2. Liga AFV

«Wollen zeigen, dass der Amateurfussball dieser Situation gewachsen ist»: FC Suhr steht vor schweizweiter Premiere

Ein Derby zum Auftakt: Der FC Suhr trifft auf den FC Gränichen.

Ein Derby zum Auftakt: Der FC Suhr trifft auf den FC Gränichen.

Am Freitag nimmt die 2. Liga AFV mit dem Derby zwischen dem FC Suhr und dem FC Gränichen den Spielbetrieb auf. Landesweit ist es die erste Meisterschaftspartie im Amateurfussball, die seit dem Saisonabbruch wieder angepfiffen wird. Das bringt aber auch einige Anforderungen für den Gastgeber mit sich.

Für den Aargauer Regionalfussball hätte es nicht besser kommen können: Beim schweizweit ersten Amateurspiel seit dem coronabedingten Abbruch der vergangenen Saison kommt es gleich zu einem Derby. Dass dabei mit dem FC Suhr und dem FC Gränichen zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die sportlich ähnliche Ambitionen haben – beide Trainer haben sich den 4. Platz als Ziel gesetzt – macht die Affiche zu einer äusserst delikaten Angelegenheit.

Weniger delikat dürfte dabei die Ausarbeitung des Schutz- und Sicherheitskonzepts für diese Partie gewesen sein. Esmender Cöcelli, Spiko-Präsident und verantwortliche Covid-19-Person beim Gastgeber FC Suhr, betont: «Wir haben das Konzept mit dem AFV in den letzten Wochen erarbeitet. Es ist eine grosse Herausforderung, die da auf uns zukommt, denn in der Regel besuchen 200 bis 300 Zuschauer bei uns eine Partie. Wir wollen nun ein Zeichen setzen und auch zeigen, dass der Amateurfussball dieser Situation gewachsen ist.»

Beim Sportplatz Hofstattmatten in Suhr müssen für das Kickoff-Spiel einige Anpassungen vorgenommen werden.

Beim Sportplatz Hofstattmatten in Suhr müssen für das Kickoff-Spiel einige Anpassungen vorgenommen werden.

Hofstattmatten wird in 9 Sektoren unterteilt

Wie ernst es der Aargauische Fussballverband und der FC Suhr mit dem extra angefertigten Schutzkonzept meinen, wird beim Punkt «Zuschauersektoren» ersichtlich: So werden beispielsweise 9 Sektoren gebildet, die mit Absperrbändern unterteilt sind. Jeder Sektor ist auf maximal 100 Personen beschränkt. Gestattet ist das Verlassen der Zone nur bei einem Notfall oder für Verpflegung und Toilettenbesuch. Der Zuschauer erhält beim Eintritt gar ein Armband, dessen Farbe einem Sektor entspricht. Für das Einhalten der Sektorentrennung wurde Sicherheitspersonal ­engagiert.

Beim Derby zwischen Suhr und Gränichen treffen zwei Teams mit ähnlichen Ambitionen aufeinander.

Weiter werden zusätzlich vier WC-Anlagen organisiert, und Gäste der im Stadion integrierten «Pizzeria Gigi» müssen ebenfalls aufgrund des «Contact-Tracings» Eintritt bezahlen sowie ein Armband tragen. «Normalerweise kommen so 400 bis 500 Zuschauer zu einem Kickoff-Spiel in der 2. Liga AFV. Doch diesmal ist es anders. Es ist das erste Dreipunkte-Spiel in der 2. Liga AFV seit über 10 Monaten. Wir bereiten uns dementsprechend darauf vor, dass wir unsere Kapazität auf dem Sportplatz Hofstattmatten von 900 Zuschauern vollständig ausnützen werden», erklärt Cöcelli.

Und dennoch ist er sich auch bewusst, dass in Zeiten von ­Corona selbst beim besten Sicherheitskonzept immer ein Restrisiko bestehen bleibt, gerade im Amateurfussball: «Wir haben mit unserer Anlage zwar eine gute Infrastruktur, um einen grossen Ansturm bewältigen zu können, aber die ­Zuschauer müssen auch Eigeninitiative und Verständnis zeigen. Wer sich beispielsweise nicht aufschreiben lassen möchte, der sollte nicht zum Spiel kommen.»

Ein Duell auf Augenhöhe 

Der Spiko-Präsident gibt sich jedoch diesbezüglich zuversichtlich: «Wir hatten in den letzten Wochen bereits fünf Testspiele mit 150 bis 200 Zuschauern durchgeführt, dabei wurden unsere Regeln sehr gut eingehalten.»

Zuletzt trafen Suhr und Gränichen bei der AFV Wintermeisterschaft im Februar aufeinander.

Generell überwiegt bei ­Cöcelli nicht die Sorge, sondern die Vorfreude auf die Partie: «Gränichen ist ein starker Gegner, wir haben sie in der Vorbereitung verfolgt. Ich rechne mit einem Duell auf Augenhöhe, so wie es bereits in den letzten ­Jahren war.»

Das Derby sei zwar nicht so hitzig, wie es sich vielleicht vermuten lässt, aber die Spieler hätten schon so lange keine Punktspiele mehr bestritten, dass nun alle richtig heiss auf diese Partie sind: «Wir haben zwar ein gutes Verhältnis zu den Gränichern, aber am Ende geht es um drei Punkte, und die wollen wir uns holen. Ich tippe auf einen 3:1-Heimsieg», so die optimistische Einschätzung von Esmender Cöcelli.

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