipp Riechsteiner fällt einer der Stammkräfte nach einer Schulteroperation längere Zeit aus. Auf der Torhüterposition hat Trainer Siegwart einen Joker im Ärmel: Nataliya Kozachuk, die Torhüterin des Frauenteams, könnte bei einem allfälligen Verletzungspech zwischen die Pfosten. In der 3.-Liga-Meisterschaft dürfen Frauen auf der Goalie-Position bei den Männern spielen. Die Ukrainerin hütete beim 16:1-Sieg im Vorbereitungsspiel gegen die Limmattal Wings 40 Minuten den Reinacher Kasten. Es würde nicht überraschen, käme sie in der 3. Liga das eine oder andere Mal zum Einsatz.

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